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Machnig: Energiewende ist Voraussetzung für künftigen wirtschaftlichen Erfolg

Minister eröffnet Betriebsrätekonferenz der Vattenfall Europe AG in Suhl

„Die Qualität eines Wirtschaftsstandorts wird in Zukunft vor allem durch die Frage der Energie- und Ressourcenkosten bestimmt.“ Das sagte Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig heute auf der Betriebsrätevollkonferenz der Vattenfall Europe AG in Suhl. Thüringen werde auf diese Herausforderung mit einem verstärkten Ausbau der erneuerbaren Energien antworten: „Wir brauchen eine Energiewende, die bezahlbare Energiepreise mit Impulsen für die wirtschaftliche Entwicklung verbindet.“

Wirtschaftlicher Erfolg hängt immer stärker von Energie- und Ressourcenfragen ab, führte der Minister aus: „Bereits heute sind die Energie- und Ressourcenkosten in der Produktion doppelt so hoch wie die Arbeitskosten.“ Durch mehr Energieeffizienz könne oftmals eine deutliche Kostensenkung und eine höhere Wettbewerbsfähigkeit erreicht werden.

Von der Energiewende werde nicht zuletzt die Thüringer Wirtschaft profitieren, ist Machnig deshalb überzeugt. „Grüne Technologien sind ein wichtiger Innovations- und Wachstumstreiber der Zukunft“, machte der Minister deutlich. „Die Landesregierung hat sich deshalb vorgenommen, Thüringen zu einem der besten und attraktivsten Green-Tech-Standorte in Deutschland auszubauen.“ Die Voraussetzungen dafür seien gut: Bereits jetzt verfüge Thüringen über enorme Potentiale im Bereich der grünen Technologien. Bei den erneuerbaren Energien sei das Land mit einem Anteil von 18,8 Prozent am Primärenergieverbrauch sogar schon heute bundesweiter Spitzenreiter.

Machnig betonte: „Laufzeitverlängerungen für Kernkraftwerke sind eine Innovationsbremse.“ Durch längere Laufzeiten werden Milliarden-Investitionen in die erneuerbaren Energien blockiert, von denen nicht zuletzt der deutsche Mittelstand profitieren würde. Der Minister teilt damit die Bedenken, die zuletzt auch die kleinen und mittleren Stromversorger in Deutschland sowie der Verband der kommunalen Unternehmen (VKU) gegen eine Laufzeitverlängerung vorgetragen hatten. Dem gegenüber forderte Machnig klare und verlässliche Rahmenbedingungen der Politik für die Nutzung regenerativer Energieträger: „Vor allem die Einspeisevergütung für Strom aus erneuerbaren Energien hat sich bewährt.“ Gerade in Ostdeutschland seien die Erneuerbaren eine Erfolgsstory: „Das darf jetzt nicht auf das Spiel gesetzt werden.“

Die alljährliche Betriebsrätevollkonferenz der Vattenfall Europe AG findet in diesem Jahr im südthüringischen Suhl statt. Auf der Veranstaltung, an der rund 450 Betriebsräte des Unternehmens aus ganz Deutschland teilnehmen, soll die Lage des Konzerns mit der Unternehmensführung diskutiert werden. Außerdem geht es um politische Fragen wie den zukünftigen Energiemix in Deutschland und die Forderung der EU-Kommission nach einer Ausgliederung der Netze. Vattenfall unterhält in Thüringen u.a. diverse Pumpspeicher- und Laufwasserkraftwerke, eine Ausbildungsstätte, Umspannwerke und die Süd-West-Kuppelleitung.

Stephan Krauß