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Bioenergie in Thüringen

Biomasse wird in Thüringen als Energieträger immer beliebter. Im Freistaat hat die Biomasse aktuell einen Anteil von 86 Prozent an der Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen. Bioenergie wird auch künftig die wichtigste Säule im Energiemix der erneuerbaren Energien in Thüringen bleiben. Das erklärte Umweltminister Jürgen Reinholz heute (12.05.) auf einer Medienkonferenz in Erfurt.

Thüringen nimmt bei den erneuerbaren Energien eine führende Stellung in Deutschland ein. 2008 lieferten die Erneuerbaren einen Anteil von 14,9 % des Endenergieverbrauchs (EEV), die Biomasse hatte einen Anteil von mehr als 80 % (zum Vergleich Deutschland gesamt 8,1 %, davon ca. 70 % aus Biomasse).

Ausgewählte Eckdaten:

  • in Thüringen gibt es zurzeit (Stand 05/2011) etwa 180 Biogasanlagen mit 83 MW installierter elektrischer Leistung
  • die Errichtung von Biogasanlagen erfolgte und erfolgt in Thüringen vorrangig standortangepasst, d.h. über 90 % der Anlagen befinden sich in landwirtschaftlichen Betrieben
  • damit werden bereits mehr als 42 % der anfallenden flüssigen Wirtschaftsdünger (Rindergülle 47 %, Schweinegülle 31 %) in den Anlagen vergoren, allerdings bestehen hier noch große regionale Unterschiede
  • zum Vergleich: die Nutzung flüssiger Wirtschaftsdünger erfolgt im Bundesdurchschnitt nur zu ca. 12 %
  • neben Wirtschaftsdüngern kommen in den Biogasanlagen Futter- und Energiepflanzen, vor allem Mais und Getreide, aber auch ursprünglich als Futter geplante, aber nicht benötigte Aufwüchse vom Grünland zum Einsatz
  • hierfür werden etwa 30 000 ha landwirtschaftliche Fläche beansprucht (landwirtschaftliche Fläche in Thüringen insgesamt beträgt ca. 790.000 ha)
  • die strukturellen Probleme einiger Regionen in Deutschland mit ausuferndem Maisanbau und einer hohen Dichte von Biogasanlagen haben wir deshalb in Thüringen nicht

Darüber hinaus verfügt Thüringen über:

  • 12 Heizkraftwerke mit 560 MW thermischer und 124 MW elektrischer Leistung
  • 20 Heizwerke > 1 MW auf der Basis von Holz mit 140 MW thermischer Leistung
  • 1 Heizwerk > 1 MW auf der Basis von Stroh mit 1,7 MW thermischer Leistung
  • etwa 100 Heizwerke im Leistungsbereich 100 kW (thermisch) bis 1 MW (thermisch)
  • etwa 8.800 Heizanlagen < 100 kW (thermisch)

Die größten Reserven zum weiteren Ausbau der Bioenergie liegen bei den Reststoffen Stroh, Gülle und Stallmist sowie im Anbau von Energiepflanzen (theoretisch auf bis zu 30 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche). Das Waldholzpotenzial wird bereits zu großen Teilen genutzt. Große Reserven bestehen bei der Nutzung von schnell wachsenden Baumarten im Kurzumtrieb.

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Was versteht man unter Bioenergie?

Bioenergie umfasst das breite Feld der Wandlung von in Biomasse gespeicherter Energie in Nutzenergie. Oft erfolgt die Unterscheidung in feste, flüssige und gasförmige Bioenergierohstoffe.

Weitere Informationen:

www.thueringen.de/de/tll/pflanzenproduktion/bioenergie/