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Verarbeitendes Gewerbe
Das Verarbeitende Gewerbe ist seit vielen Jahren die Wachstumslokomotive der Thüringer Wirtschaft und hat seit der Wende einen beispiellosen Strukturwandel hinter sich. Der Anteil der Industrie (Verarbeitendes Gewerbe) an der Bruttowertschöpfung stieg von 19 % in 2000 auf 23,6 % in 2007 und 23,7 % in 2008. Damit ist die Thüringer Industrie nicht nur stärker gewachsen als alle anderen Wirtschaftssektoren, sondern hat zum bundesdeutschen Durchschnitt aufgeschlossen.
Mit der Erfolgsgeschichte der Thüringer Industrie ist die Re-Industrialisierung der Thüringer Wirtschaft ein gutes Stück vorangekommen und kann Thüringen an die lange Tradition als eine der Industrieregionen in Deutschland anknüpfen.
Das Wachstum bei Umsatz und Beschäftigung wurde von einer Vielzahl von Branchen getragen, darunter traditionellen wie Optik, Glas, Holz, Metallerzeugnisse und Automobil als auch neu entstandenen wie der Kunststoffindustrie, der Solarindustrie und der Medizintechnik. Gerade auch einige dieser gesamtwirtschaftlich noch kleinen, aber sich dynamisch entwickelnden Zukunftsbranchen haben einen zusätzlichen Wachstumsbeitrag erbracht.
Bezogen auf die Beschäftigung, hat sich in den vergangenen Jahren ein Spezialisierungsmuster mit einer Reihe von Branchen herausgebildet, die in der Thüringer Wirtschaft ein höheres Gewicht aufweisen als die entsprechende Branche auf Bundesebene. Insbesondere die Branchen Metallerzeugnisse, Gummi und Kunststoff, Ernährungsgewerbe, Geräte der Elektrizitätserzeugung, Medizin-, Mess-, Steuer-, Regeltechnik, Optik sowie Rundfunk- und Nachrichtentechnik (Solarindustrie) haben sich bei steigender Beschäftigung in Thüringen konzentriert.
Die auf überregionalen Absatz ihrer Produkte ausgerichtete Industrie ist auch ein wichtiger Impulsgeber für produktionsnahe Dienstleistungen sowie lokale und regionale Anbieter von Produkten und Dienstleistungen. Auch wegen ihrer hohen Ausstrahlungseffekte auf unternehmensnahe Dienstleistungen ist eine Fortsetzung der dynamischen Entwicklung des Verarbeitenden Gewerbes für Thüringen von hoher Bedeutung.
Obwohl die sektorale Wirtschaftsstruktur der Thüringer Industrie von einer relativ großen Branchenvielfalt gekennzeichnet ist, haben sich Branchenschwerpunkte der Thüringer Industrie (auf Basis WZ 2003) herauskristallisiert, auf die 2008 rund 75 % des Umsatzes, über 80 % des Auslandsumsatzes und knapp 75 % der Beschäftigten der Thüringer Industrie entfallen:
- Elektroindustrie
- Metallindustrie
- Kfz-Industrie
- Ernährungsindustrie
- Kunststoffindustrie
- Maschinenbau