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Machnig: Neue Chancen für Langzeitarbeitslose

Landesarbeitsmarktprogramm: Integrationsprojekte gestartet / Ziel: 2000 Menschen in Jobs vermitteln

24 Integrationsprojekte haben im Rahmen des Landesarbeitsmarktprogramms ihre Arbeit aufgenommen. Menschen, die seit längerem ohne Job sind, sollen über eine aktive Betreuung, Qualifizierung und Förderung neue berufliche Chancen erhalten. „Wir wollen Schwächere nicht zurücklassen“, sagte der Thüringer Wirtschaftsminister Matthias Machnig. „Über eine aktive Arbeitsmarktpolitik bauen wir ihnen eine Brücke ins Arbeitsleben“. Die Auftaktveranstaltung für die Träger dieser Projekte findet heute in Erfurt statt.

„Es geht darum, diese Menschen aus der Arbeitslosigkeit herauszuholen, damit auch sie vom Wirtschaftsaufschwung profitieren“, so der Minister. Der Programmteil „Arbeit für Thüringen“ des Landesarbeitsmarktprogramms richtet sich daher speziell an Langzeitarbeitslose, an Jugendliche und junge Erwachsene ohne Berufsabschluss, an Über-50-Jährige mit Qualifizierungsdefiziten sowie an Menschen mit Behinderungen. 24 regionale Integrationsprojekte aus den Landkreisen und kreisfreien Städten mit insgesamt 83 Betreuerinnen und Betreuern sollen sich um diesen Personenkreis kümmern. Sie fungieren als Lotsen, Coaches und Ansprechpartner: Sie beraten, begleiten, motivieren und suchen nach den passenden Qualifizierungsangeboten und Jobs. Angestrebt wird ein Verhältnis von einem Begleiter auf 40 Arbeitsuchende. Heute findet in Erfurt die Auftaktveranstaltung statt, auf der sich die Geschäftsführer der Träger und Kooperationspartner der Integrationsprojekte treffen.

Während die Arbeitslosigkeit in Thüringen in den vergangenen Monaten unter die 10-Prozent-Hürde (Juli 2010: 9,6 Prozent) zurückgegangen ist, hält sich der hohe Anteil von Langzeitarbeitslosen, der im Juli bei rund 35.200 (31 Prozent) lag. Auch ist der Anteil älterer Menschen hoch: Rund 62.000 Arbeitslose (55 Prozent) sind in Thüringen über 50 Jahre alt. Sie sollen eine neue Chance bekommen. „Über das Landesarbeitsmarktprogramm wollen wir rund 2.000 Arbeitssuchende im Jahr qualifizieren und in eine dauerhafte Beschäftigung oder eine weiterführende Maßnahme lotsen“, sagte Machnig. Dabei werden die Fördermöglichkeiten des Europäischen Sozialfonds und nach den Sozialgesetzbüchern II und III genutzt wie Qualifizierungsförderung oder Einstellungszuschüsse. Für das Landesarbeitsmarktprogramm stellt das Land pro Jahr 15 Millionen Euro – im laufenden Jahr noch 12 Millionen Euro – zur Verfügung. Rund 8 Millionen Euro pro Jahr sind für den Programmteil „Arbeit für Thüringen“ vorgesehen. „Auf der einen Seite gibt es unbesetzte Stellen, auf der anderen Leute ohne Jobs“, so der Minister. Das Landesarbeitsmarktprogramm solle dazu beitragen, diese Lücke zu schließen.

Larissa Schulz-Trieglaff