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Kultusminister Goebel empfängt ausländische Studierende
„Internationalität der Thüringer Hochschulen wächst stetig“
Mit dem alljährlichen Empfang des Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kulturs werden heute (17 Uhr) in Erfurt die ausländischen Studierenden an den Hochschulen Thüringens herzlich willkommen geheißen. „Die wachsende Zahl ausländischer Studierender und deren Interesse an unserem Land, ist uns Ehre und Verpflichtung zugleich. Anlässlich des Empfangs soll die Gelegenheit genommen werden, die vielfältigen Aktivitäten an den Hochschulen zur Integration unserer ausländischen Gäste vorzustellen. Die Veranstaltung ist inzwischen zu einer guten Tradition geworden“, so Thüringens Kultusminister Prof. Dr. Jens Goebel (CDU).
Der diesjährige Empfang ist zugleich die Auszeichnungsveranstaltung für die nunmehr dritte Auflage des Wettbewerbs „Miteinander Studieren in Thüringen“. Das Preisgeld von insgesamt 7.500 Euro teilen sich in diesem Jahr acht Preisträger (ein 1. Preis mit 2.000 Euro, zwei 2. Preise zu je 1.500 Euro und fünf 3. Preise zu je 500 Euro). Der Wettbewerb des Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kulturs würdigt Aktionen und Projekte, die sich für die Integration von ausländischen Studierenden und Mitbürgern einsetzen. Er wird mit freundlicher Unterstützung der Marga und Kurt Möllgaard Stiftung im Zweijahresrhythmus durchgeführt.
Die Internationalität der Thüringer Hochschulen drücke sich, so Minister Goebel weiter, in vielerlei Hinsicht aus: Zum einen böten die Hochschulen bereits in einer Vielzahl von Studiengängen die international üblichen Abschlüsse Bachelor und Master an. Zum anderen haben die Hochschulen zahlreiche internationale Kontakte aufgebaut, die Studienaufenthalte im Ausland sowie Studierenden- bzw. Wissenschaftleraustausch ermöglichten. Hinzu käme eine Vielzahl englischsprachiger Veranstaltungen.
„Für den Ausbau und die Pflege von Auslandsbeziehungen vielfältigster Art wurden den Hochschulen in diesem Jahr Landesmittel im Umfang von fast 645.000 Euro zur Verfügung gestellt. Als besonders erfreuliche Entwicklung internationaler Hochschulkooperationen ist die Einrichtung gemeinsamer Studiengänge und gemeinsamer Institute zu nennen“, so Minister Goebel.
Gegenwärtig studieren junge Menschen aus 125 Ländern in Thüringen. Ihre Zahl hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdreifacht und liegt heute bei über 3.100 Studierenden, das sind 6,4 Prozent der Gesamtstudierendenzahl. Ein wichtiger Grund dafür sind auch die zahlreichen internationalen Kontakte, die von den Thüringer Hochschulen gepflegt werden. Insgesamt 343 Hochschulverträge, 562 Austauschprogramme sowie weitere 147 Kontakte ohne vertragliche Grundlage ermöglichen es Lehrenden und Lernenden beispielsweise auch an ausländischen Hochschulen zu arbeiten und mit diesen gemeinsam Forschungsprojekte durchzuführen. Es bestehen Kontakte in 62 Staaten der Erde. Viele Lehrstühle sind mit Professoren aus dem Ausland besetzt; Forscher aus aller Welt sind an Thüringer Instituten tätig. All dies ist ein Beweis dafür, dass der Freistaat weltweit als Wissenschaftsland anerkannt ist.
Preisträger des Wettbewerbs „Miteinander studieren“ 2005/2006
1. Preis:
Kindersprachbrücke Jena e.V.
Der Verein „Kindersprachbrücke Jena e.V.“ wurde 2002 von Studierenden der FSU Jena und der FH Jena gegründet. Ziel des ehrenamtlichen Engagements ist es, in dem sozial schwierigen Umfeld in Jena-Lobeda Freizeitaktivitäten und Förderangebote für Kinder mit und ohne Migrationshintergrund anzubieten. Dabei kooperiert der Verein mit einer Grund- und einer Regelschule sowie einem Jugendzentrum des Stadtteils, die die Räumlichkeiten stellen. Neben den Sprach- und Spielnachmittagen gibt es das Projekt „Lobeda Radiokids“, in dem die Kinder und Jugendlichen eigene Sendungen (Hörspiele oder Berichte) produzieren. Zudem werden „Erzählcafés“ angeboten, in denen Jugendliche oder Erwachsene mit Migrationshintergrund ihre Lebensgeschichte erzählen.
2. Preis:
AEGEE Erfurt e.V.
Der Verein wurde 2002 gegründet und sieht sich nach seiner Satzung der Beförderung der europäischen Einheit und des kulturellen Austauschs im universitären und außeruniversitären Umfeld verpflichtet. Durch die Veranstaltung teils akademisch, teils allgemein informativ ausgerichteter Vorträge und Diskussionsveranstaltungen versucht der Verein, Studierenden und Erfurter Bürgern den „Europagedanken“ näher zu bringen. Dabei wurden immer wieder ausländische Studierende mit in die Veranstaltungen einbezogen.
Jenaer Internationaler Studierendenkreis (JISK)
Der Jenaer Internationale Studierendenkreis ist eine Hochschulgruppe der FSU Jena, in der deutsche und ausländische Studierende zusammenarbeiten. In einer Veranstaltungsreihe, die sich über vier Semester erstreckte, wurden vier Kontinente (Afrika, Europa/Eurasien, Asien und Lateinamerika) in ihrer vielfältigen Kultur, Kunst, Religion und Politik vorgestellt. Ziel war es, durch Informationen mit Vorträgen, Lesungen und musikalischen Darbietungen sowie anschließenden Diskussionen miteinander in Kontakt zu treten und Kenntnisse sowie Verständnis für andere Kulturen und ausländische Mitbürger zu vermitteln.
3. Preis:
syrstud-Ilmenau
Diese Gruppe syrische Studenten der Technischen Universität Ilmenau erhält den Preis für ihren Beitrag „Miteinander für besseres Kulturverständnis und gute Integration“. Seit 2004 organisieren syrische Studenten an der TU Ilmenau zur Verbesserung der interkulturellen Verständigung Veranstaltungen für deutsche und ausländische Studierende sowie Mitbürger der Stadt Ilmenau.
Ausländerreferat des Studentenrates der FH Jena
Das Ausländerreferat bietet verschiedene umfangreiche Projekte an. Eine feste Einrichtung, um interkulturelle Kommunikation zu fördern, ist der wöchentlich stattfindende Internationale Stammtisch. Ergänzt wird dies durch das Angebot einer psychosozialen Beratung mit Studenten der Fachrichtung „Sozialwesen“ für ausländische Studierende.
Diplomarbeit der FH Jena „Lebenswege muslimischer Frauen in den neuen Bundesländern“
Der Wettbewerbsbeitrag der beiden Studentinnen fällt unter die Kategorie „Wissenschaftliche Leistung“. Er umfasst Auszüge aus ihrer hervorragenden Diplomarbeit mit dem Titel „Lebenswege muslimischer Frauen in den neuen Bundesländern – eine theoretische und empirische Untersuchung am Beispiel der Städte Erfurt, Gera, Leipzig und Potsdam“.
„Nahost_erFAHREN“ in Weimar
Das Referat für Multinationale Angelegenheiten initiierte 2003/04 das Projekt „Nah-ost_erFahren“ als Veranstaltungsreihe mit Vorträgen, Diskussionen, Filmvorführungen und Kunstausstellungen. Dabei werden der Konflikt im Nahen Osten thematisiert sowie Kultur und Situation der Region aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Die teilnehmenden deutschen und ausländischen Studierenden kommen aus den Fachbereichen Mediengestaltung, Architektur und Freie Kunst. Die Organisation übernehmen Palästinenser und Israelis.
„Fremdwohnen. Vom Fortgehen und Ankommen“, künstlerische Seminararbeit der Bauhaus-Universität Weimar
Die Arbeit entstand in dem interfakultativen Seminar „Wohngeschichten“ der Fakultäten Gestaltung und Architektur der Bauhaus-Universität Weimar. Mit ihrem Buch „Fremdwohnen. Vom Fortgehen und Ankommen.“ zeigen die beiden Studentinnen eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema „Heimat und Fremde“. Die hervorragende Arbeit wurde im Mai 2005 präsentiert. Das Buch gibt Einblicke in die Wohn- und Gefühlswelt ausländischer Mitbürger aus verschiedenen Altersgruppen, die schon länger in Deutschland leben.
Statement
Minister Prof. Dr. Jens Goebel anlässlich des Empfangs für ausländische Studierende in Thüringen
Wettbewerb 2001/2002
Wettbewerb "Miteinander studieren in Thüringen" 2001/2002
Wettbewerb 2003/2004
Wettbewerb "Miteinander studieren in Thüringen" 2002/2003