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Medieninformation
Machnig: Wir brauchen Mindestlohn für Leiharbeit
Thüringen: 2,8 Prozent der Beschäftigten sind Leiharbeiter
In Deutschland gibt es rund 750.000 Leiharbeitnehmer, das sind 2 Prozent der Beschäftigten. Nur 7 Prozent von ehemals arbeitslosen Leiharbeitern finden nach zwei Jahren eine dauerhafte Beschäftigung. Dies ergab eine Studie, die das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) durchgeführt hat. In Thüringen ist die Leiharbeit ebenfalls verbreitet: In 2009 gab es rund 20.400 Leiharbeitnehmer (15.000 Männer, 5.500 Frauen). Das sind 2,8 Prozent aller Beschäftigten, damit liegt der Freistaat über dem Bundes-durchschnitt. „Die Bilanz ist ernüchternd“, so der Thüringer Wirtschaftsminister Matthias Machnig. „Die Leiharbeit hat sich zu einem prekären Beschäftigungsverhältnis entwickelt, das zu einem Fahrstuhl nach unten werden kann.“Eigentlich sollte die Leiharbeit in einem Unternehmen die Ausnahme sein und nur zur Überbrückung von Auftragsspitzen eingesetzt werden. Auch sollte sie Arbeitslosen als Brücke in eine reguläre Beschäftigung dienen. „Davon kann nicht mehr die Rede sein“, so Machnig. „Leiharbeit wird in Unternehmen immer mehr zur Regel und ermöglicht immer seltener einen Aufstieg.“ Auch Thüringen bestätigt den deutschlandweiten Trend: Im Regionalbezirk der BA Thüringen und Sachsen-Anhalt hat die Leiharbeit in den vergangenen 10 Jahren stark zugenommen: 1999 gab es rund 14.300 Leiharbeitnehmer, 2009 waren es 23.300. In den Krisenjahren waren die Zahlen noch einmal höher (2007: rund 32.500, 2008: rund 35.500). 2009 gab es in Thüringen und Sachsen-Anhalt etwa 1.120 Verleihbe-triebe.
Laut IAB finde nur eine Minderheit eine reguläre Beschäftigung. Die Mehrheit der Leiharbeitnehmer komme aus der Spirale Leiharbeit nicht heraus. Der Abwärtstrend kann sich im nächsten Jahr noch verstärken, wenn ab 1. Mai in der EU die volle Arbeitsnehmer-Freizügigkeit gilt. Diese Entwicklung ist gefährlich, so der Minister. Da immer mehr Un-ternehmen reguläre Beschäftigung durch Leiharbeitsplätze ersetzen, könne das gesamte Lohngefüge heruntergezogen werden. „Wir brauchen einen Mindestlohn für die Leiharbeitsbranche“, fordert der Minister. Bundesarbeitsministerin von der Leyen müsse sich jetzt dafür stark machen, dass der Mindestlohn kommt.
Larissa Schulz-Trieglaff