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| Prof. Dr. Jörn Piel |
Weiterhin wurde mit dem Preis für Grundlagenforschung Prof. Dr. Jörn Piel von der Universität Bonn (bis 12/2004 Max-Planck-Institut für Chemische Ökologie in Jena) ausgezeichnet.
Thema seiner Forschungsarbeit war: "Bakterielle Symbionten als Wirksstoffproduzenten aus Tieren".
Viele Tiere verteidigen sich gegen Feinde mit chemischen Abwehrstoffen. Insbesondere Abwehrsubstanzen aus Meerestieren, z.B. Schwämmen und Manteltierchen, stellen oft wichtige Arzneimittelkandidaten im Kampf gegen Krebs und andere Krankheiten dar. Meistens ist jedoch ihre pharmakologische Entwicklung und Produktion im Großmaßstab wegen der geringen verfügbaren Substanzmengen schwierig.
Prof. Piel hat eine mögliche alternative Quelle für Wirkstoffe aus Tieren entdeckt. Mit dem Forschungspreis für Grundlagenforschung wird er für seine bahnbrechenden Arbeiten zur Genisolierung aus nicht kultivierbaren Bakterien ausgezeichnet. Er zeigte für eine Reihe von Antitumorsubstanzen aus Käfern und einem Meeresschwamm, dass nicht die Tiere selbst, sondern mit ihnen vergesellschaftet lebende Bakterien die tatsächlichen Produzenten sind. Die Bakterien, die bisher nicht gezüchtet werden können, wurden durch Isolierung der für die Erzeugung der Substanzen notwendigen Erbinformation aufgespürt.
Durch seine Forschung ist es erstmals möglich geworden, aus einem komplexen Wirtsorganismus gezielt Gene zu isolieren, die für die Produktion von pharmakologisch relevanten Wirkstoffen eingesetzt werden können. Damit ist es möglich, auch das Wirkstoffpotential der bislang nicht kultivierbaren Mikroorganismen (99 % aller Bakterien sind bisher nicht züchtbar) unter Schonung der natürlichen Ressourcen für den Menschen nutzbar zu machen.
Laudatio:
Prof. Dr. Jörg Hacker
Direktor des Instituts für Molekulare Infektionsbiologie der Universität Würzburg
Vizepräsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft
Bilder zum Forschungsgegenstand