Freistaat Thüringen Freistaat Thüringen - Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Inhalt

Europäischer Fonds für regionale Entwicklung

Ziel der Förderung durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) ist es, das regionale Entwicklungsgefälle in der Gemeinschaft durch Beteiligung an der Entwicklung und an der strukturellen Anpassung der rückständigen Gebiete und der sozioökonomischen Umstellung der Gebiete auszugleichen.
Aus der Analyse der Stärken und Schwächen sowie der Chancen und Risiken wurden für Thüringen vier maßgebliche Potenzialfaktoren identifiziert:

  • Forschung, Entwicklung und Innovation,
  • Investitionsquote und Kapitalstock,
  • Infrastruktur und
  • Humankapital

Abgeleitet aus den regionalen Potenzialfaktoren und unter Berücksichtigung der Strategischen Leitlinien der Europäischen Gemeinschaft für den Zeitraum 2007 bis 2013 sowie des Handlungsrahmens des Nationalen Strategischen Rahmenplans ergeben sich drei thematische Schwerpunkte für einen konzentrierten Einsatz des EFRE in Thüringen, die auch die Aufgabenfelder des Thüringer Kultusministeriums betreffen und im Operationellen Programm Thüringen, unter http://www.thueringen.de/de/tmwta/strukturfonds/eu/efre einsehbar, dargestellt sind. Diese sind:

Schwerpunkt 1: Bildung, Forschung und Entwicklung, Innovation
Schwerpunkt 2: Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft
Schwerpunkt 3: Entwicklung und Ausbau der Infrastruktur für nachhaltiges Wachstum


Handlungsbedarf besteht bei der Förderung von Forschung und Entwicklung, Steigerung der FuE-Aktivitäten insbesondere der von KMU sowie der Verknüpfung der Aktivitäten von Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Ausgebaut werden soll auch die öffentliche FuE- sowie die Bildungsinfrastruktur. Im Einzelnen erfasst sind damit die

  • Förderung von Forschung und Entwicklung in Unternehmen durch einzelbetriebliche Technologieförderung, Technologietransfer und den Aufbau eigener FuE-Aktivitäten. Es können Forschungs- und Entwicklungsvorhaben in Unternehmen, aber auch die Vergabe von Aufträgen an externe Forschungseinrichtungen gefördert werden. Daneben können Technologie- und Gründerzentren unterstützt und auch Mittel einem Beteiligungsfonds zugeführt werden. Ziel der Förderung ist es, die Innovationsfähigkeit des Unternehmenssektors vor allem auf zukunftsträchtigen Technologiefeldern zu stärken. Das mit den Vorhaben verbundene überdurchschnittlich hohe Risiko kann in der Folge für das Unternehmen gemindert sowie im Sinne der Nachhaltigkeit die internationale Wettbewerbsfähigkeit verbessert, der Ressourcenverbrauch gesenkt und damit auch die Umweltverträglichkeit verbessert werden. Die Interventionen sind in der Regel auf KMU der gewerblichen Wirtschaft ausgerichtet.

     
  • Unterstützung wirtschaftsnaher Forschungsinstitute. Es ist beabsichtigt, wirtschaftsnahe Forschungsinstitute zu unterstützen und diese damit in die Lage zu versetzen, wirtschaftsnahe Forschung betreiben zu können. Durch eine verbesserte Forschungs- und Technologielandschaft werden die Rahmenbedingungen geschaffen, die es Unternehmen ermöglichen, neue Produkt- und Verfahrensideen zu entwickeln und diese wirtschaftlich zu verwerten.

     
  • Förderung der Bildung und Weiterentwicklung von Forschungsschwerpunkten und Forschungsverbünden - durch die Förderung von Forschungsvorhaben in ausgewählten Technologiefeldern (z.B. Biomedizin/Biotechnologie/Medizintechnik, Informations- und Kommunikationstechnik/Medien, Nanotechnologie und Mikrosystemtechnik, Optik und Optoelektronik/Photonik, Produktionstechnik (einschließlich Fahrzeug-, Fertigungs- und Verfahrenstechnik, neue Materialien und Werkstoffe, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik) soll ein wesentlicher Beitrag zur Stärkung des Forschungs- und Entwicklungspotenzials der Thüringer Wirtschaft erzielt werden. Die Bündelung von Kompetenzen, Nutzung von Synergien und Bereitstellung von FuE-Potenzialen trägt wesentlich zu einer überregional wirksamen Stärkung der Hochschul- und Forschungslandschaft in Thüringen bei und leistet damit zugleich einen Beitrag zur Ausbildung, zur Gewinnung und zum Verbleib hoch qualifizierter Arbeitnehmer in den Forschungseinrichtungen und den KMU in Thüringen. Bevorzugt werden solche Forschungsschwerpunkte und Forschungsverbünde gefördert, die durch interdisziplinäre Zusammenführung verschiedenartiger Forschungsfelder eine besondere Stärkung des Forschungs- und Wirtschaftsstandortes Thüringen erwarten lassen. Die Förderung von Forschungsschwerpunkten und Forschungsverbünden richtet sich an Hochschulen einschließlich des Universitätsklinikums Jena und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen.

     
  • Förderung von FuE-Verbundprojekten zwischen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Hochschulen durch die Kooperation von Unternehmen untereinander bzw. mit Forschungseinrichtungen (Unternehmensverbünden, Verbünde von Unternehmen und Forschungseinrichtungen) können sich Unternehmen Know-how beschaffen und dieses in marktfähige Produkte umsetzen. Technologietransfer und Wissensaustausch sollen durch die Verbundforschung gesteigert werden. Eine hohe Priorität kommt innovativen, technologieorientierten Verbundprojekten der industriellen Forschung und der experimentellen Entwicklung zu, die der Entwicklung von neuen oder neuartigen Systemen und Verfahren mit Zuordnung zu technisch-wissenschaftlichen Innovationsschwerpunkten (Zukunftstechnologien) dienen.

     
  • Förderung von Investitionen zur Einführung neuester Technologien. Die Förderung von Investitionen zur Einführung neuester Technologien sowie von Pilot- und Demonstrationsvorhaben ist vorrangig auf Vorhaben auf zukunftsträchtigen und ressourcenschonenden Technologiefeldern ausgerichtet.

     
  • Förderung der Kooperation von Unternehmen und Forschungseinrichtungen zur Bildung von regionalen Clustern unter industrieller Führung. Dieser Bereich zielt auf die Stärkung der Technologieaktivitäten ab, indem für in der Regel Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft die Zugangsbedingungen zu neuen Produkt- und Verfahrensideen und deren wirtschaftliche Verwertung verbessert werden.

     
  • Unterstützung des öffentlichen Sektors beim Ausbau der Informations- und Kommunikationsinfrastruktur und der Entwicklung von E-Government-Fachanwendungen. Um für Unternehmen und Bürger den Zugang zu Behördeninformationen und Dienstleistungen der Verwaltung in Thüringen zu verbessern, soll die Entwicklung von E-Government-Fachanwendungen, insbesondere auf kommunaler Ebene unterstützt werden.

     
  • Unterstützung der Infrastrukturentwicklung der wirtschaftsnahen Forschungsinstitute, Applikationszentren und Technologie- und Gründerzentren entsprechend der Thüringer Technologiekonzeption - die Infrastrukturen (wirtschaftsnahe Forschungsinstitute, Applikationszentren, Technologie- und Gründerzentren) werden räumlich und sektoral unter Berücksichtigung der in der Technologiekonzeption identifizierten Kapazitäten, Kompetenzen und Cluster ausgerichtet. Die jeweiligen Kompetenzen sollen in die Cluster und Netzwerke mit dem Ziel integriert werden, die Ergebnisse effizient zum Nutzen der Thüringer Wirtschaft zu verwerten. Zuwendungsempfänger können die o. g. Einrichtungen sein.

     
  • Förderung von Schwerpunkten in Forschung und Entwicklung an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Hochschulbauförderung, der weitere Auf- und Ausbau von Hochschulen und Forschungseinrichtungen u. a. mit Gebäuden mit hohem Laboranteil, Geräten, technischen Ausstattungen und IuK-Netzen, zielt auf eine Stärkung der regionalen und überregionalen Forschungsschwerpunkte. Es ist vorgesehen, die Forschungsinfrastrukturen insbesondere in den Bereichen der optischen und optoelektronischen Technologien, Produktionstechnik im Hochpräzisionsbereich, Mikroelektronik, Mikrosystemtechnik, Informations- und Kommunikationstechnik, neuen Materialien und Werkstoffe, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik, Biotechnologie/Biomedizin/Medizintechnik sowie Kunststofftechnik und Automobiltechnik zu modernisieren und auszubauen.
    Hochschulen und Forschungseinrichtungen sind vorrangig in die Lage zu versetzen, die neuen Herausforderungen des internationalen Wettbewerbs in der Forschung auf hohem wissenschaftlichem und technischem Niveau zu bewältigen und den KMU das wissenschaftliche Know-how zur Verfügung zu stellen. Im Vordergrund steht somit die Zusammenarbeit von Hochschulen und außeruniversitärer Forschungseinrichtungen mit Unternehmen zur Lösung von wirtschaftsnahen Forschungsaufgaben. Durch die Bildung von Schnittstellen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft wird ein umfassender Transfer von Wissen ermöglicht. Insgesamt stehen die Maßnahmen im engen Zusammenhang mit der Stärkung der KMU im FuE-Bereich und grenzen sich dadurch von der allgemeinen Hochschulbauförderung durch das Land ab.

     
  • Ausbau und Verbesserung der Infrastruktur im Bereich der beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung - der technisch-wirtschaftliche Wandel erfordert die periodische Weiterentwicklung der Ausstattung von beruflichen Ausbildungsstätten an die sich kontinuierlich ändernde Berufs- und Arbeitswelt. Vorgesehen ist, dass die Ausstattung der technologischen Entwicklung periodisch angepasst wird. Damit trägt dieser Interventionsbereich dazu bei, dass Infrastruktur und Ausstattung im Bereich der beruflichen Bildung verstärkt an den Anforderungen einer wissensbasierten Ökonomie und einer sich ändernden Berufs- und Arbeitswelt ausgerichtet sind.

     
  • Unterstützung der Thüringer allgemein bildenden und berufsbildenden Schulen bei der Ausstattung mit moderner IuK-Technik sowie Laborausrüstungen. Moderne Informations- und Kommunikationstechnologie in Schulen ist Voraussetzung für eine moderne schulische Ausbildung gemäß dem Konzept zur Medienkompetenzentwicklung an Thüringer Schulen. Ziel ist einerseits die systematische und kontinuierliche Umsetzung der "eLearning-Initiative" und des Aktionsplanes "eLearning" der Europäischen Kommission, andererseits erhöht sich längerfristig die Qualifikation des Thüringer Arbeitskräftepotenzials. Durch die Anpassung an die fortschreitende technische Entwicklung, insbesondere auf dem Gebiet der Lern- und Unterrichtssoftware, wird über die Medienkompetenzentwicklung eine unmittelbare Auswirkung auf die Strategie des lebenslangen Lernens erreicht. Die Anpassung des Ausrüstungsniveaus an den Stand der Anwendungstechnik in der Wirtschaft sowie die Umsetzung neuer didaktische Methoden erfordern generell einen Bedarf an Zusatzmodulen auf dem Gebiet der Informations- und Kommunikationstechnologie.
    Priorität in berufsbildenden Schulen hat die Ausstattung mit erforderlichen Laborausrüstungen. Dadurch kann vor allem in den technischen Berufen den neuen Anforderungen an die laborpraktische Ausbildung entsprochen werden. Diese Anforderungen sind mit der Neuordnung der Ausbildungsberufe und der Einführung der lernfeldorientierten Berufsausbildung entstanden. Die praxisorientierte Berufswahlvorbereitung in allgemein bildenden Schulen soll verbessert werden, indem die Ausstattung mit naturwissenschaftlich-technischen Laborausrüstungen erhöht wird.

Für Anfragen steht im Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Dr. Dieter Gentsch (dieter.gentsch{at}tmbwk.thueringen{punkt}de) zur Verfügung.