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Deufel fordert Freiheit e.V. zur Zusammenarbeit auf und sichert den Betroffenen in der Andreasstraße weitreichende Mitwirkung zu
Staatssekretär: „Gleichberechtigte Einbindung aller Aufarbeitungsinitiativen“
Heute findet erneut ein Gespräch von Thüringens Staatssekretär für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Prof. Dr. Thomas Deufel, mit Vertretern von Freiheit e. V. statt. Gegenstand ist die vereinbarte Mitarbeit des Vereins an der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße. Deufel hatte dem Förderverein Gedenkstätte Andreasstraße Freiheit e.V. ein weitreichendes Angebot zur Mitwirkung vorgelegt. Erneut hatte er dabei betont, dass alle interessierten Aufarbeitungsinitiativen gleichberechtigt in die Arbeit eingebunden werden müssten.
„Wir sind uns einig, dass wir ein würdiges und wirkungsvolles, öffentliches und individuelles Gedenken an die Opfer der SED-Diktatur an diesem Ort möglich machen müssen. Das ist mir auch persönlich ein besonderes Anliegen. In der Mitarbeit des Vereins in der Gedenkstätte sehe ich einen wichtigen Beitrag für das Gelingen des Gesamtkonzepts“, so Deufel. Zu seiner Verantwortung gehöre aber auch, alles zu tun, dass eine für die Zukunft tragfähige Struktur entstehe, die eine nachhaltige Betreibung garantiere. Eine alleinige Trägerschaft eines einzelnen Vereins sei schon angesichts der umfangreichen Landesmittel, die in das Vorhaben fließen, nicht realistisch.
Der Staatssekretär erklärte weiter: „Das Angebot zur Mitwirkung entspricht den vorgebrachten Wünschen und auch den satzungsgemäßen Zielen des Vereins. Den Vorstellungen des Vereins nach einer eigenen Trägerschaft für die Andreasstraße kann aus guten, von mir immer dargestellten Gründen, nicht entsprochen werden. Ich lege höchsten Wert darauf, dass alle notwendigen Perspektiven und Erfahrungen in der Erinnerungsstätte Platz haben. Das erfordert die angemessene Einbindung aller interessierten Aufarbeitungsinitiativen, die von mir gleichberechtigt mit Freiheit e.V. zur Mitarbeit und zum Abschluss vergleichbarer Vereinbarungen eingeladen sind. Gemeinsam mit ihnen und ausgewiesenen Fachwissenschaftlern wollen wir das im Jahr 2008 vom ‚Expertengremium zur Beratung der Nutzungskonzepte für eine künftige Gedenkstätte im ehemaligen MfS-Untersuchungsgefängnis Andreasstraße’ vorgelegte Konzept weiter entwickeln.“
Für Bau- und Restaurierungsmaßnahmen an der geplanten Gedenkstätte stellt das Land 5,6 Millionen Euro zur Verfügung. Im letzten Jahr hat das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur etwa fünf Millionen Euro in Vorhaben zur Aufarbeitung der SED-Diktatur investiert.
Ein Kernpunkt der Vorschläge des Ministeriums ist den Wünschen des Fördervereins entsprechend die Bildung eines Beirats für die künftige Gedenk- und Bildungsstätte, dem Vertreter von Aufarbeitungsinitiativen angehören. Der Beirat soll die künftige Leitung der Einrichtung in Fragen der inhaltlichen Arbeit, bei Ausstellungsvorhaben und Veranstaltungen beraten und deren Vernetzung zur Stadt Erfurt und lokalen Bildungsträgern unterstützen. Der Verein wird darüber hinaus mit eigenen Vertretern in die Findungskommission für den künftigen Leiter der Gedenk- und Bildungsstätte einbezogen.
Außerdem wird der Verein an der geplanten Arbeitsgruppe zu Entwicklung des wissenschaftlichen Konzepts für Gestaltung der Dauerausstellung und den Baugesprächen mit dem Investor, der OFB Projektentwicklung GmbH, beteiligt. Diese soll sich an den Empfehlungen der Expertengruppe orientieren, die auf Wunsch des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur schon im Jahr 2008 vorgelegt worden sind. Besonderen Wert legt Deufel darauf, dass parallel zum Projekt Andreasstraße nunmehr an einem Landeskonzept zur Aufarbeitung des SED-Unrechts gearbeitet wird, das auch eine nachhaltige Trägerstruktur für die verschiedenen Gedenkstätten in Thüringen umfasst.
Die Empfehlungen des Expertenkommission sind im Internet zu finden unter:
www.thueringen.de/de/tmbwk/aktuell/presse/36191/uindex.html