Freistaat Thüringen Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit

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Aufarbeitung Heimerziehung in der DDR

Bundesregierung und ostdeutsche Länder haben Bericht zur Heimerziehung in der DDR vorgestellt

Sozialministerin Heike Taubert (SPD): „Allen Betroffenen meine persönliche Wertschätzung – verbunden mit dem Ausdruck des tiefen Bedauerns“

Für viele der Säuglinge, Kinder und Jugendlichen in den Heimen der DDR gehörten Zwang und Gewalt zum Alltag. Das ist das Ergebnis des Berichts „Aufarbeitung der Heimerziehung in der DDR“. Dieser wurde Ende März vom Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Hermann Kues, gemeinsam mit dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium des Inneren, Dr. Christoph Bergner, und den zuständigen Ministerinnen und Ministern aus den ostdeutschen Ländern, darunter die Thüringer Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit, Heike Taubert (SPD), in Berlin vorgestellt.

Vor knapp zwei Jahren hatte die Thüringer Sozialministerin in Thüringen einen „Arbeitskreis Misshandlung/Missbrauch in ehemaligen DDR-Kinderheimen und Jugendwerkhöfen“ etabliert und in den neuen Bundesländern eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema angeregt. „Der vorgelegte Bericht bestätigt nachdrücklich, was bisher mehr als 500 Betroffene in der Thüringer Anlauf- und Beratungsstelle über ihr persönliches Schicksal in den Kinderheimen und Jugendwerkhöfen geschildert haben. Viele der ehemaligen Heimkinder sprachen dabei zum ersten Mal über die Tatsache, im Heim gewesen zu sein und über das dort Erlebte. Deshalb möchte ich gegenüber allen Betroffenen meine persönliche Wertschätzung – verbunden mit dem Ausdruck des tiefen Bedauerns – zum Ausdruck bringen“, sagte die Thüringer Sozialministerin Heike Taubert.

„Das Leid der Betroffenen der Heimerziehung, ob in Ost oder West, berührt alle“, erklärte der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Hermann Kues. „Nachdem wir den Fonds Heimerziehung West eingerichtet haben, ist es mir auch ein persönliches Anliegen, dass wir nun denjenigen helfen, die unter der Heimerziehung in der DDR gelitten haben. Der heute vorgestellte Bericht ist ein erster Schritt zur Aufarbeitung dieses Kapitels in der Geschichte der DDR. Der nächste wichtige Schritt ist die Einrichtung des Fonds ‚Heimerziehung in der DDR in den Jahren von 1949 bis 1990‘ zum 1. Juli dieses Jahres. Damit können wir das Unrecht nicht ungeschehen machen. Aber beide Fonds können den Betroffenen helfen, die Folgen dessen, was sie in den Heimen erlebt und durchlitten haben, zu mildern oder zu überwinden.“

Auf der Grundlage des Berichts „Aufarbeitung der Heimerziehung in der DDR“ kommen die Bundesregierung und die ostdeutschen Länder zu der Einschätzung, dass 

  • Zwang und Gewalt für viele Säuglinge, Kinder und Jugendliche in DDR-Heimen eine alltägliche Erfahrung waren
  • in Spezialheimen der Jugendhilfe den Betroffenen Bildung verweigert wurde, sie zur Arbeit gezwungen und allgemein die Menschenrechte verletzt wurden
  • die Erlebnisse in den Heimen zu massiven Beeinträchtigungen der Lebenschancen und Entwicklungspotentialen der Betroffenen geführt haben, die über den Heimaufenthalt hinaus bis heute nachwirken
  • viele Betroffene an den Spätfolgen, schlechten beruflichen Chancen, Stigmatisierungen und psychischen Traumatisierungen leiden.

Bund und ostdeutsche Länder wollen daher den Betroffenen Hilfen bei der Bewältigung von Folgen der Heimerziehung in der DDR und deren Aufarbeitung anbieten. Dazu soll ein Hilfesystem nach dem Vorbild des Fonds Heimerziehung West geschaffen werden. Der Bund und die ostdeutschen Länder werden für den geplanten Fonds insgesamt 40 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Darüber hinaus sollen Anlauf- und Beratungsstellen in den ostdeutschen Ländern eingerichtet werden, die den Betroffenen bei der Aufarbeitung ihrer Lebensgeschichte, bei der Suche nach ihren Akten und beim Zugang zu Hilfeleistungen und Rentenersatzleistungen aus dem Fonds helfen. Ein kostenloses Infotelefon, erreichbar unter 0800 / 100 49 00, gibt den Betroffenen zudem Auskunft über die zuständigen Informationsstellen in den Ländern.

Grundlage des Berichts sind die Ergebnisse von drei Expertisen zur Heimerziehung in der DDR, die sich mit den Themenfeldern Rechtsfragen, Erziehungsvorstellungen und Bewältigung von Traumatisierungen beschäftigten. In die Erstellung des Berichtes haben Bund und Länder Betroffene der DDR-Heimerziehung einbezogen. Diese haben ihre Erfahrungen und Forderungen in einem eigenen Berichtsteil dargelegt.

Fachtagung: "Heimerziehung in der DDR“ am 12. Oktober 2012 im Thüringer Landtag

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Weitere Links zum Thema Heimerziehung in der DDR

Icon externer Link Fonds Heimerziehung
Hier finden Sie Informationen zu den Fonds Heimerziehung in der BRD und der DDR sowie Kontaktdaten der Informationsstellen in den ostdeutschen Ländern und Berlin.

Weitere Infos zum Thema Heimerziehung in der DDR

Download-Icon Informationen für ehemalige Heimkinder der DDR / Thüringer Anlauf- und Beratungsstelle
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Download-Icon (Zu)Hören - Erfahrungen aus Gesprächen mit ehemaligen DDR-Heimkindern
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Download-Icon JFMK-Beschluss 2011 zur Heimerziehung in der DDR
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Download-Icon Bundestagsbeschluss 2011 zur Heimerziehung in der DDR
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Download-Icon Bericht zur Aufarbeitung der Heimerziehung in der DDR
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Download-Icon Expertisen zur Aufarbeitung der Heimerziehung in der DDR
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