Freistaat Thüringen Freistaat Thüringen - Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Inhalt

Europaschulen

Verleihung des Namenszusatzes "Europaschule" für Thüringer Schulen im Rahmen
des Entwicklungsprogramms "Eigenverantwortliche Schule"

Bekanntmachung vom 12. Mai 2009

Im Rahmen des Thüringer Entwicklungsprogramm „Eigenverantwortliche Schule“ und zur weiteren Entwicklung des europäischen Gedankens in Bildung und Erziehung verleiht das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur den Namenszusatz "Europaschule".

Der im Thüringer Schulgesetz (in der Fassung der Bekanntmachung vom 30. April 2003; zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 20. Dezember 2010) formulierte Bildungs- und Erziehungsauftrag für Thüringer Schulen unterstreicht die Förderung des europäischen Gedankens im Unterricht und in der außerunterrichtlichen Arbeit. Schule hat somit auch die Aufgabe die An-näherung der europäischen Völker und Staaten sowie die Neuordnung ihrer Beziehungen zu vermitteln und zu unterstützen.

Im Rahmen der spezifischen Ausgestaltung der schulgesetzlichen Regelungen und zur Umsetzung der Beschlüsse der Kultusministerkonferenz zur „Interkulturellen Bildung und Erziehung in der Schule“ bzw. zu „Europabildung in der Schule“ wird den Thüringer Schulen die Möglichkeit gegeben, sich um die Verleihung des Namenszusatzes zu bewerben.

Eine Europaschule ist eine Schule mit europaorientiertem interkulturellen Bildungsprofil, die dieses Gedankengut durch vielfältige Projekte und Maßnahmen zum Ausdruck bringt und diesen Weg als Schulentwicklungsprogramm besonders fördert.

Europaschulen machen es sich zur Aufgabe, Schülerinnen und Schüler auf ein Leben im gemeinsamen Haus Europa vorzubereiten. Sie fördern die europaorientierte interkulturelle Kompetenz durch Wissensvermittlung, Begegnung und Dialog mit Menschen anderer Länder und Kulturen. Alle am Schulleben Beteiligten leisten damit einen herausragenden Beitrag zur weltoffenen Erziehung der jungen Menschen und zum weiteren Zusammenwachsen Europas.

Europaschulen orientieren sich an folgenden Grundsätzen:

  • Integration europäischer Themen:
    In Europaschulen erhalten die Empfehlungen der KMK „Europabildung in der Schule“ (Mai 2008) sowie des Europäischen Parlamentes und des Rates der Europäischen Union zu „Schlüsselkompetenzen für Lebensbegleitendes Lernen“ (Dezember 2006) besondere Bedeutung. Europaschulen erstellen auf dieser Grundlage ein an den Lehrplänen der Länder orien-tiertes „Europa-Curriculum“, das Themen mit europäischer und interkultureller Dimension für alle Jahrgangsstufen aufweist. Unterrichtsergänzende Aktivitäten zur Umsetzung der Europabildung sind fester Bestandteil des schulischen Lebens. Die Auseinandersetzung mit europäischen Themen und Problemstellungen wird unter anderem durch regelmäßige Teilnahme an europaorientierten Wettbewerben und Jugendforen gefördert.
     
  • Fremdsprachenlernen:
    Die Europaschulen besitzen ein Fremdsprachenprofil, welches über das Fremdsprachenangebot der jeweiligen Schulform hinausgeht. Besondere Fremdsprachenangebote im Regelunterricht, Wahlpflichtunterricht und in zusätzlichen Arbeitsgemeinschaften sind etablierter Bestandteil des Schulprogramms. Dazu gehören vorgezogene und veränderte Sprachenfolgen, Sprachintensivkurse, Kompaktlernen, früher Fremdsprachenerwerb, multimediales Fremdsprachenlernen usw. Es besteht die Möglichkeit, Schülerinnen und Schüler auf den Erwerb international anerkannter Sprachdiplome/-zertifikate vorzubereiten. Im berufsbildenden Bereich können Prüfungen zum KMK-Fremdsprachenzertifikat durchgeführt werden.
    Das Europäische Portfolio der Sprachen (EPS) sollte in allen Klassenstufen geführt werden und ist Gegenstand des Fremdsprachenunterrichts, der sich fachlich und methodisch am Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen orientiert. In den weiterführenden Schulen bestehen bilinguale Angebote in Form von Zweigen oder Unterrichtsmodulen. In den weiterführenden Schulen bestehen bilinguale Angebote im Sachfachunterricht in Form von Zweigen.
     
  • Projektorientierte Schulpartnerschaften und Praktika:
    Die Schule führt regelmäßig länderübergreifende Projekte durch und unterhält aktive und dauerhafte Partnerschaften mit Schulen, Ausbildungsunternehmen oder anderen Partnern im europäischen Ausland. Die internationalen Begegnungen und Projekte werden in den Unterricht integriert.
    Dazu werden EU-Programme, Programme weiterer Institutionen und Fördermittel genutzt, soweit dies möglich ist. Von Schulen mit gymnasialer Oberstufe werden mindestens drei Schulpartnerschaften erwartet, von Schulen, die bis zum mittleren Schulabschluss führen sowie Berufsbildenden Schulen mindestens zwei und von Grundschulen mindestens eine Schulpartnerschaft. Die weiterführenden Schulen ermöglichen beruflich orientierte Praktika bzw. Betriebspraktika im europäischen Ausland.
     
  • Personalqualifizierung und Personalentwicklung:
    Die Professionalisierung des Lehrpersonals in europarelevanten Bereichen ist Bestandteil des Fortbildungskonzepts von Europaschulen.
    Dazu gehören auch qualifizierende Maßnahmen zur Verbesserung der Fremdsprachenkenntnisse als Angebot für alle Lehrkräfte sowie Aufenthalte im europäischen Ausland.
     
  • Europaschule in der Region:
    Europaschulen unterstützen in ihrem regionalen Umfeld die Vermittlung des
    Europagedankens.
    Dabei beziehen sie andere Schulen und weitere Einrichtungen in der Region sowie Partner aus Politik und Wirtschaft, Kunst und Kultur in ihre Bildungs- und Erziehungsarbeit mit ein. Europaschulen engagieren sich in schulischen Netzwerken und treten auch hier als Förderer des Europagedankens hervor. Durch eine vielseitige Öffentlichkeitsarbeit und durch Publikationen zu gelungenen Projekten oder zum internationalen Austausch tragen sie zur Verbreitung ihrer Erfahrungen bei.
     
  • Qualitätssicherung:
    Eine schulische Steuergruppe gewährleistet die Umsetzung des Europaschulprogramms.
    Die im Rahmen des Europaprofils realisierten Maßnahmen werden in regelmäßigen Abständen systematisch schulintern evaluiert. Bei externer Evaluation ist das Europaprofil besonders zu berücksichtigen.
     
  • Bewerbungsmodalitäten:
    Schulen, die den Namenszusatz „Europaschule“ führen möchten, legen dem Thüringer Kultusministerium auf dem Dienstweg einen entsprechenden Antrag vor.

Der Antrag soll enthalten:

  • Vorblatt (Anlage)
  • Kurze Darstellung des Schulprofils
  • Konzeption des europäischen Bildungs- und Erziehungsprofils der Schule
  • Dokumentation der bisherigen Maßnahmen und Aktivitäten zur Umsetzung der europäischen Dimension im Rahmen der Schulentwicklung anhand ausgewählter Beispiele
  • Darstellung der geplanten Maßnahmen und Aktivitäten zur Umsetzung der europäischen Dimension im Rahmen der Schulentwicklung
  • Beschluss der Schulkonferenz und Zustimmung des Schulträgers

Zusätzlich bei Folgeanträgen:

  • Darstellung von Evaluationsmaßnahmen und von Maßnahmen zur qualitativen Weiterentwicklung der Konzeption der Vorjahre


Die Bewerbungen sind bis zum 15. Januar eines jeden Jahres zu richten an das

Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur
Referat für EU und Internationale Angelegenheiten
Postfach 900463
99107 Erfurt

Die Verleihung des Namenszusatzes erfolgt jährlich im Mai im Rahmen der Europawoche für einen Zeitraum von drei Jahren. Schulen, denen das dritte Mal in Folge dieser Namenszusatz verliehen wurde, sind berechtigt diesen unbefristet bei Einhaltung der oben genannten Voraussetzungen zu führen.

Im Rahmen der regulären Schulbesuche der Expertenteams wird bei Schulen mit dauerhaft verliehenem Namenszusatz „Europaschule“ auf die Einhaltung der Kriterien geachtet.
Wenn eine Schule die in den Grundsätzen genannten Voraussetzungen nicht mehr erfüllt, kann ihr auf Vorschlag des zuständigen Staatlichen Schulamtes nach Benachrichtigung des Schulträgers der Namenszusatz aberkannt werden.
 

Download-Icon Antrag auf Verleihung des Namenszusatzes „Europaschule“
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Liste der Thüringer Europaschulen

(Stand Januar 2012)

1. Schulen mit dauerhaftem Titel „Europaschule“

Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Schule Erfurt,
Staatliche Grundschule
Blumenstraße 20
99092 Erfurt
 www.europaschuleerfurt.de
Namensverleihung: 1999, 2002, 2005

Ludwig-Bechstein-Schule Gotha
Staatliche Grundschule
Brunnenstraße 46
99867 Gotha
 www.bechsteinschule-gotha.de
Namensverleihung: 2000, 2003, 2006

Staatliche Grundschule „Friedrich Schiller“
Hugo-Schrade-Straße 3
07745 Jena
 www.schillerschule-jena.de
Namensverleihung: 2002, 2005, 2008

Staatliche Grundschule Marlishausen
Schulstraße 1
99310 Wipfratal
 www.gs-marlishausen.de/
Namensverleihung: 2002, 2006, 2009

Staatliche Grundschule
"Josias Friedrich Löffler" Gotha
Am Tivoli 18
99867 Gotha
 www.loefflerschule.de/
Namensverleihung: 2003, 2006, 2009

Staatliche Grundschule Steinheid
Göritzweg 15
98749 Steinheid
 www.gs-steinheid.de
Namensverleihung: 2004, 2007, 2010

Rötlein-Regelschule Zeulenroda
Staatliche Regelschule
Otto - Grotewohl - Ring 37
07937 Zeulenroda
 www.roetleinschule.de
Namensverleihung: 1999, 2002, 2005

Staatliche Regelschule Waltershausen
Am Schulplatz 8
99880 Waltershausen
Namensverleihung: 2001, 2005, 2008

Ostschule Gera
Staatliche Regelschule
Karl-Liebknecht-Straße 56
07546 Gera
 www.ostschule-gera.de
Namensverleihung: 2003, 2006, 2009

Lucas-Cranach-Schule
Staatliches regionales Förderzentrum Gotha
Breite Gasse 5
99867 Gotha
Namensverleihung: 2004, 2007, 2010

Veit-Ludwig-von-Seckendorff Gymnasium Meuselwitz
Staatliches Gymnasium
Rathausstraße 16
04610 Meuselwitz
 www.seckendorffgym.de
Namensverleihung: 1999, 2002, 2005

Bergschule St. Elisabeth, Staatlich anerkanntes katholisches Gymnasium
Friedensplatz 5/6
37308 Heiligenstadt
 www.bergschule-st-elisabeth.de
Namensverleihung: 2000, 2003, 2006

Staatliches Gymnasium
"Am Lindenberg" Ilmenau
Gerhart-Hauptmann-Straße 5
98693 Ilmenau
 www.gym-amlindenberg.de
Namensverleihung: 1999, 2002, 2006

Hennebergisches Gymnasium „Georg Ernst“
Staatliches Gymnasium
Klosterstraße 2-4
98553 Schleusingen
 www.gym-schleusingen.de
Namensverleihung: 2001, 2004, 2007

Staatliches Thüringisches Rhön-Gymnasium
Petersgärten 12
98634 Kaltensundheim
 www.rhoengym.de
Namensverleihung: 2003, 2007,2010

Staatliches Berufsbildendes
Schulzentrum Jena - Göschwitz
Rudolstädter Straße 95b
07745 Jena
 www.sbsz-jena.de
Namensverleihung: 2001, 2004, 2007

Karl-Volkmar-Stoy-Schule Jena
Staatliches Berufsschulzentrum
Wirtschaft und Verwaltung
Paradiesstraße 5
07743 Jena
 www.stoyschule.de
Namensverleihung: 2003, 2006, 2009

Staatliches Berufsbildendes Schulzentrum Hildburghausen
Wiesenstraße 20
98646 Hildburghausen
 www.sbz-hildburghausen.de
Namensverleihung: 2003, 2006, 2009
Rudolf-Diesel-Schule Erfurt

Staatliche Berufsbildende Schule 2
Eugen-Richter-Straße 22
99085 Erfurt
 www.rudolf-diesel-schule.de
Namensverleihung: 2004, 2007, 2010

Berufliche Schulen des Unstrut-Hainich-Kreises
Sondershäuser Landstraße 39
99974 Mühlhausen
 www.bs-uhk.de
Namensverleihung: 2004, 2008, 2011

 

2. Weitere „Europaschulen“

Staatliche Regelschule Niederorschel
Bahnhofstraße 70
37355 Niederorschel
 www.regelschule-niederorschel.de
Namensverleihung: 2007, 2010

ImPULS-Schule Schmiedefeld
Staatliche Regelschule
Schulstraße 12
98711 Schmiedefeld
 www.schule-schmiedefeld.de
Namensverleihung: 2009

Staatliche Berufsbildende Schule für Gesundheit und Soziales Jena
Rudolf-Breitscheid-Straße 56/58
07747 Jena
 www.mefa-jena.de
Namensverleihung: 2008, 2011

Ernst-Benary-Schule
Ausbildungsschule
Langer Graben 82
99092 Erfurt
 www.ebs-erfurt.de
Namensverleihung: 2010