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Ergebnisse einer Befragung von Schulleitern

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Einige Ergebnisse einer Befragung von Schulleitern zu den Motiven für die Bewerbung zur Teilnahme an IGLU sowie zu den Erwartungen nach der Auswertung der IGLU-Daten

Den Schulleitern von 19 an IGLU beteiligten Grundschulen wurde ein Fragebogen übergeben, 18 erhielt das Kultusministerium zurück. Neben den Motiven zur Bewerbung zur Teilnahme an IGLU wurde darin auch nach Erwartungen nach der Auswertung von IGLU gefragt. Auch der Prozess im Vorfeld der Entscheidung innerhalb der Schule sowie der Informationsfluss wurden genauer untersucht.
In der Regel wurde eine Auswahl von Antworten vorgegeben. Unter der Rubrik „Sonstiges“ konnten jedoch auch andere (von den Vorgaben abweichende) Antworten vermerkt werden, davon wurde jedoch nur selten Gebrauch gemacht.
Lediglich eine Aufgaben war offen angelegt, so dass die Erwartungen selbst formuliert werden konnten bzw. mussten.

Motive für die Bewerbung um die Teilnahme an IGLU

Die folgenden Aussagen waren vorgegeben:

  1. Ich erwarte weitere Anstöße für die Entwicklung meiner Schule.
  2. Mich interessiert, inwieweit die schulischen, familiären und sozialen Bedingungen Einfluss auf die Kompetenz des Leseverständnisses besitzen.
  3. Ich bin überzeugt, dass solche Untersuchungen Voraussetzung für aktuelle Unterrichtsforschung sind.
  4. Ich erachte es als wichtig, den Stand der Schüler in meiner Schule im Vergleich zu anderen Schulen zu bestimmen.
  5. Die Auswertung der Ergebnisse gestattet mir bessere Argumentationen gegenüber Eltern.
  6. Die Teilnahme erfolgte auf Drängen der Schulaufsicht.
  7. Die Auswertung der Untersuchungen bietet meines Erachtens lohnende Ansatzpunkte für Lehrerfortbildung.
  8. Ich bin der Meinung, dass externe Evaluationen bedeutsam sind für Schulentwicklungsplanung.

Abbildung1

Bis auf eine Ausnahme (Aussage 6 „Die Teilnahme erfolgte auf Drängen der Schulaufsicht.“) wurde alle anderen vorgegebenen Aussagen von der deutlichen Mehrheit der Schulleiter als zutreffend bzw. sehr zutreffend eingeschätzt.
Dies trifft in besonderer Weise auf die Aussage 2 („Mich interessiert, inwieweit die schulischen, familiären und sozialen Bedingungen Einfluss auf die Kompetenz des Leseverständnisses besitzen“) zu.
Bei der Aussage 4 („Ich erachte es als wichtig, den Stand der Schüler in meiner Schule im Vergleich zu anderen Schulen zu bestimmen.“) wurde von etwa 50% der Schulleiter die Kategorie „sehr zutreffend“ gewählt, andererseits entschieden sich aber auch 25% für „nicht zutreffend“. Da die Gründe für die Zustimmung bzw. Ablehnung nicht erfasst wurden, ist eine Interpretation recht schwierig. Einerseits kann der Vergleich mit anderen Schulen wichtige Informationen und Argumente für Pläne zur Schulentwicklung (vielleicht auch zur Schulnetzplanung) liefern, andererseits müssen dann aber auch alle Besonderheiten der einzelnen Schulen beachtet werden. Geht man dagegen von objektiven Kriterien (z. B. Zuordnung von Schülerleistungen zu Kompetenzstufen) aus, ist der Vergleich mit anderen Schulen eher nebensächlich. Die Veränderung von Unterricht muss sich immer an inhaltlichen Vorgaben (Zielen) orientieren.
Über die Existenz von IGLU wurden die Schulleiter vorwiegend auf dem üblichen Weg informiert, 10-mal kam die Information vom Schulamt und 6-mal vom ThILLM.

Prozess der Entscheidung sowie Weitergabe der Informationen

Die Entscheidung zur Teilnahme an IGLU wurde von der Schulleitung im Zusammenwirken mit einzelnen Lehrern der Schuler (in der Regel werden das die Klassenleiter der 4. Klassen bzw. in dieser Klassenstufe unterrichtende Lehrer gewesen sein) getroffen.

Der Informationsfluss wurde überwiegend mit „gut“ bzw. „sehr gut“ eingeschätzt, die Beschaffung zusätzlicher Informationen fand nicht statt.

Das Lehrerkollegium wurde über die Entscheidung informiert, zumeist erfolgte dies während einer Lehrerkonferenz/Dienstberatung, aber auch mit Hilfe von Einzelgesprächen. In einer Schule wurde über einen Aushang im Lehrerzimmer informiert, in einer weiteren erfolgte keine Information. Sicherlich wäre es günstig, wenn in allen teilnehmenden Schulen im Vorfeld der Untersuchung etwa der gleiche Informationsstand existiert. Gleichzeitig sollte jedoch ausgeschlossen werden, dass durch spezielle Vorbereitungen Verfälschungen im Ergebnis entstehen. Aus dieser Sicht spricht auch einiges für keine oder eine sehr späte Information des Kollegiums.

Die Mehrzahl der Schüler war zum Zeitpunkt der Schulleiterbefragung (Mitte März 2001) bereits informiert, dies geschah vorwiegend durch die Klassenleiter bzw. die Fachlehrer für die entsprechenden Unterrichtsfächer (etwa 50%), zum Teil auch durch die Schulleitung direkt (etwa 20 %).

Die Information der Eltern erfolgte bis zum o. g. Zeitpunkt nur an zwei Schulen. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass die Eltern über ihre Kinder indirekt über dieses Vorhaben informiert wurden.

Einschätzungen zum Wert der Rückmeldungen

Eine Rückmeldung über die Ergebnisse der Untersuchung erachten 12 Schulleiter als sehr wichtig, 5 als wichtig. Bei der Einschätzung des Wertes verschiedener Formen der Rückmeldung ergab sich folgende Rangfolge:

1 – Auswertung der Schuldaten (1,5)

2 – Länderbericht Thüringen (1,7)

3 – Auswertung der einzelnen Klassen (2,0)

4 – Nationaler Bericht (2,1)

5 – Internationaler Bericht. (2,5).

(1=sehr wichtig; 2=wichtig; 3=weder wichtig noch unwichtig, 4=unwichtig; 5=sehr unwichtig)

Die einzige offene Frage erbrachte eine Vielzahl von Erwartungen, die zum Teil sehr allgemein gehalten waren und in dieser Form schlecht auswertbar sind. Andererseits wurden sehr konkrete Erwartungen formuliert. Sicherlich können nur einige davon im Rahmen von IGLU erfüllt werden, da entsprechende Vergleiche für gesicherte Aussagen oftmals fehlen werden.

Etwa 60% der Schulen erwarten zusätzlich zur Übergabe der Ergebnisse Hilfen für die Veränderung der Arbeit in der Schule, alle Schulen erwarten Reaktionen als Ergebnis der Untersuchung. Besonders gefragt sind Aktivitäten des ThILLM (Angebote an Fortbildungsveranstaltungen) sowie der verschiedenen Ebenen der Schulaufsicht, Kultusministerium, Staatliche Schulämter (Überarbeitung der Stundentafel, Auslösung von Schulprojekten bzw. -versuchen).

Diese Erwartungen treffen sich mit den Überlegungen, die zur Zeit im Zusammenhang mit PISA angestellt werden. Schulen sollen sowohl bei der Interpretation ihrer Ergebnisse (Schulrückmeldungen) unterstützt werden, als auch Hilfen zur Schulentwicklung erhalten.

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