Freistaat Thüringen Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Inhalt

Übersicht über die systematisierten Verfahren zur Qualitätsentwicklung

VerfahrenMethode im Bereich der Bestands-
aufnahme
InstrumentariumTiefe der AnalyseAuswertung und RückmeldungenBesondere Kennzeichen und Schwerpunkt
"European Foundation for Quality Management"
(EFQM)
Ganzheitlicher und sehr umfassender Ansatz, der 9 Bereiche in den Blick nimmt und zur weiteren Untergliederung in Subkriterien auffordert.Zu den vorliegenden Instrumenten, die die Einschätzungen steuern, werden weiterführende Erhebungen notwendig: Befragung, Interview, Beobachtung.Neben den 9 Bereichen, die verpflichtend bearbeitet werden müssen, ist eine Auswahl aus Subkriterien für die vertiefende Analyse notwendig.Es sind 5 Arbeitsgruppen zur Erhebung der Stärken und Identifikation der Veränderungs-
bereiche notwendig. Alle an der Erhebung Beteiligten sichten die Daten, gleichen diese ab und gelangen zu einer verbindlichen konkreten Maßnahmen-planung.
Das Verfahren ist durch eine klare Strukturierung, vernetztes Denken gekennzeichnet. Es fordert stark zur Konsensbildung auf und sichert eine kommunikative Validierung im Bereich der Datenerhebung.
"Internationa-
les Netzwerk Innovativer Schulsys-
teme"
(INIS)
Erfassen von 5 schulrele-
vanten Bereichen durch Befragung von Eltern, Schülern und Lehrern (evtl. Mitarbeitern) als wichtigste schulische Akteure.
Die auf wissens-
chaftlicher Basis entwickelten und validierten Fragebogen weisen eine Vernetzung auf, die die Einschätzung aus verschiedenen Perspektiven zulassen und damit auch auf Widersprüche hinweisen.
Die wesentlichen Bereiche für Schulqualität werden durch Kriterien, Subkriterien und Indikatoren erfasst. Die Auswertung liefert die notwendigen Informationen.Die Fragebogen werden zentral ausgewertet, dabei an einer schulart-
spezifischen Vergleichs-
gruppe gemessen und mit einer Interpretations-
hilfe zurück gemeldet. Durch die internationale Anbindung besteht die Chance zu nationalen und internationalen Vergleichsdaten. Die Stärken und Schwächen der Schule sind im Bericht deutlich hervorgehoben.
Empirisch gesicherte Datenerhebung, durch Erprobung in der Praxis überprüft und theoretische fundiert, international vernetzt.
"Qualitäts-
verbesserung in der Schule" (Q-Prozess)
Insgesamt werden vier Bereiche erfasst, die Bewertung wird durch eine Lehrer-
einschätzung vorgenommen.
Die Einschätzungs-
fragen müssen durch zusätzliche Instrumente ergänzt werden, um die an Schule Beteiligten stärker einzubeziehen.
Es werden die notwendigen Schwerpunkt-
bildungen vorgenommen.
Zu den von einer Steuergruppe bearbeiteten Fragen werden über eine Auswertungs-
software schulische Durchschnitts-
werte für die Auswertungs-
bereiche gebildet. Diese sollen mit einem noch nicht näher definierten Wert vergleichbar sein (Vorlage ab Dezember 2003).
Aus "Total Quality Management"
(TQM) abgeleitet, bewährtes System zur Bewertung von Qualität in der Wirtschaft, verspricht eine unkomplizierte Datenge-
winnung durch eine Lehrer-
einschätzung ohne direkten Einbezug anderer Beteiligter.
Zusammen-
fassung
Bei allen Methoden steht der Unterricht und die Führung im Mittelpunkt. Die Unterschiede liegen in der Breite des Ansatzes und dem Umfang der erfassten Sichtweisen.Voraus-
setzungen zum Einsatz der Instrumente sind Grundkennt-
nisse in der Evaluation und eine Projekt- oder Steuergruppe, in die auch der Schulleiter einbezogen ist sowie eine hohe Akzeptanz im Kollegium.
Für die Auswahl sind der Stand der Schulentwicklung, die Größe des Kollegiums, die "Philosophie" der Beteiligten und schließlich die Zielstellung der Bestands-
aufnahme ausschlaggebend.
Alle drei Verfahren sind um ein Objektivierungsmaß bemüht. Während das erste Verfahren (EFQM) dazu die Konsensbildung unter allen Beteiligten benutzt, werden in den beiden anderen Verfahren Vergleichsdaten herangezogen. Die Verfahren EFQM und INIS sind inzwischen in der Praxis erprobt und werden von Kollegien als geeignet eingestuft die Bestandsaufnahme vorzunehmen, notwendige Arbeitsvorhaben zu erkennen und nach einer Evaluation in eine neue Bestandsaufnahme einzutreten. Die Erprobung Q-Prozess läuft im Schuljahr 2003/04.