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Inhalt

Grundlagenforschung

Thüringer Forschungspreis 2009 in der Kategorie „Grundlagenforschung “

Beschreibung und Analyse neuronaler Korrelate der Gesichtererkennung“


Prof. Dr. rer. soc. habil. Stefan R. Schweinberger, Dipl.-Psych.
Dr. rer. nat. Holger Wiese, Dipl.-Psych.
Dr. Jürgen Kaufmann, Ph.D., Dipl.-Psych.

Friedrich-Schiller- Universität Jena
Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften
Institut für Psychologie
Lehrstuhl für Allgemeine Psychologie (I)
 

Bild der Preisträger

Preisträger Grundlagenforschung
von links nach rechts: Dr. Jürgen Kaufman, Prof. Stefan R. Schweinberger, Dr. Holger Wiese

Der Preis für Grundlagenforschung geht an Prof. Stefan Schweinberger, Dr. Jürgen Kaufmann und Dr. Holger Wiese von der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU Jena), die sich damit beschäftigen, wie wir Gesichter erkennen. Solche Vorgänge laufen in der Regel rasch und nahezu mühelos ab und erst wenn wir in Verlegenheit geraten, weil wir einen neuen Bekannten nicht wiedererkennen oder weil uns ein Name partout nicht einfallen will, zeigt sich die wahre Komplexität dieser Vorgänge.
Dem Preisträgerteam ist es unter Nutzung vielfältiger moderner neurowissenschaftlicher Verfahren gelungen, mehrere grundlegende Vorgänge bei der Erkennung von Personen am Gesicht aber auch an der Stimme und beim Abruf dazugehöriger biografischer Fakten in ihren neuronalen Grundlagen aufzuklären. So konnten sie beispielsweise die Hirnregion identifizieren, die mit der Speicherung und dem Abruf der Gesichter einzelner bekannter Personen in Verbindung steht und aufklären, wie diese Vorgänge ablaufen. Die große nationale und internationale Wahrnehmbarkeit der Forschung des Preisträgerteams zeigt sich durch Veröffentlichungen in den renommiertesten internationalen Fachzeitschriften sowie in der kürzlich erfolgten Einrichtung einer Forschergruppe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zum Thema „Person Perception“ an der FSU Jena (Sprecher: Prof. Schweinberger).
 

Laudatio:
Prof. Dr. rer. soc. Werner Sommer
Humboldt-Universität zu Berlin
Institut für Psychologie

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Das Fachgebiet

Prof. Dr. Stefan R. Schweinberger, Dr. Jürgen M. Kaufmann, Dr. Holger Wiese
Lehrstuhl für Allgemeine Psychologie und DFG-Forschergruppe „Personenwahrnehmung“
Friedrich-Schiller-Universität Jena

Die Forschergruppe integriert auf einzigartige Weise kognitive und soziale Perspektiven zur Untersuchung der Personenwahrnehmung unter Nutzung vielfältiger Forschungs¬methoden aus der experimentellen Psychologie, der Sozialpsychologie und den kognitiven Neurowissenschaften. Ihr übergreifendes Ziel ist die Entwicklung einer umfassenden Theorie der menschlichen Verarbeitung personenbezogener sozialer Informationen.
 


Abbildungen

a)

Eine Probandin bei der Durchführung eines Experiments im EEG-Labor des Lehrstuhls für Allgemeine Psychologie, in einer Aufgabe zum Lernen und Wiedererkennen von Gesichtern. Hier werden neben manuellen Reaktionszeiten (Tastendruck) auch Gehirnströme von insgesamt 144 Sensoren erfasst, um das genaue Zusammenspiel der an der Gesichtererkennung beteiligten Gehirnmechanismen zu erforschen.

b)

Verteilungen elektrischer Felder, die etwa 250 ms nach wiederholter Darbietung verschiedener Stimuli an der Kopfhaut registriert wurden. Aufrechte Gesichter erzeugen eine ausgeprägte elektrische Negativierung in der unteren Temporallappenregion vor allem der rechten Gehirnhälfte. B. Modellierung der Lokalisation der Aktivitätsmaxima dieser sog. N250r-Komponente (in rot). C. Eine ähnliche Studie mit der funktionellen Kernspintomographie (fMRT) zeigt vergleichbar lokalisierte Aktivitätsänderungen nach Wiederholung von Gesichtern im unteren Temporallappen (Gyrus fusiformis).

c)

fMRT-Aktivitätsmuster des Gehirns während der Kategorisierung von Gesichtern nach Alter oder Geschlecht. Beide Aufgaben lösen Aktivierungen des ventralen Verarbeitungspfades des visuellen Systems aus (inferiorer Okzipitallappen, Gyrus fusiformis). b) Ereigniskorrelierte Potentiale der Verarbeitung von Gesichtern durch ältere und junge erwachsene Probanden. Die selektiv für Gesichter auftretende N170-Komponente (s. Pfeile) ist bei älteren Probanden leicht verzögert. c) Ereigniskorrelierte Potentiale der Verarbeitung von alten und jungen Gesichtern. Eine Unterscheidung der Gesichter nach Alter erfolgt nach ca. 250 ms in der P2-Komponente (s. Pfeil). Die Verteilung elektrischer Felder zeigt den Effekt am deutlichsten über inferior temporalen Regionen.