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Nach Einschätzung von Ex-Wirtschaftsminister Reinholz hat der Freistaat gute Chancen, bei den neuen Technologien zur solaren Energiegewinnung weiter kräftig mitzumischen. Dabei können die Unternehmen auf Unterstützung durch die schlagkräftigen Thüringer Forschungseinrichtungen zählen. Dazu gehören in erster Linie das Thüringer Solarzentrum und seine Trägereinrichtung, das
CiS Institut für Mikrosensorik in Erfurt, das
Institut für Festkörperphysik der Friedrich-Schiller-Universität Jena, die
Technische Universität Ilmenau, das
Institut für Photonische Technologien in Jena sowie das
Thüringische Institut für Textil- und Kunststoffforschung (TITK) in Rudolstadt.
Beispiel SolarZentrum Erfurt: Allein für diese Einrichtung hat der Freistaat Thüringen insgesamt 6,1 Millionen Euro Förderung ausgegeben bzw. fest zugesagt. Als Kompetenzzentrum und Technologietransferstelle für die Thüringer Solar-Unternehmen soll das Solarzentrum die Forschungen in den Bereichen Mikrosensorik und Photovoltaik verbinden und die wirtschaftliche Verwertung beschleunigen. Aktuelles Projekt des Solarzentrums sind eine innovative Produktionslinie und wissenschaftliche Untersuchungen für die Herstellung großflächiger Solarzellen mit hoher Ausbeute.
Stiftungsprofessuren für Photovoltaik an der TU Ilmenau und für Solar an der FH Jena
Als Bestandteil der im November 2007 gestarteten Thüringer Solarinitiative wird an der TU Ilmenau eine Stiftungsprofessur für Photovoltaik eingerichtet. Eine weitere Stiftungsprofessur für den Themenschwerpunkt Solar ist an der FH Jena (Bachelor-Studiengang) vorgesehen.
Thüringens ehemaliger Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz begrüßt die Entscheidung der Ernst-Abbe-Stiftung, die an der TU Ilmenau geplante W3-Stiftungsprofessur finanziell zu unterstützen. Die Ernst-Abbe-Stiftung wird in den nächsten fünf Jahren insgesamt Stiftungsmittel von 250.000 Euro zur Verfügung stellen. Ein Konsortium Thüringer Solarfirmen unter Führung des Thüringer Solarnetzwerkes Solarinput e.V. wird sich in gleicher Höhe an der Finanzierung dieser Stiftungsprofessur beteiligen. Nicht zuletzt wird die TU Ilmenau selbst mit der Übernahme von mehr als 250.000 Euro Personal- und Sachkosten einen wesentlichen Beitrag zur Ausstattung des Lehrstuhls in den ersten fünf Jahren seiner Tätigkeit leisten. Der entsprechende Vertrag wurde am 27.10.2008 in Ilmenau unterschrieben.
Die TU Ilmenau sieht diese Stiftungsprofessur als einen wesentlichen Bestandteil ihrer langfristigen Forschungsstrategie an. Wie der Prorektor für Wissenschaft, Herr Prof. Dr.-Ing. Klaus Augsburg berichtete, konzentriert die Universität ihre wissenschaftlichen Kompetenzen auf den Gebieten (regenerative) Energieerzeugung, intelligente Energieverteilung und effiziente Energienutzung. Als wissenschaftliche Plattform dafür wurde ein fakultätsübergreifendes Institut gegründet. Für den Technologietransfer zu Unternehmen und als Organisationsebene für die Kooperation mit Hochschulen, außeruniversitären und wirtschaftsnahen Forschungseinrichtungen wird derzeit ein Energietechnisches Zentrum Thüringen (EZT) aufgebaut.
Die Photovoltaik nimmt darin eine herausragende Rolle ein, da seit ca. 20 Jahren auf diesem Gebiet geforscht und ca. 20 Diplom- und Doktorarbeiten entstanden sind. Zudem obliegt der TU Ilmenau die wissenschaftliche Koordinierung des Thüringer Forschungsschwerpunktes Solartechnik schon seit 1997.
In dessen Rahmen wurden bisher mehr als 40 regionale, nationale und internationale Forschungsprojekte bearbeitet. Konkret verwies Herr Prof. Dr. Gobsch, Fachgebietsleiter Experimentalphysik I der TU Ilmenau auf jüngst bewilligte Forschungsprojekte der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), bei der die TU Ilmenau 3 Teilgebiete zu Elementarprozessen der Organischen Photovoltaik erforschen wird.
Nach Auffassung des ehemaligen Thüringer Kultusministers Bernward Müller verstärkt die Stiftungsprofessur die bereits an der TU Ilmenau vorhandenen Forschungskompetenzen auf dem Gebiet der Energietechnologien.
Die Stiftungsprofessur ist ein wichtiger Baustein in dem neuen Master-Studiengang „Photovoltaik“, der in enger Abstimmung zwischen der Hochschule und der Industrie entwickelt wurde und ab dem Wintersemester 2009/2010 den Studienbetrieb aufnehmen soll.
Schon ab dem Wintersemester 2008/2009 können Studenten für die Richtung Anwendung und Systemaspekte der Photovoltaik den Masterstudiengang „Electrical Power and Control Engineering“ wählen, in dem insbesondere Kenntnisse zu Leistungselektronik, Wechselrichtern sowie zu System- und Anwendungslösungen vermittelt werden. Für die Gebiete Halbleitermaterial, Zelle, Modul und Herstellungstechnologie für Solarzellen wird dann die Studienrichtung „Photovoltaik“ im Rahmen des Masterstudiengangs „Technische Physik“ künftig im neuen, international ausgerichteten Masterstudiengang „Photovoltaik“ mit noch größerer Breite und Tiefe erfolgen.
Die Stiftungsprofessur an der TU Ilmenau ist auch ein wesentlicher Teil der Thüringer Bildungs- und Forschungslandschaft im Bereich Energie- und Umwelttechnik mit dem Schwerpunkt regenerative Energien. Eine weitere Stiftungsprofessur (Bachelor-Studiengang) wird dieses Jahr an der FH Jena eingerichtet. Mittels Kooperationsabkommen der beiden Hochschulen wurde ein entsprechendes Ausbildungskonzept abgestimmt. Im Bereich der Facharbeiterausbildung bereitet das Bildungswerk für berufsbezogene Aus- und Weiterbildung Thüringen gGmbH (BWAW) zurzeit Ausbildungsinhalte für Solarberufe vor. „Damit verfügt Thüringen im Solarbereich in Kürze über die gesamte Bandbreite von der Facharbeiterausbildung über den Bachelor- bis zum Masterabschluss“, sagte der ehemalige Wirtschaftsminister Reinholz.
Mit dem ersten Spatenstich hat Thüringens Ex-Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz am 9.2.2009 in Erfurt den Bau des künftigen Thüringer Kompetenzzentrums für Hochtechnologie und Solarwirtschaft offiziell gestartet. „Mit dieser Einrichtung wollen wir die Position Thüringens als ein führender Solarstandort in Europa stärken und weiter ausbauen“, sagte Reinholz anlässlich des Baubeginns. Vor allem im internationalen Wettbewerb der Standorte werde man mit dem Zentrum punkten: „Die Verfügbarkeit von Fachkräften ist die Kernfrage bei Ansiedlungen und Investitionen aus der Solarbranche.“
Mit einem Investitionsvolumen von 8,7 Millionen Euro – davon 7,8 Millionen Euro aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GA) – ist das Kompetenzzentrum das wichtigste Vorhaben der „Solarinitiative Thüringen“, die das Wirtschaftsministerium Ende 2007 gestartet hat. Die Inbetriebnahme des Zentrums ist für Anfang 2010 geplant.
Das künftige Ausbildungszentrum am Standort Erfurt-Südost wird über eine Gesamtfläche von 4.400 Quadratmetern auf drei Etagen und insgesamt 351 Ausbildungsplätze für Solartechniker, Mechatroniker, Mikro- und Nanotechnologen sowie weitere technische Berufe verfügen. Zur Ausstattung gehören ein Reinraum sowie die für die Ausbildung notwendige Experimentiertechnik. Neben der beruflichen Erstausbildung sollen hier auch überbetriebliche Ergänzungslehrgänge, die berufsbegleitende Weiterbildung von Mitarbeitern in Unternehmen sowie die Fortbildung und Umschulung von Arbeitsuchenden angeboten werden. Träger der neuen Ausbildungsstätte ist das Bildungszentrum für berufsbezogene Aus- und Weiterbildung Thüringen gGmbH (BWAW) in Erfurt. Sie erwirbt dazu auch das Baugrundstück von der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen, die das Gelände erschlossen hat.
Mit dem „Kompetenzzentrum für Hochtechnologie und Solarwirtschaft“ verfügt Thüringen im Solarbereich über ein breites Spektrum an Ausbildungsmöglichkeiten vom Facharbeiter bis zum Akademiker. Weitere Bestandteile sind Stiftungsprofessuren und Studiengänge für Solartechnologie an der Fachhochschule Jena und der Technischen Universität Ilmenau. „Ein solches Ausbildungsangebot für die Solarwirtschaft wie in Thüringen ist deutschlandweit einmalig“, betonte Ex-Wirtschaftsminister Reinholz. Thüringen habe deshalb im Spitzencluster „Solarvalley Mitteldeutschland“ die Koordination für das Thema Ausbildung übernommen. „Wir können ein entscheidendes Wort mitreden, wenn bundesweit die Maßstäbe für die künftige Solar-Ausbildung festgelegt werden“, so Reinholz.

SolarInput e.V..
Der Solarcluster in Thüringen
Jobs und Weiterbildungsangebote aus dem Bereich der Solarwirtschaft:
Solar(fach)berater Photovoltaik und Photothermie
Forbildungstermine in 2009
SolarInput
Gemeldete Stellenangebote aus der Branche
Neuer Masterstudiengang für Erneuerbare Energien an der FH Erfurt
Studiengang "Renewable Energy Design für eine Kultur der Energie" wird eingeführt
Weitere Informationen zum Solarstandort Thüringen finden Sie hier:
Solarinitiative Thüringen
Ziele und Umsetzungsstand der Solarinitiative
Solarunternehmen in Thüringen
Aktuelle Ansiedlungen und Unternehmen
Solaranwendungen und -förderung
Anwendungsbeispiele in Thüringen
Der Solarstandort Thüringen
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