Inhalt
Rede des Ministers
Thüringer Kultusminister
Prof. Dr. Jens Goebel
Rede
VERLEIHUNG THÜRINGER FORSCHUNGSPREIS 2005
10. Mai 2006, 15.30 Uhr
Abbe-Wissenschaftszentrum, Beutenberg-Campus
Hans-Knöll-Straße 1, Jena
Anrede
Es liegt in der Natur des Menschen, nach Wissen zu streben, dieses Wissen permanent zu erweitern und zu vervollkommnen. Das hat uns schon Aristoteles gelehrt. Wissen und Forschung bilden die Quelle des Fortschritts. „Prinzipiell geht dieser Fortschritt in das Unendliche“ – sagt Max Weber (in: „Wissenschaft als Beruf“). Bildung, Wissenschaft und Forschung sind in der globalen Welt der Schlüssel für Wirtschaftswachstum und internationale Wettbewerbsfähigkeit.
Forschung und Entwicklung ist in Deutschland als wichtiges Thema auf der Tagesordnung der Politik. Ich erinnere an
- den Pakt für Forschung und Innovation von Bund und Ländern, der den großen Forschungsorganisationen jedes Jahr mindestens drei Prozent mehr Mittel zur Verfügung stellt;
- aber auch an die Exzellenzinitiative, mit der Bund und Länder neue Maßstäbe gesetzt und neue Impulse ausgelöst haben.
Auch auf europäischer Ebene gibt es für Forschung kräftigen Rückenwind. Noch vor wenigen Jahren hat die EU vorrangig auf Subventionen gesetzt. Die Lissabon-Strategie offenbart hier einen Paradigmenwechsel. In ihr haben sich die EU-Mitgliedsstaaten darauf verpflichtet, bis zum Jahr 2010 drei Prozent ihres Bruttosozialprodukts für Forschung und Entwicklung zur Verfügung zu stellen.
Wir müssen alles dafür tun, damit die Spitzenforschung in Deutschland nicht in außeruniversitäre Forschungseinrichtungen abwandert, weil dort oft bessere finanzielle Bedingungen existieren und die Lehre wegfällt. Lehrendes Forschen und forschende Lehre müssen auch morgen noch Grundmaxime der Hochschulen sein. Die besten Forscher gehören möglichst nah zu den Studierenden.
Das Thema Forschung ist in Deutschland in aller Munde – spätestens seit der Exzellenzinitiative der Bundesregierung deren erste „Auswahlrunde“ abgeschlossen ist und auf deren zweite Runde sich die Universitäten (auch in Thüringen) vorbereiten.
Und es ist gut, dass Forschung, die sich ja oft im stillen Kämmerlein oder Labor abspielt und deren Ergebnisse meist nur von einer eingeweihten Minderheit von Experten des jeweiligen Fachgebietes wahrgenommen werden, ins Licht der Öffentlichkeit tritt. Nicht nur weil die Öffentlichkeit viel Geld investiert, um Forschung zu ermöglichen. Sondern vor allem, weil Forschung entscheidend mithilft, die Welt in der wir Leben immer besser zu verstehen und sie entsprechend zu gestalten.
Von Friedrich Nietzsche stammt der Satz, das Leben sei es „wert, erkannt zu werden“.
1 Dies versucht die Wissenschaft und schafft damit die Grundlagen für viele Bereiche unseres Lebens. Dieser Fortschritt ist die Brücke in die Zukunft unserer Gesellschaft. Innovationen auf höchstem Niveau sind die Pfeiler, die die Zukunft tragen. Besonders in einem Land, das auf hohem Lebensstandard lebt und diesen auch erhalten will.
Auch der Freistaat Thüringen hat deshalb viel in die Forschungsinfrastruktur und in Forschungsprojekte investiert. Und er lobt seit 1995 den „Thüringer Forschungspreis“ für herausragende Forschungs- und Entwicklungsleistungen in den Kategorien „Grundlagenforschung“ und „Angewandte Forschung“ sowie für Entwicklungen mit erheblicher wirtschaftlicher Relevanz den „Transferpreis“ aus.
Zur diesjährigen, elften Verleihung der Preise darf ich Sie alle herzlich grüßen und willkommen heißen.
Wir ehren heute Forscherpersönlichkeiten aus Thüringer Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, die mit ihren herausragenden Arbeiten das Bild einer leistungsfähigen Thüringer Forschung in entscheidendem Maße prägen.
Nicht zuletzt die Ergebnisse der ersten Runde der Exzellenzinitiative haben gezeigt, dass Thüringen in noch stärkerem Maße solche exzellenten Forschungsaktivitäten braucht, um im Wettbewerb der leistungsfähigsten Forschungseinrichtungen bestehen zu können.
Auch wenn das Abschneiden Thüringens in den drei Förderlinien (Exzellenzcluster, Graduiertenschulen und Zukunftsprojekte) differenziert bewertet werden muss ist klar:
Herausragende Forschungsergebnisse entstehen nur unter bestimmten Voraussetzungen. Sie bedürfen eines entsprechenden Umfeldes, wozu insbesondere eine hinreichende kritische Masse an Forschungsinfrastruktur gehört. Vor allem gehören dazu aber hervorragende Forscherpersönlichkeiten, Menschen, die mit viel Engagement sowie exzellentem Wissen und Können beharrlich an ihren Forschungsfeldern arbeiten.
Die dafür zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel sind bekanntlich begrenzt. Deshalb müssen in der Bundes- und Landespolitik, aber auch auf der für die neuen Bundesländer so wichtigen europäischen Ebene Prioritäten gesetzt werden, um die für den Bereich Forschung und Innovation verfügbaren Mittel zu erhöhen. Zum anderen müssen die verfügbaren Mittel konsequent schwerpunktorientiert im Sinne einer Profilschärfung der verschiedenen Forschungsinstitutionen eingesetzt werden.
Der von Bund und Ländern für die gemeinsam finanzierten Forschungseinrichtungen vereinbarte „Pakt für Forschung und Innovation“ ist dafür ein Beispiel von entscheidender Bedeutung. Auch wenn die zwischenzeitliche Entwicklung gezeigt hat, das die 3%ige Steigerung der Fördermittel nicht ausreichend ist, um den Bedarf vollständig zu decken, wurde mit dem Pakt eine enorm wichtige Planungssicherheit für die großen Forschungsorganisationen erreicht.
Es muss nun gelingen, diese richtige Weichenstellung entsprechend auch auf die forschungspolitischen Schwerpunktsetzungen Thüringens im Ganzen zu übertragen. Die Thüringer Landesregierung stellt sich dieser Aufgabe.
Ich darf in diesem Zusammenhang auf den im Januar 2006 vorgelegten Bericht zur Effizienzanalyse der Landesförderprogramme verweisen. Die Ergebnisse zeigen in aller Deutlichkeit, dass die für Fördermaßnahmen in Forschung und Innovation eingesetzten Landesmittel sehr gut angelegt sind. Das gilt ausdrücklich auch unter Berücksichtigung der öffentlichen Haushaltsentwicklung und der erwarteten demographischen Entwicklung. Diese Analyse wird Grundlage für künftige Schwerpunktsetzungen in Thüringen sein.
Die bisherigen Aussagen gelten auch auf EU-Ebene. In ihrem im Januar vorgelegten Abschlussbericht forderte deshalb die von der europäischen Kommission einberufene Sachverständigengruppe unter Leitung des ehemaligen finnischen Premierministers Esko Aho einen Pakt für Forschung und Innovation in Europa. Sie vertritt die Ansicht, dass in der EU zwischen den politischen Verlautbarungen über die Wissensgesellschaft und der haushaltspolitischen Realität eine weite Lücke klafft.
Die Gruppe fordert insbesondere zu weiterreichenden Veränderungen beim Umgang mit dem EU-Haushalt auf. Sie empfiehlt, den für Forschung und Innovation veranschlagten Anteil der Strukturfonds zu verdreifachen und damit auf 20% zu erhöhen.
Dieses Ziel müssen wir auch im Einsatz der Strukturfondsmittel in Thüringen vor Augen haben. Und dies nicht nur, weil es im Einklang mit den EU-Beschlüssen steht, die EU-Fördergelder vor allem für Forschung, Entwicklung und Innovation einzusetzen. Thüringen ist auf eine solche Schwerpunktsetzung und Bündelung von Ressourcen zur Absicherung eines nachhaltigen Struktureffekts dringend angewiesen.
Wie die europäische Kommission Ende April mitteilte, wirkt sich die Erweiterung der EU regional unterschiedlich auf die Neuaufteilung der EU-Mittel aus: Da sich die Strukturfondsmittel im Rahmen von EFRE und ESF für die ostdeutschen Konvergenzregionen um fast ein Drittel verringern, kann Thüringen in der Förderperiode 2007 bis 2013 nur mit etwa zwei Dritteln der bisherigen EFRE-Mittel rechnen. Die auf Arbeitsebene bei der Mittelzuordnung bisher erreichten Ergebnisse stimmen mich aber zuversichtlich, dass ab 2007 mindestens der in der laufenden Förderperiode bis 2006 für Forschungsförderung und Hochschulbau festgelegte Mittelansatz i.H.v. ca. 100 Mio € EFRE-Mittelanteil wieder erreicht werden kann. Dies wäre ein gutes Ergebnis, weil durchaus zu beachten ist, dass diese Mittel entsprechend den jeweiligen Fördersätzen noch einer Kofinanzierung durch Landesmittel bedürfen.
Sicher muss auf dem Gebiet der Forschungsförderung in den nächsten Jahren noch sehr viel getan werden. Gemessen an der aktuellen Haushaltslage bildet der Doppelhaushalt 2006/ 2007 des Freistaates Thüringen in Verbindung mit den zu erwartenden Strukturfondsmitteln eine vertretbare Ausgangsposition für die weitere Entwicklung von Wissenschaft und Forschung in Thüringen und ist ein Schritt in die richtige Richtung.
Auch mit dem Bund sind wir in intensiven Gesprächen zur weiteren Ausgestaltung der Forschungsförderung des Bundes.
Das von Bundesministerin Annette Schavan für Bildung und Forschung entwickelte „Offensive für Innovation und Wachstum“ ist dabei grundsätzlich zu begrüßen. Sechs Milliarden Euro in der Legislatur des Bundes zusätzlich für Forschung und Entwicklung bereitzustellen ist ein richtiger Schritt, um die Innovationskraft zu stärken. Ich hoffe, dass auch die Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus Thüringen sich mit entsprechenden Anträgen bewerben und dann von dem Programm profitieren können.
Einen wichtigen Schwerpunkt für die Thüringer Forschungsentwicklung bildet die Förderung von Nachwuchswissenschaftlern. Die Gewinnung von hervorragenden Wissenschaftlern ist für die Weiterentwicklung der Thüringer Forschungslandschaft von zentraler Bedeutung. Auch die Förderung des Transfers von Forschungsergebnissen aus den Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in die Wirtschaft bedarf einer weiteren Unterstützung durch den Bund.
Meine Damen und Herren,
die Eröffnung des neuen Institutsgebäudes der Forschungsstation Quartärpaläontologie Weimar im September 2005, die Einweihung des Abbe-Zentrums, in dem wir uns heute befinden, als der lange entbehrten zentralen Begegnungsstätte auf dem Beutenberg-Campus im Januar 2006 und die Einweihung des Neubaus der Materialforschungs- und Prüfanstalt im März dieses Jahres sind einige besonders sichtbare Beispiele dafür, dass auch seit der letzten Forschungspreisverleihung in der Weiterentwicklung der Forschungsinfrastruktur in Thüringen viel erreicht worden ist.
Wie die Grundsteinlegung für den Bau des Laborzentrums des Universitätsklinikums Jena vor kurzem, die laufenden Bauarbeiten zum Zentrum für Molekulare Biomedizin auf dem Beutenberg oder die begonnene Baumaßnahme zur Erweiterung des Forschungsgebäudes des Leibniz-Instituts für Altersforschung wie auch die laufenden Arbeiten am Hörsaal und Laborgebäude der FH Erfurt und der Laborhalle der FH Jena zeigen, ist diese Entwicklung aber noch nicht abgeschlossen, ganz zu schweigen von einem erheblichen Sanierungsbedarf der bestehenden Forschungsinfrastruktur.
Parallel zu diesen infrastrukturellen Weiterentwicklungen wurden weitere Profilschärfungen Thüringer Forschungseinrichtungen erreicht. Beispiele dafür sind die Neuausrichtung des Forschungsprofils
- des vormaligen Instituts für Molekulare Biotechnologie auf das hochaktuelle und zukunftsträchtige Gebiet der Altersforschung oder
- des Instituts für Physikalische Hochtechnologie, das entsprechend dem Motto des Beutenberg-Campus „Life Science meets Physics“ seine Brückenfunktion zwischen physikalischen Technologien und den Biowissenschaften/ Medizin verstärken wird. i>
Maßnahmen wie die genannten sind aber nur Voraussetzungen für eine nachhaltige erfolgreiche Entwicklung in der Forschung. Bei allen guten materiellen und konzeptionellen Voraussetzungen: für das Entstehen von innovativen Ideen kommt es immer auch auf diejenigen an, die diese Ideen umsetzen.
Gerade die heute im Rampenlicht stehenden Wissenschaftler und ihre Forschungsergebnisse zeigen, dass die in Thüringen geschaffenen Voraussetzungen in der Forschung ihre Früchte tragen. Eine öffentliche Würdigung dieser hervorragenden Persönlichkeiten und ihrer Leistungen ist deshalb unverzichtbar, um die gesellschaftliche Wertschätzung in angemessener Form zum Ausdruck zu bringen.
Ausdrücklich möchte ich möchte an dieser Stelle aber auch denjenigen Teilnehmern am Ausschreibungsverfahren danken, die heute nicht zu den Preisträgern gehören. Die Auswahl der heutigen Preisträger erforderte aufgrund einer ganzen Reihe hervorragender Anträge die bisher längste Sitzung des Auswahlausschusses, wie mir der Vorsitzende berichtet hat. Auch dies ist ein Beleg für die gewachsene Qualität der Spitzenleistungen in der Thüringer Forschung.
Deshalb gilt auch mein besonderer Dank den Mitgliedern des mit renommierten Wissenschaftlern aus ganz Deutschland besetzten Auswahlausschusses. Ihre Kompetenz und engagierte Arbeit ist eine wesentliche Voraussetzung für die bisher stets sachgerechten Entscheidungen.
Der Forschungspreis für Grundlagenforschung wird in diesem Jahr zweimal vergeben:
Er geht zum einen an Prof. Christian Hertweck und Laila P. Partida-Martinez vom Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie e.V. - Hans-Knöll-Institut (HKI) in Jena für ihre herausragenden Arbeiten zu dem Thema "Bakterielle Endosymbionten".
Die Forschung, die auch international starke Beachtung gefunden hat, leistet einen wichtigen Beitrag zum Verständnis des biologischen Phänomens der Symbiose. Es ist den Preisträgern gelungen, experimentell nachzuweisen, dass symbiotische biologische Beziehungen nicht nur für Partnerschaften zwischen zwei Organismen existieren sondern auch komplexe Beziehungen zwischen drei unterschiedlichen Organismen darstellen können, in diesem Fall zwischen einer Reispflanze, einem Pilz und einem Bakterium. Über die generelle biologische Bedeutung dieser Forschungsergebnisse hinaus erklärt die preisgekrönte Arbeit das Phänomen der Schädigung der Samen der Reispflanze und kann zur Bekämpfung dieser Krankheit bei einer der wichtigsten Kulturpflanzen beitragen. Es ist anzumerken, dass diese Forschungsergebnisse im Rahmen eines Programms des Hans-Knöll-Instituts für Nachwuchswissenschaftler, das seit dem Jahr 2000 existiert, erzielt wurden.
Zum anderen wird der Forschungspreis für Grundlagenforschung an die Forschergruppe Prof. Amélie Mummendey, Prof. Thomas Kessler, PD Dr. Thorsten Meiser und PD Dr. Kai Sassenberg von der Friedrich-Schiller- Universität Jena für ihre wichtige und hochaktuelle Forschung zum Thema "Diskriminierung und Toleranz zwischen sozialen Gruppen" vergeben.
Die herausragende Leistung der Forschergruppe aus Jena besteht darin, dass sie die Beziehungen zwischen Gruppen vor dem Hintergrund unterschiedlicher psychologischer Erklärungsansätze untersucht hat. Das Spektrum der untersuchten Aspekte reicht dabei von der Entstehung von Stereotypen über deren Einfluss auf Toleranz und Diskriminierung von Mitgliedern anderer Gruppen bis zu den Determinanten von kollektivem Protest gegen negative Behandlung aufgrund der Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen. Viele der theoretischen Vorhersagen wurden an der Beziehung zwischen Ost- und Westdeutschen überprüft.
Im Bereich Angewandte Forschung hat sich der Auswahlausschuss für ein wegweisendes Forschungsverbundvorhaben zwischen dem Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik e.V. (iba) in Heiligenstadt, dem Leibnitz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie e. V. - Hans-Knöll-Institut (HKI) in Jena, dem Institut für Physikalische Hochtechnologie e.V. (IPHT) in Jena und der Technischen Universität Ilmenau (TUI) entschieden.
Den Preis erhalten Dr.-Ing. Josef Metze, Dr. Karen Lemke und Dipl.-Ing. Andreas Grodrian vom iba, Dipl.-Biol. Karin Martin und Dr. Martin Roth vom HKI, Dr. Thomas Henkel vom IPHT und Prof. Michael Köhler von der TUI für die Forschungen zum Thema "Mikroreaktorik für High-Throughput-Einzelzellkultivierungen von Mikroorganismen".
Unter Nutzung moderner Technologien der Mikroverfahrenstechnik ist es der interdisziplinären Forschergruppe von Wissenschaftlern und Ingenieuren gelungen, ein neues Verfahren zur Kultivierung und Charakterisierung bislang unbekannter Mikroorganismen zu entwickeln. Das Verfahren eröffnet über die Suche nach neuen Mikroorganismen hinaus ganz wichtige Wege in der pharmazeutischen, medizinischen, biotechnologischen und Umwelt-Diagnostik und hat seine Leistungsfähigkeit bereits durch die Auffindung eines neuen, Antibiotikum bildenden Bakterienstamms nachgewiesen. Derzeit erfolgt die wirtschaftliche Umsetzung des neuen Verfahrens unter Beteiligung Thüringer Unternehmen. Entscheidend für den Erfolg war die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Wissenschaftlern aus den Fachgebieten Mikrobiologie, Bioprozesstechnik, Mikrosystemtechnik und Messtechnik.
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
der Glanz dieser Veranstaltung zur Würdigung der besten Leistungen der Thüringer Forscher wird in ganz entscheidendem Maße auch von den Forscherpersönlichkeiten geprägt, die die Laudationes halten. Auch in diesem Jahr konnten wir die illustre Reihe der Laudatoren aus dem In- und Ausland mit herausragenden Wissenschaftlern fortsetzen.
Im Bereich Grundlagenforschung wird Frau Prof. Barbara Hohn, Österreicherin und exzellente Mikrobiologin vom Friedrich-Miescher-Institut für Biomedizinische Forschung in Basel die Laudatio für Prof. Christian Hertweck und Frau Partida-Martinez halten. Frau Prof. Hohn ist zugleich Professorin der Pflanzen Molekulargenetik an der Universität Basel. Ich freue mich, dass wir mit Ihnen nicht nur eine renommierte Wissenschaftlerpersönlichkeit sondern auch die erste Laudatorin des Forschungspreises gewinnen konnten.
Ich freue mich des Weiteren, dass Herr Prof. Ulrich Wagner von der Philipps-Universität Marburg in seiner Laudatio für die Forschergruppe von der Friedrich-Schiller-Universität Jena diese Forschungsleistung würdigen und uns damit näher bringen wird. Herr Prof. Wagner ist Professor für Sozialpsychologie und Direktor des Zentrums für Konfliktforschung der Universität Marburg.
Die Laudatio für den Forschungspreis in der Angewandten Forschung wird Prof. Stephanus Büttgenbach halten. Herr Prof. Büttgenbach ist Leiter des Instituts für Mikrotechnik an der TU Braunschweig und zugleich Vorsitzender der VDE/VDI-Gesellschaft Mikroelektronik, Mikro- und Feinwerktechnik. Herr Prof. Büttgenbach, ich darf mich bei Ihnen an dieser Stelle auch für Ihre langjährige Tätigkeit als Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats des IPHT in Jena bedanken, in der Sie eine ganz entscheidende Phase der Entwicklung des Instituts maßgeblich mitgestaltet haben.
Frau Professor Hohn, meine Herren, ich möchte Sie hier in Jena auf dem Wissenschaftscampus Beutenberg willkommen heißen und Ihnen sehr herzlich für Ihre Bereitschaft danken, die Laudationes zu halten.
Nicht zuletzt habe ich auch Ihnen, lieber Herr Prof. Brakhage und Ihren Mitarbeitern vom Hans-Knöll-Institut zu danken. Sie haben für einen würdigen Rahmen dieser Festveranstaltung gesorgt.
Freuen Sie sich nun mit mir auf spannende Einblicke in die Spitzenleistungen der Thüringer Forschung. Ich darf das Wort an Sie, sehr geehrte Frau Professor Hohn, für Ihre Laudatio übergeben.
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1 Friedrich Nietzsche: "Das Leben ist wert, gelebt zu werden, sagt die Kunst, die schönste Verführerin; das Leben ist wert, erkannt zu werden, sagt die Wissenschaft."