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Medieninformation
Machnig: Perspektive „Green Mobility“ nutzen
Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung zur Zukunft der Automobilbranche in Thüringen
Eine Brancheninitiative „Green Mobility“ kann auf die volle Unterstützung der Thüringer Landesregierung setzen. Das sagte Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig heute in Eisenach auf einer Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung zum Thema „Alles überstanden oder vor dem bitteren Ende? Die Automobilbranche in Westthüringen“. Erste Vorgespräche mit der Industrie habe es bereits gegeben. „Nachhaltige Mobilität ist ein Leitmarkt der Zukunft“, sagte Machnig. Experten gehen von einem weltweiten Marktvolumen von 200 bis 300 Milliarden Euro im Jahr 2020 aus. „Automobilwirtschaft und Zulieferbranche in Thüringen tun gut daran, rechtzeitig auf diesen Zug aufzuspringen.“ Das Land werde entsprechende Aktivitäten im Rahmen der Forschungs- und Qualifizierungsförderung sowie durch den Ausbau der notwendigen Infrastruktur unterstützen.Die Entwicklung der Automobilbranche in Thüringen bis zur Krise sieht der Wirtschaftsminister als Erfolgsgeschichte: Zwischen 1995 und 2008 seien der Umsatz um 186 Prozent, die Beschäftigung um 118 Prozent gewachsen. Trotz des Konjunkturrückgangs sei der Fahrzeugbau mit 3,1 Milliarden Euro nach wie vor die umsatzstärkste Industriebranche in Thüringen und beschäftige rund 13.500 Mitarbeiter. In der Finanz- und Wirtschaftskrise habe die Branche allerdings einige herbe Rückschläge einstecken müssen, so Machnig weiter: Allein in Thüringen betrug der Umsatzrückgang 26,5 Prozent, die Beschäftigung war um 5,6 Prozent rückläufig. „Die Automobilindustrie gehört zu den am stärksten von der Krise betroffenen Unternehmen in Thüringen“, erklärte der Minister: „Eine grundlegende Besserung ist in diesem Jahr noch nicht zu erwarten.“
Deshalb müsse alles dafür getan werden, um die Unternehmen zu sichern und neue Wachstumsperspektiven zu entwickeln. „Das betrifft die Branche insgesamt, das betrifft aber auch ein Leuchtturm-Unternehmen wie Opel Eisenach“, so der Minister. Die Landesregierung werde sich dafür einsetzen, den Standort langfristig zu sichern und zu stärken. Zugleich dürfe das Thema Opel im Bundeswirtschaftsministerium nicht auf die lange Bank geschoben werden. Deshalb wenden sich die Ministerpräsidenten der Opel-Standortländer in einem Brief an Bundeswirtschaftsminister Brüderle und fordern eine schnelle Aufnahme der Gespräche zur Opel-Zukunft. „Es genügt nicht, immer nur auf offene Fragen und Probleme zu verweisen“, sagte Machnig. Brüderle verwalte nur, das sei für einen Wirtschaftsminister und die Unternehmen zu wenig. „Bund und Länder müssen jetzt an einen Tisch, um das Thema auch auf politischer Ebene voranzubringen.“ Es gehe darum, zügig das gemeinsame Vorgehen festzulegen. „Vor allem wollen wir als Länderminister vollständig in den Prozess der Entscheidungsfindung einbezogen werden.“
Stephan Krauß