Freistaat Thüringen Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit

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19. November 2005

Sozialminister Dr. Klaus Zeh zeichnet 11 verdiente Bürger mit der „Thüringer Rose“ aus

Erfurt/Wartburg bei Eisenach - Der Thüringer Minister für Soziales, Familie und Gesundheit, Dr. Klaus Zeh (CDU) hat am Samstag, dem 19. November 2005, dem Tag der Heiligen Elisabeth an 11 verdiente Bürger auf der Wartburg die Auszeichnung „Thüringer Rose“ für ehrenamtliche Sozialarbeit verliehen. An der Veranstaltung hat erstmals auch die Präsidentin des Thüringer Landtages, Prof. Dagmar Schipanski, teilgenommen.

Die Auszeichnung wurde 1993 geschaffen und wurde zum 13. Mal verliehen. Die Vorschläge kamen von Wohlfahrtsverbänden, Landratsämtern, Bürgermeistern sowie anderen Institutionen, Organisationen und Privatpersonen.

Die Thüringer Rose erinnert an das "Rosenwunder" der Heiligen Elisabeth.

Gruppenfoto
Gruppenfoto

Die Festveranstaltung wurde durch die Staatskapelle Weimar musikalisch umrahmt.

Orchester
Orchester


Die Preisträger 2005

Anna und Christian Baumann (Kleinbodungen)

Anna und Christian Baumann
Anna und Christian Baumann (Kleinbodungen)

Das Ehepaar Baumann hat sich auf einem Gebiet engagiert, dessen Bedeutung in den letzten Jahren zunehmend erkannt wird: die Sterbe- und Trauerbegleitung. Sie, Herr und Frau Baumann, haben die Hospizgruppe Bleicherode und Umgebung mitbegründet. Sie haben die Hospizidee dort überhaupt erst richtig bekannt gemacht. Außerdem ließen Sie sich selbst als Trauerbegleiter ausbilden. Diese und viele andere Weiterbildungen haben sie selbst finanziert. Vor ca. zwei Jahren haben Sie einen Trauerkreis gegründet, der Betroffenen eine wichtige Hilfe bei der Bewältigung ihrer schwierigen Situation bietet. Mit Kreativkursen und einer steten Gesprächsbereitschaft sind Sie auf sehr einfühlsame Weise für Ihre Mitmenschen da.


Barbara Hermle (Weimar)

Barbara Hermle
Barbara Hermle (Weimar)

Frau Hermle ist Leiterin des Obdachlosenheimes in Weimar. Aus Ihrem christlichen Glauben heraus hat sie sich für eine Tätigkeit in der Sozialarbeit entschieden. Heute leitet sie das Heim mit rund 60 Bewohnern - Menschen, die aus der Bahn geworfen wurden, die suchtkrank sind, die ohne dieses Angebot auf der Straße leben müssten. Ihre Arbeit ist nicht leicht. Sie braucht oft ein gewisses Durchsetzungsvermögen. Zugleich braucht sie aber auch ein großes Herz für die ihr anvertrauten Menschen. Und dieses große Herz hat sie.


Dorothea Kemmler (Niedernissa)

Dorothea Kemmle
Dorothea Kemmler (Niedernissa)

Frau Kemmler ist selbst Mutter von sieben Kindern. Ende vergangenen Jahres hat sie zusätzlich ein sechsjähriges Pflegekind aufgenommen. Es leidet an chronischen Krankheiten und psychischen Belastungen. Seit Januar lebt auch der Bruder des Mädchens bei der Familie. Mit ihrem Mann hat sie sich schon früher immer wieder um Kinder aus sozial schwachen Familien gekümmert. Es ist bewundernswert, wie sie trotz geringer finanzieller Mittel liebevoll für diese Kinder sorgen. Kinder brauchen Liebe, Fürsorge und Schutz. All das geben sie ihnen.


Ernst Klinkhardt (Nazza)

Ernst Klinkhardt
Ernst Klinkhardt (Nazza)

Auch ehrenamtlicher Einsatz auf kulturellem Gebiet verdient Anerkennung. Herr Klinkhardt, widmet seit vielen Jahrzehnten sein Leben der Musik. In diesem Jahr hat er sein 60-jähriges Bühnenjubiläum gefeiert. Mit 76 Jahren ist er ein Vorbild und nicht wegzudenken aus dem kulturellen Leben der Heimatgemeinde Nazza. Er leitet zwei Chöre und zwei Blasorchester, ist seit 30 Jahren Organist in der Kirche, bildet musikalischen Nachwuchs aus und pflegt die volkstümliche und mittelalterliche Musik. Musik macht unser Leben reich. Er hat vielen Menschen diesen Reichtum vermittelt!


Eleonore Milewski (Hermsdorf)

Eleonore Milewski
Eleonore Milewski (Hermsdorf)

Das Jahr 1989 markiert einen Bruch - auch für Frau Milewski. 1989 erkrankte ihr Mann an Schizophrenie. Dieses Ereignis hat das Leben ihrer Familie grundlegend verändert. Sie hat darauf reagiert, indem sie in der Selbsthilfe aktiv wurde. Seit 1995 leitet sie im Saale-Holzland-Kreis eine der größten Selbsthilfegruppen Thüringens und gibt immer wieder Hilfestellung bei der Gründung neuer Gruppen. Auch im Landesvorstand ist sie aktiv. Darüber hinaus ist sie als "Kräuterfrau" bekannt und vermittelt anderen ihr Wissen. Sie betreut schwer kranke Menschen. Sie hält Vorträge an Schulen über ihre Erlebnisse in der Nazi-Zeit.


Rosemarie Richter (Günserode)

Rosemarie Richter
Rosemarie Richter (Günserode)

Freiwilliges soziales Engagement muss keineswegs immer in einem Verein oder einer Organisation geschehen. Frau Richter ist in dem kleinen Ort Günserode im Kyffhäuserkreis so etwas wie die "gute Seele des Dorfes". Völlig selbständig betreut sie ältere Mitbürger. Das reicht von Krankenbesuchen und kleinen Hilfeleistungen bis hin zur Ausrichtung von regelmäßigen Treffen, Feiern und Reisen. Gerade in einem Ort, der keine Freizeiteinrichtungen besitzt, trägt das entscheidend zur Lebensqualität bei. Ihr Einsatz sorgt dafür, dass die vielen Senioren ihr Dorf als wirkliche Heimat empfinden können.


Maik und Sabine Rodeck (Wachenbrunn)

Maik und Sabine Rodeck
Maik und Sabine Rodeck (Wachenbrunn)

Familie Rodeck wurde geehrt, weil sie anderen Menschen in einer tragischen Notsituation aufopferungsvoll geholfen hat. Einen Tag vor Heiligabend 2004 brannte das Haus einer Familie in Themar nieder. Dabei kamen die beiden Söhne ums Leben. Sie standen in den folgenden Wochen den Eltern, die alles verloren hatten, auf vorbildliche Weise bei. Sie nahmen sie in ihre Familie auf, kleideten sie neu ein, kümmerten sich um eine neue Wohnung, erledigten Behördengänge, leisteten vor allem auch seelischen Beistand. Sie haben mit ihrer Hilfe die Betroffenen davor bewahrt, an diesem Schicksalsschlag zu zerbrechen.


Maria Rudolph (Breitenworbis)

Maria Rudolph
Maria Rudolph (Breitenworbis)

Frau Rudolph kümmert sich seit rund fünf Jahren um die Bewohner des Altenpflegeheimes in Breitenworbis. Als das Heim noch ein Krankenhaus war, hat sie dort Kochen gelernt. Nun ist sie wieder dort aktiv. Zweimal in der Woche pflegt sie die älteren Menschen und unterstützt so die Arbeit der hauptberuflichen Pflegekräfte. Mit ihrer frohen und tatkräftigen Art stößt sie auf großen Anklang. Die Senioren fragen immer schon, "ob Maria heute kommt". Für ihren Einsatz zugunsten pflegebedürftiger Menschen erhielt sie die Thüringer Rose.


Eva Schmeltzer (Steinrode)

Eva Schmeltzer
Eva Schmeltzer (Steinrode)

Ein hohes Alter ist nicht unbedingt ein Hindernis für ehrenamtliches Engagement. Dafür ist Frau Schmeltzer der lebendige Beweis. Im Juni wurde sie 80 Jahre alt. Aber sie ist noch ungeheuer vital. Diese Vitalität stellt sie in den Dienst ihrer Mitmenschen. In ihrer Heimatgemeinde Steinrode führt sie Rentnernachmittage und Vorträge durch - inklusive Kuchenbacken, Programmgestaltung und abschließendem Saubermachen. Bis Frühjahr dieses Jahres war sie zudem Kirchendienerin, läutete die Glocken, verwaltete die Schlüssel, sorgte für Ordnung. Mit ihrem heiteren Gemüt ist sie eine positive treibende Kraft gerade für die Senioren in ihrem Ort.


Gudrun Wegner (Nordhausen)

Gudrun Wegner
Gudrun Wegner (Nordhausen)

Frau Wegner ist ebenfalls auf diesem Feld aktiv. Seit 15 Jahren leitet sie die Selbsthilfegruppe Eltern behinderter Kinder im Südharz mit großem persönlichem Engagement. Als selbst Betroffene ist sie zur Ansprechpartnerin für Rat- und Hilfesuchende geworden. Kompetent und warmherzig, aber auch energisch hilft sie bei der Lösung von Problemen - z. B. im Kontakt mit Kranken- und Pflegekassen oder bei Betreuungsfragen. 28 behinderte Kinder mit ihren Familienangehörigen gehören zur Gruppe. Alle verdanken ihr viel und freuen sich mit ihr über diese Auszeichnung!


Ilse Zedler (Erfurt)

Ilse Zedler
Ilse Zedler (Erfurt)
Frau Zedler wirkt in der Selbsthilfe. In ihrem Fall geht es um die Aphasie. Dieser Begriff bezeichnet Sprachstörungen, wie sie z. B. nach einem Schlaganfall auftreten können. Sie hat bereits das 89. Lebensjahr erreicht. Trotzdem ist sie eine tragende Säule der Erfurter Aphasiker-Gruppe. Voller Tatkraft organisiert sie Veranstaltungen, veröffentlicht Berichte, unterstützt andere Betroffene und gibt ihnen Mut und Kraft. Obwohl sie selbst durch einen Schlaganfall an Aphasie leidet, opfert sie viel Zeit für ihre Gruppe.