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Medieninformation
Machnig: Aktive Arbeitsmarktpolitik bleibt gefordert
GFAW-Bilanz 2011: 112,5 Millionen Euro Förderung,
79.000 Thüringer bei Arbeitsuche und Qualifizierung unterstützt /
2012: 137,8 Millionen Euro Förderung geplant
Aus Sicht von Wirtschaftsminister Matthias Machnig steht der Thüringer Arbeitsmarkt in den kommenden Jahren vor großen Herausforderungen. „Wettbewerbsfähige Löhne, Fachkräftesicherung, Kampf gegen Abwanderung – die aktive Arbeitsmarktpolitik bleibt gefordert“, sagte der Minister heute auf der Bilanzpressekonferenz der Gesellschaft für Arbeits- und Wirtschaftsförderung des Freistaats Thüringen (GFAW) in Erfurt. Während Arbeitsmarktpolitik in den 90er Jahren aber naturgemäß vor allem auf die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Reduzierung der Arbeitslosigkeit fokussiert habe, gehe es jetzt vor allem darum, die strukturelle Spaltung des Arbeitsmarkts zu überwinden: „Wir stehen vor der paradoxen Situation, dass uns Fachkräfte fehlen, während viele Ältere, Langzeitarbeitslose oder geringer Qualifizierte keinen Job finden“, sagte Machnig: „Fachkräftesicherung, Qualifizierung, Integration – das sind die zentralen Themen der Thüringer Arbeitsmarktpolitik in den kommenden Jahren.“
Insbesondere Langzeitarbeitslose profitierten derzeit nicht vom konjunkturellen Aufschwung, ergänzt GFAW-Geschäftsführer Thomas Kretschmer. „Wenn wir in den vergangenen Jahren etwas gelernt haben, dann, dass die Konjunktur unsere Beschäftigungsprobleme nicht im Selbstlauf lösen wird.“ Auch er warb deshalb für eine aktive Beschäftigungspolitik, in die sich die GFAW mit ihrer Erfahrung und Expertise einbringen wolle. Zugleich zog er eine positive Bilanz für das zurückliegende Jahr: Rund 79.000 Thüringer konnten über die Arbeitsmarktprogramme des Freistaats Thüringen und des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert werden. Für diesen Zweck wurden insgesamt 112,5 Millionen Euro bereitgestellt. Mit jeweils knapp 30 Millionen Euro spiegeln die GFAW-Förderbereiche „Berufsvorbereitung, Ausbildung“ (27,1 Mio. Euro), „Berufliche Weiterbildung, Integration“ (29,2 Mio. Euro) und „Existenzgründung, Beschäftigung“ (27,1 Mio. Euro) dabei die drei Säulen der Thüringer Arbeitsmarktpolitik – Fachkräftesicherung, Qualifizierung, Beschäftigung – wider.
Hinzu kommt das ebenfalls von der GFAW gesteuerte „Landesarbeitsmarktprogramm“, das Mitte 2010 gestartet war. Insgesamt sind in diesem Programm bis heute mehr als 7.500 Arbeitsuchende betreut worden – davon konnten 2.600 Menschen in eine Beschäftigung im ersten oder zweiten Arbeitsmarkt und 262 in eine Ausbildung vermittelt werden. „Das Landesarbeitsmarktprogramm hat sich als eine wirksame Brücke in Beschäftigung bewährt“, sagte Wirtschaftsminister Machnig. „An diesem Erfolg hat die GFAW einen erheblichen Anteil.“
Auch im laufenden Jahr werde das Land seine Arbeitsmarktförderung auf hohem Niveau fortsetzen, macht der Minister deutlich: Insgesamt stehen 2012 für diesen Zweck rund 137,8 Millionen Euro bereit, davon 81,2 Millionen Euro an ESF-Mitteln. „Wir gehen davon aus, dass wir mit diesem Fördervolumen bis zu 88.000 arbeit- oder ausbildungsuchende Thüringerinnen und Thüringer unterstützen können“, sagte Machnig. Dabei werde vor allem der Bereich der beruflichen Integration auf bis zu 51 Millionen Euro erheblich verstärkt: „Wir wollen gerade bei den Langzeitarbeitslosen, Älteren und gering Qualifizierten alle Beschäftigungsreserven erschließen und neue Jobperspektiven schaffen.“
Optimistisch äußerte sich der Minister auch zur Zukunft der ESF-Förderung in Thüringen: „Nach jetzigem Stand stehen uns in der Förderperiode ab 2014 rund 560 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds zur Verfügung“, sagte er. Im Vergleich zur laufenden Förderperiode (629 Mio. Euro) wäre das ein Rückgang um rund 10 Prozent. Machnig: „Damit bleibt die Thüringer Arbeitsmarktpolitik handlungsfähig.“
Stephan Krauß
Pressesprecher