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Inhalt

Angewandte Forschung (II)

Thüringer Forschungspreis 2009 in der Kategorie „Angewandte Forschung“

„Wirkstoff gegen Tuberkulose“


Dr. Ute Möllmann
Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung für Infektionsbiologie e. V.
Hans-Knöll-Institut (HKI)
Dr. Vadim Makarov
A. N. Bakh-Institut für Biochemie, Moskau
 

Bild der Preisträger

Preisträger (Angewandte Forschung II)
Dr. Vadim Makarov, Dr. Ute Möllmann

Ein Drittel der Weltbevölkerung ist mit dem Erreger der Tuberkulose, Mycobacterium tuberculosis, infiziert. Etwa zwei Millionen Menschen sterben jährlich an der Infektionskrankheit. Seit Beginn der 1990er Jahre gibt es auch in den Industrieländern einen erneuten Anstieg der Tuberkuloseerkrankungen. Besonders bedrohlich ist die dramatische Zunahme von Erregern, die Resistenzen gegen einzelne oder mehrere der verfügbaren Therapeutika entwickelt haben. 2006 traten in Südafrika die ersten extrem resistenten Erreger auf, die sich in rasanter Geschwindigkeit schon längst über alle Kontinente ausgebreitet haben. Erkrankungen mit diesen Erregern sind praktisch nicht mehr therapierbar.
Heute werden daher dringend neue Medikamente benötigt, die auch gegen multiresistente und extensiv resistente Erreger wirken. Daher ist die Entdeckung eines neuen Tuberkulose-Medikaments durch die Forschung von Frau Dr. Möllmann und Herrn Dr. Makarov am Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung für Infektionsbiologie e. V. -Hans-Knöll-Institut (HKI) ein wichtiger Durchbruch. Wirkt dieser neue Wirkstoff doch auch auf multiresistente und extensiv resistente Erregerstämme. Die Substanz wurde in Kooperation mit europäischen Wissenschaftlern weiterentwickelt und soll nun gemeinsam mit einem Pharma-Unternehmen zur klinischen Reife gebracht werden. Ein ausgezeichnetes Beispiel, wie Partnerschaften zwischen Wissenschaftlern aus Forschungsinstituten und der Privatindustrie den Kampf gegen Tuberkulose erfolgreich aufnehmen.
 

Abbildungen
a)

Bild 1 (Angewandte Forschung II)

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Bild 2 (Angewandte Forschung II)

Laudatio:

Prof. Dr. Dr. h. c. Stefan H.E. Kaufmann
Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie, Berlin
 

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Das Team

Die Forschungsergebnisse haben ihren Ursprung in einer 1994 begonnen Kooperation zwischen der Jenaer Biologin Dr. Ute Möllmann und dem Moskauer Chemiker Dr. Vadim Makarov, die auf die Suche nach neuen Wirkstoffe gegen Infektionskrankheiten ausgerichtet war. Seit dieser Zeit gab es jährliche, längerfristige Arbeitsaufenthalte von Vadim Makarov und seiner Mitarbeiterin Olga Ryabova am Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie -Hans-Knöll-Institut (HKI) in Jena. Am HKI haben seither auch die Technischen Assistentinnen Monika Golembiewski, Uta Wohlfeld, Christiane Weigel und ganz besonders Irmgard Heinemann zum Erfolg des Projektes beigetragen. Wichtige Unterstützung kam vom Zentralen Forschungsinstitut für Tuberkulose in Moskau.