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Am Mittwoch, dem 09. Juni 2010 nahm Staatssekretär Prof. Dr. Deufel anlässlich des alljährlichen Empfangs für ausländische Studierende die Preisverleihung im Rahmen des Wettbewerbs „Miteinander studieren in Thüringen“ 2010 vor.
Der Wettbewerb, der 2010 zum fünften Mal durchgeführt wurde, fand in diesem Jahr unter neuen Wettbewerbsbedingungen statt. Die modifizierte Ausschreibung beinhaltete die Preisvergabe in zwei Kategorien. In Kategorie I wurden neue, innovative Projekte prämiert. In Kategorie II konnten erstmalig auch Projekte eingereicht werden, die bereits seit vielen Jahren an den Thüringer Hochschulen erfolgreich und nachhaltig durchgeführt werden.
In beiden Kategorien konnte ein Preisgeld von jeweils 4.000,00 € vergeben werden. Das Preisgeld wurde - wie in den vergangenen Jahren - von der Marga und Kurt Möllgaard-Stiftung bereitgestellt.
Insgesamt gibt es 2010 neun Preisträger des Wettbewerbs „Miteinander studieren in Thüringen“:
Ziel des Projektes der Technischen Universität Ilmenau war es, einen aktiven Beitrag gegen Diskriminierung und Vorurteile in unterschiedlichen Lebensbereichen zu leisten.
Die Woche gegen Diskriminierung fand vom 19. bis 24. April 2010 statt und gliederte sich in fünf Thementage, die jeweils unterschiedliche Aspekte der Problematik beleuchteten: Barrierefreiheit, Sexismus und Rollenbilder, Rassismus sowie Soziale Diskriminierung u.v.m wurden thematisiert.
Die Thementage wurden mit unterschiedlichen Aktionen angereichert wie Flyeraktionen, HIV-Tests, Kurzfilme, Kunstausstellungen, Vorträge und Diskussionsrunden, Rollstuhl fahren etc.
Die Veranstaltung richtete sich an alle Studierenden, Angestellten und Lehrenden an der TU Ilmenau, aber auch an die Bevölkerung der Stadt Ilmenau.
Der Preis geht an das Team vom International Room (Int.Ro) der Friedrich – Schiller – Universität Jena.
Es ist ein Partnerschaftsprojekt zwischen Thüringer und picardischen Studierenden. Eine Gruppe Studierender des Vereins Int.Ro versuchte mit verschiedenen Medien die Frage zu klären „Was ist deutsch?“ und griff dabei Themen wie Rassismus, Intoleranz, Fremdenfeindlichkeit sowie Stereotype und deren Ursachen auf.
Die gesammelten Materialien wurden in Form von Postern und Videokommentaren zusammen gestellt und für internationales Publikum visuell sichtbar gemacht.
Die bereits vorliegenden ersten Ergebnisse stießen auf großes Interesse und die Gruppe wurde in die Partnerregion Picardie eingeladen, um dort die Ergebnisse zu präsentieren und mit den Ergebnissen der französischen Partner zusammenzuführen. Beide Projektteile werden in Frankreich und in Deutschland präsentiert.
Die Resultate wurden im Rahmen der Internationalen Tage in Jena (14.-27.06.2010) vorgeführt.
Der Preis geht an das Ensemble mit ihrem gleichnamigen Projekt.
Die Musiker studieren an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar und stammen alle aus dem lateinamerikanischen Raum.
Das Ensemble wurde vor ca. 2 Jahren gegründet und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die klassische Musik des 20. und 21. Jahrhunderts ihrer Heimat in Deutschland bekannt zu machen. Damit werden für deutsche Studierende und Mitbürger Einblicke in die klassische Musik eines anderen Kontinents gewährt. Die Zuhörer erhalten einen Eindruck von der Vielfalt und dem Reichtum der Musik südamerikanischer Kulturen.
Die Konzerte sind originell konzipiert und darauf angelegt, dass der Zuhörer die fremden Klänge und literarischen Vertonungen versteht und somit einen Zugang zur iberoamerikanischen Musik und Kunst findet (z. B. Simultanübersetzungen bei vertonten Gedichten).
Der Verein trägt damit aktiv zur Verbreitung und Pflege des Gedankens von Offenheit und Toleranz bei und fördert das integrative kulturelle Empfinden.
Das Projekt hat seit seiner Gründung eine große Resonanz und das Interesse der Mitbürger erfahren.
Der Preis geht an eine Gruppe Studierender der Fachhochschule Schmalkalden.
Die Studierenden der Fachhochschule Schmalkalden haben sich mit großem Engagement und Ideenreichtum für die Integrationsarbeit an der Fachhochschule eingesetzt.
Sie haben unter vielen anderen Projekten im vergangenen Jahr eine nächtliche Vorlesung auf den Höhen des Thüringer Waldes organisiert, die von 16:00 Uhr bis 07:00 Uhr morgens ging und sich mit den zentralen Fragen des deutschen Wirtschaftslebens befasste (The German Social Market Economy).
Das Treffen fand im Morgengrauen mit einer einstündigen Klausur seinen Abschluss. Diese ungewöhnliche Aktion stärkte das Gemeinschaftsgefühl und die Toleranz der deutschen und ausländischen Studierenden.
Teilgenommen haben 55 Studierende aus 22 Staaten. Da die Aktion so erfolgreich verlaufen ist, soll sie fester Bestandteil des Sommersemesters werden
Der Preis geht an die Universität Erfurt und die Fachhochschule Erfurt für ein Projekt aus dem Bereich der Betreuung internationaler Studierender.
Cafe International entstand 2003 als gemeinsame Initiative des damaligen Studentenwerks Erfurt-Ilmenau, des Studentenzentrums Engelsburg e. V., des Internationalen Büros der Uni Erfurt und des Auslandsreferats der Fachhochschule Erfurt.
Ziel des Cafés ist es, ausländischen Studierenden die Gelegenheit zu geben, ihr Land und ihre Kultur vorzustellen. Hierfür organisiert das Cafe International Vorträge, Diskussionsrunden, Vorlesungen, Diavorträge, Karaokeabende, Tanzabende, Themenabende etc. Ausländische Studierende werden somit von Betreuten zu Aktiven und leisten somit einen erheblichen Anteil zur eigenen Integration aber auch zur Sensibilisierung anderer für Ihre Kultur.
2009 besuchten mehr als 2500 Studierende das Cafe International.
Der Preis geht an einen studentischen Verein der Technische Universität Ilmenau.
Das Besondere des Projekts liegt in der Betreuung ausländischer Studierender im Rahmen von studentischer Vereinsarbeit über die Café-Kultur. Das Café wurde 1987 eröffnet und gehört inzwischen zu einem der erfolgreichsten Projekte auf dem Campus der TU Ilmenau. Ausländische Studierende werden in das Vereinsleben integriert. Es werden Kontakte geknüpft und soziale Netzwerke geschaffen, die den ausländischen Studierenden das Einleben in die fremde Umgebung erleichtern. Das Café wurde bereits vielfach von ausländischen Studierenden erfolgreich geleitet, die auch für verschiedene Projekte die Verantwortung übernommen haben.
Der Preis geht an die Organisatoren der ISWI von der Technischen Universität Ilmenau.
Die biennale Initiative „ISWI“ ist eine seit 1993 außerordentlich erfolgreiche und öffentlichkeitswirksame studentische Maßnahme, die sich mit politischen und interkulturellen Themen auseinandersetzt. Durch die Treffen in Ilmenau entsteht eine konstruktive Kommunikationsebene zwischen Studierenden und politisch/kulturellen Akteuren.
2009 kamen beispielsweise über 400 Teilnehmer aus 70 Ländern nach Ilmenau, um über Menschenrechte zu diskutieren. Hochkarätige Vertreter aus Politik und Gesellschaft und die Übernahme der Schirmherrschaft durch Hina Jilani (Generalsekretärin der Menschenrechts-kommission in Pakistan und ehemalige Sonderbeauftragte des UN-General-Sekretärs für Menschenrechtsverteidigung) sind Beweis für das Renommee der Veranstaltung.
Der Preis geht an den gleichnamigen Verein von der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Seit 2004 ist das von Studierenden der Friedrich-Schiller-Universität Jena organisierte Festival de Colores zu einem integralen Bestandteil des interkulturellen Lebens an der Universität und in der Stadt Jena geworden.
Ein Höhepunkt war das „Festival des Colores 2007“, als unter dem Thema „Portugiesisch in aller Welt“ in Jena die erste Internationale Studierenden-Tagung zur Lusitanistik veranstaltet wurde. Studierende und Fachwissenschaftler aus aller Welt diskutierten eine Woche lang über Literatur, Kultur, Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Dazu gab es ein buntes Rahmenprogramm mit Diavorträgen, Filmschau, Konzerten und Tanz-Workshops, die zur interkulturellen Verständigung beitrugen.
2008 nahm das Festival in ähnlich anspruchsvoller Weise den Afrikanischen Kontinent und 2009 den Balkan in den Fokus und 2010 wurde der Nahe Osten thematisiert.
In beispielhafter Weise werden in die Vorbereitung und Durchführung eines jeden Festivals sowohl deutsche als auch internationale Studierenden und Absolventen einbezogen. Der Erfolg des Festivals zeigt, dass Integration durch Engagement machbar und lohnend ist.
Der Preis geht an das Betreuerteam für internationale Studierende an der Fachhochschule Nordhausen.
Die Hauptziele des Konzepts liegen in der Betreuung und der Integration bzw. der Einbindung und der Unterstützung der internationalen Studierenden. Die Betreuungsstelle dient als Anlaufstelle für internationale Studierende bei allen Fragen zum Studium und zum Aufenthalt in Deutschland. Der Betreuerstamm besteht aus deutschen und internationalen Studierenden und die Aufgaben reichen von Einführungsveranstaltungen über Hilfestellung bei der Wohnungssuche bis hin zur Unterstützung bei Behördengängen. Ausländischen Studierenden soll mit diesen Maßnahmen der Beginn des Studiums in ungewohnter Umgebung erleichtert werden und dazu führen, dass die Studierenden sich in Thüringen wohlfühlen.