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Kachstedter Salzwiesen

Kachstedter Salzwiesen
Kachstedter Salzwiesen mit Blick auf das Kyffhäusergebirge

Kachstedter Salzwiesen/ Versteckte Schönheit mit Aussicht

Wenn man in das drei Kilometer nordwestlich von Artern entfernte Kachstedt kommt, scheint die Zeit etwas langsamer zu verstreichen. Die Verbindungsstraße endet hier und man sieht gelegentlich, wie Einwohner mit Pferden ihr Land bestellen oder die Ernte einbringen.
Ortskundigen sind sicher die steilen Hänge um Kachstedt bekannt. Im zeitigen Frühjahr leuchten dort die gelben Blütensterne der Adonisröschen, im Sommer die roten Kirschen.

Dem Naturliebhaber bietet sich aber noch eine bisher wohl kaum bekannte Seltenheit. Am südwestlichen Ortsende, versteckt hinter dem Bahndamm der ehemaligen Kleinbahn, befinden sich salzbeeinflusste Feuchtwiesen und -weiden, die mit Entwässerungsgräben durchzogen sind. Zugegeben, die Salzflora ist nicht so leicht zu entdecken. Aber im Frühjahr, wenn die Rinder noch nicht auf der Weide sind und die Vegetation niedrig ist, lohnt es sich - am besten mit Stiefeln - auf Entdeckungsreise zu gehen. Wenn man später im Jahr die von Schilf beeinflussten Bereiche durchstreift, muss man sich ganz schön anstrengen. Jetzt kann man nachvollziehen, wie schwer es die kleinen und lichtliebenden Salzpflanzen haben und auf eine Befreiung vom übermächtigen Schilf warten.
Zu den besonders bemerkenswerten Arten zählen der Wilde Sellerie (Apium graveolens), das Salz-Hasenohr (Bupleurum tenuissimum) und die sehr seltene Gerstensegge (Carex hordeistichos). Die letztgenannte Art ist hier in Thüringen mit einem der größten Bestände Mittelthüringens anzutreffen. Insbesondere die Beweidung durch Rinder ist für ihr Wachstum förderlich.
Von den seit der floristischen Erforschung um Kachstedt bekannt gewordenen 31 Salzpflanzen können heute noch 24 angetroffen werden. Zu den verschollenen Arten gehören u. a. Queller (Salicornia europaea), Stielfrüchtige Salzmelde (Halimione pedunculata), Strandsode (Suaeda maritima) und Salztäschel (Hymenolobus procumbens).
Erwähnenswert ist, dass die umliegenden Feuchtgebiete in der Mitte des 19. Jahrhunderts trockengelegt und zu Ackerland umgewandelt wurden. Dabei gingen salzbeeinflusste Grünlandbereiche verloren, die sich ursprünglich bis Borxleben hinzogen. Auch die Kachstedter Salzwiese war zeitweilig Acker. Die allzu nassen Verhältnisse und der Salzgehalt des Bodens ließen aber keine nennenswerten Erträge zu. Nach Aufgabe des Ackerbaus fand eine erstaunliche Regeneration der Salzflora statt.

Strand-Milchkraut
Das Strand-Milchkraut in voller Blüte (Mai, Juni)

Ein Erlebnis sind hier aber nicht nur die Salzpflanzen. Mit etwas Glück sind Fasane zu beobachten und vom Bahndamm aus hat man einen wunderbaren Ausblick auf das Kyffhäusergebirge. Manche behaupten, es wäre der schönste überhaupt, den man auf das erhabene und geschichtsträchtige Gebirge hat.
Diese Komposition von unterschiedlichen Naturschönheiten machen die Reise nach Kachstedt zu einem besonderen Erlebnis.

Durch das EU-LIFE-Projekte wird es möglich, die kaum bekannten Salzwiesen bei Kachstedt der Öffentlichkeit näher zu bringen. Dies geschieht unter anderem durch das Aufstellen einer Informationstafel.