Freistaat Thüringen Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz

Inhalt

Thüringens Vielfalt bewahren

Zur langfristigen Bewahrung der biologischen Vielfalt in Thüringen engagiert sich die Landesregierung aktiv in den folgenden Bereichen:

Grüne Landkarte von Thüringen mit angedeuteten Pflanzen und Naturschutzgebietsschild

Vielfalt dokumentieren

Nur was wir kennen, können wir schützen! Unsere gemeinsame landesweite Datengrundlage sind die in den 1990er Jahren begonnenen Artenerfassungen und Biotopkartierungen. So stehen z.B. über die Verbreitung von Farn- und Blütenpflanzen in Thüringen flächendeckend Daten zur Verfügung. Der Gefährdungszustand von Arten und Lebensräumen wird alle zehn Jahre in den Roten Listen Thüringens veröffentlicht. Aktuell gilt die 3. Fassung aus dem Jahr 2011.

Beutelmeise am Eingang ihres kunstvoll gefertigten Beutelnests

Vielfalt schützen

So vielfältig wie die natürliche Ausstattung Thüringens ist, so vielfältig müssen auch die Aktivitäten zu ihrem Schutz sein! Derzeit schützt die Landesregierung Artenvorkommen, Lebensräume und Landschaften in Thüringen vor allem durch folgende Instrumente:

• die Beteiligung am europäischen Schutzgebietsnetz  Natura 2000,
• spezielle Artenhilfsmaßnahmen, z.B. für  Fledermäuse oder für Pflanzenarten wie den Frauenschuh,
• Ausweisung und Pflege von  Schutzgebieten,
• Durchführung von EU LIFE+ Projekten und Naturschutzgroßprojekten (siehe Marginalspalte) sowie
• durch Unterstützung von Landwirten, Verbänden, Vereinen und Kommunen mithilfe von  Vertragsnaturschutzprogrammen (z.B. KULAP) und mithilfe des Programms  „Entwicklung von Natur und Landschaft“ (ENL).

Luftbild des ehemaligen Grenzstreifens mit Feldern und Wäldern im Grünen Band

Vielfalt vernetzen

Der Begriff  Biotopverbund beschreibt die (Wieder-)Vernetzung von Lebensräumen – regional, auf Bundesebene, aber auch in Europa.
Warum ist das notwendig? Der zunehmende Nutzungsdruck auf die Landschaft lässt naturnahe Lebensräume immer mehr zu Inseln für Tiere und Pflanzen werden. Im Jahr 2009 etwa wurden in Thüringen täglich 2,7 Hektar neue Siedlungs- und Verkehrsflächen erschlossen. Wo Tiere und Pflanzen nicht mehr wandern können, ist ihr dauerhaftes Überleben in Gefahr. Thüringen beteiligt sich deshalb am bundesweiten Biotopverbundsystem und entwickelt ein Konzept zur Umsetzung. Thüringen hat einen 763 Kilometer langen Anteil (ca. 6400 Hektar Fläche) am  Grünen Band. Entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze existiert ein einzigartiges System von Lebensräumen. Es soll als zusammenhängender Korridor für die Ausbreitung wildlebender Tiere und Pflanzen erhalten bleiben.