
Springen Sie direkt zu einem der folgenden Seitenbereiche:
Altbergbau, Schiefertagebau; Foto: TLBA
|
Die Thüringer Bergverwaltung ist zweistufig aufgebaut. Die Oberste Bergbehörde ist das Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz. Das nachgeordnete Thüringer Landesbergamt ist als Vollzugsbehörde
zuständig für alle bergbaubezogenen Genehmigungen und die Überwachung.
Altbergbau Kamsdorf, Foto: TLBA
|
Eine weitere Aufgabe ist die Überwachung der rund 3.000 Altbergbauobjekte in Thüringen. Obwohl bereits viel getan wurde, ist auch in Zukunft eine intensive Kontrolle der Gefährdungspotentiale notwendig.
Zudem muss auf Bergschadensereignisse unverzüglich reagiert werden, um die öffentliche Ordnung und Sicherheit zu gewährleisten. Auch präventive Maßnahmen müssen getroffen werden.
Der
Geologische Landesdienst sammelt Informationen zu den hydrologischen und geologischen Verhältnissen Thüringens einschließlich der Böden, des Grundwassers, des Baugrundes und der Lagerstätten. Die aufbereiteten Informationen werden den Thüringer Behörden, der Wissenschaft, Wirtschaft und den Bürgern zur Verfügung gestellt. So wird auch die Bevölkerung über den Aufbau des Untergrundes von Thüringen unterrichtet. Zudem begleitet der Geologische Landesdienst fachlich die Thüringer Geoparks bei Aufbau und Zertifizierung. Derzeit gibt es vier Geoparks in Thüringen:
Sanierter Tagebau der Wismut Lichtenberg bei Ronneburg, Foto: TLBA
|
Begleitend zur Sanierung der radioaktiv kontaminierten Hinterlassenschaften im ehemaligen Ostthüringer Uranerz-Abbaugebiet durch die Wismut GmbH wird die
bergbaubedingte Umweltradioaktivität überwacht. Die gesetzlichen Vorgaben für die erforderliche Emissions- und Immissionsüberwachung der Wismut-Anlagen enthält §118 der Strahlenschutzverordnung. Die
Richtlinie zur Emissions- und Immissionsüberwachung bei bergbaulichen Tätigkeiten - (REI-Bergbau) vom 11.08.1997 untersetzt diese Regelungen für den gesamten Bereich der bergbaulichen Tätigkeiten in den neunen Bundesländern.
Das Thüringer Umweltministerium genehmigt und beaufsichtigt alle Anwendungen im Zusammenhang mit Kernbrennstoffen. Das Ministerium ist zudem verantwortlich für die Transporte von Kernbrennstoffen durch Thüringen. Als oberste Landesbehörde nach Strahlenschutzvorsorgegesetz koordiniert es die Entsorgung radioaktiver Stoffe. Darüber hinaus übernimmt es weitere Aufgaben im Strahlenschutz im Zusammenhang mit der Fachaufsicht über nachgeordnete Behörden.
Zur Entsorgung radioaktiver Abfälle hat Thüringen einen Entsorgungsverbund mit dem Freistaat Sachsen vertraglich vereinbart, dem mittlerweile auch das Land Sachsen-Anhalt beigetreten ist. Die Vereinbarung aus dem Jahr 1994 hat sich bewährt.
in-situ-Messung im Gelände, Foto: TLUG
|
Von nachhaltiger Bedeutung für den Schutz von Mensch und Umwelt bei der Anwendung radioaktiver Stoffe ist die ständige
Kontrolle der Umweltradioaktivität.
Bereits Anfang der Neunziger Jahre begann Thüringen mit der Einrichtung des
„Integrierten Mess- und Informationssystems zur Erfassung der Umweltradioaktivität“ (IMIS) des Bundes und entwickelte es ständig weiter. Bei der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie wurden zwei Messstellen eingerichtet, die nach den Vorgaben des
Strahlenschutzvorsorgegesetzes in ein umfangreiches Bundesmessnetz zur Erfassung der Umweltradioaktivität integriert sind. Zusätzlich werden, mit speziellen landesspezifischen Messprogrammen an neun Standorten mit besonders hoher Bevölkerungsdichte, die Gamma-Ortsdosisleistung automatisch erfasst und die Trinkwassertalsperren auf Radioaktivitätseinträge überwacht.
Damit werden in Thüringen radioaktive Immissionen künstlicher Radionuklide systematisch kontrolliert.
Die vorhandenen Messergebnisse schließen nachhaltig gesundheitliche Bedenken für die Thüringer Bevölkerung aus. Darüber hinaus steht ein effektives Instrumentarium zur Bewältigung radiologischer Notfälle zur Verfügung. Bei einem Reaktorunfall kann neben anderen Substanzen auch radioaktives Jod freigesetzt und über ein großes Gebiet verbreitet werden. Durch die rechtzeitige Einnahme von hochdosierten Jodtabletten kann die Aufnahme des Radiojods in die Schilddrüse mit seiner schädlichen Wirkung verhindert werden. Die Thüringer Landesregierung hat deshalb ein Konzept erarbeitet, das im Ereignisfall insbesondere die Alarmierung und Information der Bevölkerung sowie die Logistik für die Verteilung von Jodtabletten enthält (
Jodprophylaxe).
Für die Strahlenexposition des Menschen sind auch die beim Kernzerfall aus Radon entstehenden kurzlebigen Folgeprodukte von Bedeutung. Deshalb wurde eine
Prognose der Radonverfügbarkeit in Thüringen in Auftrag gegeben.