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Inhalt

Angewandte Forschung (I)

Thüringer Forschungspreis 2010 in der Kategorie „Angewandte Forschung“

Einrichtung: Institut für Photonische Technologien e. V. (IPHT) in Jena

„Technologieplattform für Chip-basierten Vor-Ort-Nachweis von Mikroorganismen“


Dr. rer. nat. Robert Möller (IPHT)
Dr. rer. nat. Wolfgang Fritzsche (IPHT)
Dipl.-Ing. (FH) Matthias Urban (IPHT)
Dipl.-Ing. (FH) Robert Kretschmer (FSU Jena / IPHT)
Dr. med. vet. Christian Seyboldt (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit,  Friedrich-Loeffler-Institut, Jena)
Dr. rer. nat. Thomas Schüler (ab 2010 Sartorius Stedim Biotech GmbH Göttingen, vorher FSU Jena)
 

Bild der Preisträger

links nach rechts: Dr. Thomas Schüler, Matthias Urban, Dr. Robert Möller, Robert Kretschmer und PD Dr. habil. Wolfgang Fritzsche. Es fehlt Dr. Christian Seyboldt.

Salmonellen im Fleisch, Legionellen im Wasser, Maul- und Klauenseuche bei Nutztiere: immer wieder verursachen Mikroorganismen schwere ökonomische, ökologische und medizinische Krisen. Jährlich entstehen Schäden in Milliardenhöhe. Eine gezielte Bekämpfung ist nur möglich, wenn der Erreger bekannt ist. Eine schnelle und zuverlässige Identifikation der Mikroorganismen ist daher erforderlich. Herkömmliche Methoden zur Identifikation sind zeit- und arbeitsaufwendig.
Der erste von zwei Preisen im Bereich Angewandte Forschung wird der Forschergruppe um Robert Möller vom Institut für Photonische Technologien e. V. (IPHT) in Jena verliehen. Die Arbeitsgruppe hat sich dem Thema des Nachweises von Mikroorganismen in der Umwelt und in Patientenproben gewidmet. Eine Herausforderung ist dabei, dass es zu einem sogenannten „Vor‐Ort‐Nachweis“ kommen muss, dass also ein Nachweis von Krankheitserregen schnell und möglichst mit mobilen Einheiten vollzogen wird. Zu diesem Zweck hat die Arbeitsgruppe ein neues robustes, tragbares und kostengünstiges Chip‐System entwickelt, mit dem die Erbsubstanz der Mikroorganismen detektiert wird. Interessant ist dabei, dass im Gegensatz zu herkömmlichen Chips eine neue Technologie auf der Basis der elektrischen Leitfähigkeitsmessung gewählt wurde. Der Forschergruppe ist mit ihren Arbeiten ein methodischer Durchbruch im Hinblick auf den schnellen und sicheren Nachweis von Krankheitserregern gelungen. Das innovative, robuste und zudem kostengünstige Verfahren verspricht recht bald den Weg in die technische Umsetzung und kommerzielle Verwendung zu finden
 

Abbildungen
a)

Mit einem solchen Chip und einem tragbaren Auswertegerät können in Zukunft Tierseuchenerreger und andere Mikroorganismen schnell und direkt vor Ort nachgewiesen werden.

b)

Mit Hilfe dieser Chip können schnell und robust Mikroorganismen identifiziert werden.

Laudatio

Klaus Berka
Vorstandsvorsitzender, CEO, der Analytik Jena AG
 www.analytik-jena.de

 Laudatio zum Thüringer Forschungspreis 2010 in der Kategorie "Angewandte Forschung"
 

Das Team / die Einrichtungen

Das Chip-basierte Vor-Ort-Nachweissystem zur Identifikation von Mikroorganismen wurde vom Institut für Photonische Technologien e. V. in Jena in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Physikalische Chemie der Friedrich-Schiller-Universität Jena entwickelt. Die Anpassung des Systems für den Nachweis von Tierseuchen, erfolgte unter Beteiligung des Friedrich-Loeffler-Institut Jena. An der Entwicklung beteiligten sich Naturwissenschaftler, Ingenieure und Tiermediziner.