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In kaum einer anderen Region Deutschlands wird der Status „Kulturland“ so selbstverständlich beansprucht wie in Thüringen. Kultur im Freistaat ist identitätsbildend und identitätsbestimmend.
Wer unserem Land mit offenen Augen begegnet, findet an jedem Ort Burgen, Schlösser, Gärten und historische Klosteranlagen. Über 30.000 Bau- und Kunstdenkmale sowie 3.000 Bodendenkmale prägen die Thüringer Denkmallandschaft. Die 1994 gegründete Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten verwaltet die historisch bedeutsamsten Burgen und Schlösser des Freistaats.
Ein einmaliges Ensemble von Kunst- und Literaturmuseen, Dichterhäusern und fürstlichen Schloss- und Parkanlagen vereinigt die Klassik Stiftung Weimar. Entsprechend weit gespannt und vielgestaltig ist auch das Spektrum der Sammlungen, die seit mehr als 400 Jahren zusammengetragen werden. Zu den bedeutendsten Einrichtungen zählen das Goethe-Nationalmuseum, Schillers Wohnhaus, das Wittumspalais, die Herzogin Anna Amalia Bibliothek, das Goethe- und Schiller-Archiv, das Nietzsche-Archiv und das Wielandgut Oßmannstedt.
Zum Kulturland Thüringen gehört auch eine reiche, historisch gewachsene und in den letzten Jahren durch Neugründungen bereicherte Museumslandschaft. So werden in etwa 180 Museen Kunst- und Kulturschätze mit internationaler, nationaler und regionaler Bedeutung gesammelt, wissenschaftlich bearbeitet, konservatorisch betreut und ausgestellt. Sie bieten Einblicke in Geschichte, Tradition, Wissenschaft und Kunst unseres Landes. Die Erinnerung, Dokumentation und Erforschung der im KZ Buchenwald und im KZ Mittelbau-Dora begangenen Verbrechen hat sich die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora zur Aufgabe gemacht.
Ein Blick auf die Landkarte zeigt, dass Thüringen das dichteste Netz von Theatern und Orchestern aller Flächenstaaten der Bundesrepublik hat. Diese kulturelle Vielfalt gilt es zu erhalten und zu pflegen. Ein regional angelegtes Theaterkonzept ermöglicht es dem Publikum, in allen Regionen des Landes ein Drei-Sparten-Angebot wahrzunehmen. Voraussetzung dafür sind Ensemblestrukturen, die Schwerpunkte an den einzelnen Standorten bilden und die Angebote miteinander vernetzen. Auf diese Weise können die Bürger wie auch die Besucher den Freistaat auch in Zukunft als Land der Theater und Orchester erleben – ganz im Sinne der großen Tradition Thüringens.
Zugang zur Kultur unseres Landes ermöglichen auch die rund 340 öffentlichen Bibliotheken und die Staatsarchive in Weimar, Rudolstadt, Meiningen, Altenburg, Gotha und Greiz. Zum Forschen laden darüber hinaus die wissenschaftlichen Bibliotheken ein, die Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena, die Universitäts- und Forschungsbibliothek Erfurt/Gotha, die Universitätsbibliotheken in Ilmenau und Weimar, die Hochschulbibliotheken der Musikhochschule Franz Liszt Weimar sowie der Fachhochschulen in Erfurt, Jena, Nordhausen und Schmalkalden.
Der Freistaat darf sich glücklich schätzen, eine so reiche Kulturlandschaft sein eigen nennen zu dürfen. Die Bewahrung und Pflege der unermesslichen kulturellen Schätze und Reichtümer Thüringens für nachfolgende Generationen ist daher eine der dringendsten Aufgaben für die Zukunft. Dieser Verpflichtung wird sich das Land auch in Zukunft mit aller Kraft stellen. Mit unserer Kulturförderung, dem Thüringer Kulturpreis, den Arbeitsstipendien für Bildende Kunst, dem Thüringer Kulturkonzept und unserer hohen Kulturquote von 1,3 Prozent sind wir dabei auf dem richtigen Weg.
Im Februar 2011 gründete sich das Gremium Kulturrat Thüringen e.V., worin sich kulturelle Fachverbände regelmäßig beraten, um der Kultur in Thüringen eine angemessene öffentliche Geltung zu verschaffen und deren Entwicklung zu fördern.