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Oktober 2009: Neues Werk zur Produktion von Dünnschichtsolarmodulen im südthüringischen Queienfeld
Voraussichtlich im Oktober 2009 beginnen die Bauarbeiten für das neue Solarmodulwerk der ExtenTec GmbH in Queienfeld. Dazu investiert das Unternehmen 48,8 Millionen Euro und schafft mehr als 140 qualifizierte Arbeitsplätze. Ab Anfang 2011 sollen hier dann Dünnschicht-Solarmodule mit einer Jahreskapazität von 24 Megawatt-Peak produziert werden. Dabei setzt das Unternehmen auf eine neuartige Produktionstechnologie, die Kostenvorteile von bis zu 50 Prozent gegenüber herkömmlichen Herstellungsverfahren erlaubt. Zudem plant das Unternehmen, in Zusammenarbeit mit Universitäten und Forschungseinrichtungen der Region den Wirkungsgrad der produzierten Solarmodule von anfänglich 8,5 auf 10 Prozent zu steigern.
ExtenTec-Geschäftsführer Tölle begründete die Entscheidung für den Standort Thüringen mit den guten Rahmenbedingungen für die Solarwirtschaft. Neben der guten Betreuung durch das Land seien vor allem die Fördermöglichkeiten, die gute Verkehrsanbindung und die Fachkräfteverfügbarkeit ausschlaggebend für die Investitionsentscheidung gewesen. Das Unternehmen plant, seinen Hauptsitz während der Investitionsphase nach Thüringen zu verlegen. Die ExtenTec GmbH wurde im Dezember 2008 gegründet. Die beiden Geschäftsführer – Rainer Tölle und Salvatore Passarelli – verfügen über langjährige Führungserfahrung in der Solarindustrie, Tölle als FuE-Projektleiter u.a. bei BP Solar, Siemens, Shell und SolarWorld, Passarelli als Finanzierungsspezialist.
März 2009: Grundstein für neues Solarzellenwerk in Arnstadt gelegt
Die Thüringer Bosch-Tochter ersol Solar Energy AG (neu: Bosch Solar Energy AG) hat am 12.3. in Arnstadt den Grundstein für ein neues Solarzellen-Werk gelegt. Das Projekt ist Teil eines Investitionsprogramms im Umfang von 530 Millionen Euro. Bis 2012 soll die Fertigung von Solarzellen und Modulen ausgebaut, Forschungskapazitäten erweitert und rund 1.100 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.
Bundeskanzlerin Angela Merkel, die an der Grundsteinlegung teilnahm, nannte das Großprojekt einen „echten Lichtblick“ und eine „wirkliche Zukunftsinvestition“. Thüringen mache seinem Ruf, eine Denkfabrik zu sein, alle Ehre.
Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, Franz Fehrenbach, bezeichnete das Vorhaben als eine der größten und wichtigsten Einzelinvestitionen des Stuttgarter Konzerns. Die Solartechnik sei ein wichtiger Teil der Zukunftsstrategie der Gruppe und diene dem Ausbau des Bereichs regenerative Energien. «Gerade in diesen schwierigen Zeiten setzen wir weiterhin auf Innovationen», sagte Fehrenbach.
Bosch war mit der Übernahme der börsennotierten ersol Solar Energy AG aus Erfurt Mitte 2008 ins Solar-Geschäft eingestiegen.
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| Grundsteinlegung der ersol Solar Energy AG in Arnstadt. Von links: Ersol-Vorstand Holger von Hebel, Thüringens Finanzministerin Birgit Diezel, Franz Fehrenbach, Dr. Angela Merkel, Bosch-Aufsichtsratschef Prof. Hermann Scholl, Dr. Siegfried Dais, stellvertretender Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung, sowie Polier Ludwig Reiff (Quelle: ersol Solar Energy AG). |
Stolze Unternehmensbilanz
Die Thüringer Unternehmen – darunter innovative und global agierende Unternehmen wie
Bosch Solar Energy AG,
Sunways AG,
PV Crystalox Solar AG,
Schott Solar und
WACKER SCHOTT Solar GmbH und seit kurzem die
Masdar PV – decken die gesamte Wertschöpfungskette vom Wafer bis zum Solarmodul ab. Im Jahr 2006 erwirtschafteten die Thüringer Photovoltaik-Unternehmen rund 800 Millionen Euro Umsatz, das entspricht über 21% des Umsatzanteils der gesamten Photovoltaik-Branche in Deutschland und über 10% weltweit. Die Produktionsleistung im Segment Solarzellen betrug 100 Megawatt-Peak, damit kamen im vergangenen Jahr rund 20% der deutschen Produktionsleistung aus Thüringen. Bei einem erwarteten Marktwachstum in Deutschland von 20% jährlich bis 2020 sind die Aussichten für die Branche äußerst vielversprechend.
Ausgewählte Einzelbeispiele
August 2008:
Mit einem feierlichen ersten Spatenstich hat die Masdar-Gruppe (Vereinigte Arabische Emirate) am 20. 8. 2008, den Bau ihrer neuen Fabrik in Thüringen gestartet. Am Standort „Erfurter Kreuz“ südlich der Landeshauptstadt entsteht bis zum Herbst 2009 eine hochmoderne Fertigungsstätte für Dünnschichtsolarmodule. 150 Millionen € investiert die Masdar Abu Dhabi Future Energy Company in das Projekt. Die Schaffung von 180 Arbeitsplätzen bis 2010 ist zugesagt; mittelfristig sollen es 600 Arbeitsplätze werden.
Das Thüringer Werk wird im dritten Quartal 2009 an den Start gehen und nach der Anlaufphase eine Produktionskapazität von 70 Megawatt pro Jahr erreichen; eine Erhöhung auf 280 Megawatt ist längerfristig geplant. Beleg für die hohe Qualität des Solarstandortes Thüringen ist die Tatsache, dass am „Erfurter Kreuz“ nicht nur Produktionseinheiten angesiedelt werden; vielmehr schafft die Masdar-Gruppe auch Kapazitäten für Forschung und Entwicklung, Marketing und Vertrieb. Die Investition in Thüringen ist eingebettet in ein Investitionspaket im Bereich der Dünnschicht-Solartechnologie, dessen Umfang zwei Milliarden US-Dollar beträgt. Es dient der Umsetzung der Masdar-Initiative zum Einsatz erneuerbarer Energien und Energiespartechniken. Neben dem Werk in Thüringen entsteht fast zeitgleich ein zweites in Abu Dhabi; beide Unternehmensteile werden bei der Entwicklung und Vermarktung der Solarmodule eng zusammenarbeiten. Zudem wird momentan eine Öko-Stadt in Abu Dhabi angelegt, die unter anderem zu 100 Prozent mit Solarenergie versorgt wird.
November 2007:
Die ehenmalige ersol Gruppe (jetzt Bosch) eröffnete am 16.11.2007 feierlich ihre zweite Fabrik für Solarzellenproduktion - eine neue Fertigung für hocheffiziente kristalline Solarzellen. Die neue Produktionsstätte für kristalline Silizium-Solarzellen in Arnstadt wird Ende 2008 über eine Nominalkapazität von 120 MWp verfügen. Schrittweise werden in der zweiten ersol Zellfabrik bis zu 150 Beschäftigte dauerhaft Arbeit finden.
Die Erfurter Bosch Solar Energy AG hat bisher stark in Thüringen investiert. 2006 und 2007 hat der Konzern insgesamt 190 Millionen Euro in neue Fabriken und Fertigungslinien in Erfurt und Arnstadt gesteckt. Als „entscheidenden Schritt“ bezeichnete Dr. Claus Beneking, Vorstandsvorsitzender der ehemaligen ersol Solar Energy AG, den Aufbau von Ersol Solar Cells in Arnstadt. „Die Produktion von mono- und multikristallinen Silizium-Solarzellen war und ist das Herzstück der ehenmaligen Ersol-Gruppe. Mit der neu entstehenden Kapazität nähern wir uns sukzessive unserem Ausbauziel von 400 MWp Kapazität bis 2010“, so Beneking weiter. In Arnstadt entstehen schrittweise mehr als 150 Arbeitsplätze. Den Personalbedarf kann ehemals Ersol mit Hilfe einer gelungenen Kooperation mit dem Erfurter Bildungsträger BWAW und der Agentur für Arbeit decken. Baubeginn für das neue Zellwerk war im Dezember 2006. Im April 2007 wurde Richtfest gefeiert, seit Juli ist die Fabrik für kristalline Silizium-Solarzellen in Betrieb.
Seit Mitte 2007 läuft bei ehemals Ersol die Serienproduktion von Dünnschichtmodulen im Erfurter Güterverkehrszentrum. Dafür wurden mehr als 80 Millionen Euro in eine neue Fertigungsstätte investiert. An dieser sollen bis Ende 2008 160 Mitarbeiter beschäftigt sein. Mit der neuen Technologie für Dünnschicht-Module mit zwei unterschiedlichen Siliziumebenen kann nach Angaben von Vorstandschef Claus Beneking ein bis zu 50 Prozent höherer Wirkungsgrad als bei herkömmlichen Dünnschicht-Modulen erreicht werden. Die Bosch Energy Solar AG wird zu den ersten Solarunternehmen in Europa gehören, die die neuen Module anbieten.
Wie hoch die Nachfrage an Solarzellen ist, zeigt der Zellliefervertrag der Boscho Energy AG mit der Solon AG: Das Vertragsvolumen beträgt rund 1 Mrd. Euro. Ab 2009 werden monokristalline Silizium-Solarzellen über einen Zeitraum von 11 Jahren an den Berliner Modulproduzenten Solon geliefert.
Außerdem weihte die SCHOTT AG am 6.11.2007 in Jena die industrielle Großserienfertigung für Dünnschichtsolarmodule seiner Tochtergesellschaft SCHOTT Solar GmbH ein. Mit einem Investitionsvolumen von 75 Mio. Euro errichtete SCHOTT eine hochmoderne Produktionsstätte und schafft damit am Standort Jena weitere 180 neue Arbeitsplätze.
Die Produktion beruht auf einer neuartigen Dünnschicht-Technologie, für die nur ein geringer Teil der für herkömmliche Solarzellen verwendeten Siliziummenge eingesetzt werden muss. Mit der Investition in Höhe von 60 Millionen Euro hat Europas größter integrierter Hersteller von Wafern, Zellen und Modulen weitere 180 zukunftsfähige Arbeitsplätze in der Solarproduktion geschaffen. „Der Aufbau dieser Solarfabrik ist ein weiterer Meilenstein bei der Expansion unserer Solaraktivitäten. Damit bauen wir auch die Dünnschichttechnologie zur industriellen Serienfertigung aus und rücken auch in diesem Sektor zu den weltweit führenden Herstellern auf“, erklärte Dr. Udo Ungeheuer, Vorsitzender des Vorstandes der Schott AG. Dass sich Jena in einem weltweiten Auswahlverfahren für die Produktionsstätte gegen Alternativstandorte wie Tschechien und China durchgesetzt hatte, beweist einmal mehr die enorme Attraktivität Thüringens als Solarstandort.
Oktober 2007:
Am 29.10.2007 fand die Grundsteinlegung für das Werk der WACKER SCHOTT Solar GmbH in Jena - einem Gemeinschaftsunternehmen der SCHOTT AG und der Wacker Chemie AG zur Herstellung von Siliziumwafern für die Solarindustrie statt. Das Joint-Venture „WACKER SCHOTT Solar GmbH“ investiert insgesamt mehr als 300 Mio. € in den Standort Jenas und chafft damit rund 600 hochqualifizierte neue Arbeitsplätze. „Die Ansiedlung zweier global agierender Konzerne in Thüringen hat Signalwirkung für weitere potenzielle Investoren“, sagte der Minister, der von Anfang an sehr intensiv für die Ansiedlung geworben hatte. Bis zum Jahr 2012 soll eine Fertigungskapazität für Solarwafer von rund einem Gigawatt pro Jahr erreicht werden.
Juni 2007:
Um den hohen Bedarf an Silizium zu decken, hat ehemals Ersol im Juni 2007 mit der Hemlock Semiconductor Corporation (HSC), dem weltweit größten Hersteller von Reinstsilizium für die Solar- und Halbleiterindustrie, einen umfangreichen Liefervertrag abgeschlossen. Der Kontrakt wird Ersol ab 2010 über zehn Jahre eine zusätzliche Produktionsmenge von insgesamt rund 1,8 Gigawatt-Peak (GWp) ermöglichen.
Angesichts dieser guten Rahmenbedingungen ist es kein Zufall, dass Thüringen immer wieder mit neuen Entwicklungen auf sich aufmerksam macht. Auf der 22. Solar-Energie-Konferenz in Mailand hat Ersol gemeinsam mit dem SolarZentrum Erfurt, der Crystal Growing Systems GmbH (CGS), der Roth & Rau AG und Day4Energy Inc. ein hoch innovatives Solarmodul basierend auf "SuperSize"-Solarzellen vorgestellt. Durch die Kombination der industrieführenden Technologien der Projektpartner wurde ein Modul entwickelt, das einen hohen Wirkungsgrad hat und gleichzeitig erhebliche Stückkostensenkung ermöglicht. Bereits 2005 sorgten Ersol, PV Crystalox und das Thüringer Solarzentrum für Aufsehen, als sie auf der Konferenz die weltweit größte kristalline Siliziumsolarzelle präsentierten.
Ein weiterer Teil des Erfolgsgeheimnisses der Thüringer Solarbranche ist für Ex-Wirtschaftsminister Reinholz auch die enge Zusammenarbeit. Bereits 1999 hatte sich in Erfurt der Interessenverbund Photovoltaik und Umwelt Thüringen gegründet, aus dem im August 2003 schließlich der
SolarInput e. V. hervorgegangen ist. Heute sind bereits 48 Unternehmen, Forschungsgruppen, Bildungsträger, gemeinnützigen Institutionen und staatlichen Einrichtungen im Thüringer Solar-Cluster vertreten.
Und das bekommt inzwischen sogar überregionalen Rückenwind: So hat das CiS Institut für Mikrosensorik gemeinsam mit SolarInput das vom Bundesforschungsministerium geförderte Innovationsforum "SolarInnovativ" aufgebaut. Dieses Netzwerk setzt Entwicklungsimpulse für die Region und schafft neue Synergien mit anderen Branchen – etwa mit Automatisierungstechnik, Mikroelektronik oder Werkzeugmaschinenbau. "Unser Ziel ist es, eine Brücke zwischen Industrie und Forschung zu schlagen und verstärkt Konzepte für industrienahe Forschungsansätze gemeinsam mit den Partnern der Region zu entwickeln", sagt Uta Neuhaus vom CiS Institut für Mikrosensorik.
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| Solar Teaser |

SolarInput e.V.
Der Solarcluster in Thüringen
Weitere Informationen zum Solarstandort Thüringen finden Sie auch hier':
Forschung und Qualifizierung
Thüringer Forschungs und - Weiterbildungseinrichtungen
Solarinitiative Thüringen
Thüringen will in Europa führend werden
Solaranwendung und Förderung
Anwendungsbeispiele in Thüringen
Der Solarstandort Thüringen
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