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Preis für Grundlagenforschung

Thüringer Forschungspreis 2005 in der Kategorie "Grundlagenforschung"

"Grundlagenforschung" (II)

Preisträger Forschungspreis 2005 - Grundlagenforschung II
v.l.n.r. PD Dr. Thorsten Meiser, Prof. Amélie Mummendey, PD Dr. Kai Sassenberg und Prof. Thomas Kessler

„Diskriminierung und Toleranz zwischen sozialen Gruppen“

Prof. Amélie Mummendey, Prof. Thomas Kessler, PD Dr. Thorsten Meiser und PD Dr. Kai Sassenberg

Friedrich-Schiller- Universität Jena
Institut für Psychologie, Lehrstuhl für Sozialpsychologie

In Zeiten der Globalisierung treffen mehr und mehr Mitglieder unterschiedlicher Gruppen aufeinander. Wachsende Zahlen von Straftaten im rechtsextremen Bereich in Deutschland, Gewinne bedeutsamer Anteile rechtsradikaler Parteien bei demokratischen Wahlen in vielen europäischen Ländern, aber auch ehrenamtliche Tätigkeiten mit dem Ziel Migranten oder Notleidenden in anderen Ländern zu helfen gehören zu den Konsequenzen dieser Entwicklung.
Die preisgekrönte Jenaer Forschergruppe des Lehrstuhls für Sozialpsychologie befasst sich mit Beziehungen zwischen sozialen Gruppen, also mit der Frage, was die Gründe dafür sind, dass fremde Gruppen und deren Mitglieder oft zurückgewiesen und diskriminiert werden, und welche Bedingungen gegeben sein müssen, damit Gruppen tolerant miteinander umgehen. Die Jenaer Forschergruppe ist ein hervorragendes Beispiel dafür, welche Rolle die Grundlagenforschung auch für Anwendungsfragen spielt und wie beide – Grundlagen- und Anwendungsforschung - miteinander verbunden und aufeinander angewiesen sind: Die Mitglieder der Forschergruppe entwickeln und verbessern ihre Theorien in grundlagenwissenschaftlich angelegten experimentellen Untersuchungen und Umfragestudien. Diese Theorien helfen zu verstehen, wie es zur Bildung von negativen Stereotypen über fremde Gruppen kommt, wie Unterschiedlichkeiten zwischen Gruppen wahrgenommen werden und welche emotionalen Prozesse dabei eine Rolle spielen. Die so entwickelten und kritisch überprüften Theorien erlauben es dann auch, wichtigen praktischen und gesellschaftlichen Problemen nachzugehen, wie Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung von Zuwanderern.



Laudatio:
Prof. Dr. Ulrich Wagner
Philipps-Universität Marburg, Fachbreich Psychologie, Lehrstuhl Sozialpsychologie


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