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Zukunftsinitiative „Exzellentes Thüringen“
für Hochschulen, Forschung und Innovation 2008 bis 2011
Wissen und Innovationskraft sind die Grundlagen für Wohlstand und Zukunftsfähigkeit eines Landes. Deshalb sind Investitionen in Bildung, Forschung und Entwicklung ein zentraler politischer Schwerpunkt der Thüringer Landesregierung.
Die Landesregierung plant für die kommenden vier Jahre Investitionen von rund 2,81 Milliarden Euro in Hochschulen, Forschung und Innovation. Der neue Hochschulpakt ist Teil einer umfangreichen Zukunftsinitiative. Dazu kommt ein Landesprogramm „ProExzellenz“ zur Förderung besonderer Spitzenleistungen und zusätzlichen Stärkung der wissenschaftlichen Leistungskraft. Landesregierung, Hochschulen und Forschungseinrichtungen verständigen sich außerdem auf Thüringer Forschungsstrategie und gemeinsame Maßnahmen zur Verbesserung der Lehre. Die Finanzierung erfolgt anteilig aus Landes-, Bundes- und Europa-Mitteln (EFRE/ESF).
Dieses ressortübergreifende Investitionspaket fördert und unterstützt maßgeblich die wissenschaftliche und wirtschaftliche Zukunftskraft des Freistaats. Die Aktivitäten und Maßnahmen reichen dabei von der Hochschulforschung über die außeruniversitären Forschungseinrichtungen bis hin zur wirtschaftsnahen Technologie- und Entwicklungsförderung. Sie zielen auf Innovationsstärke und Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, stärken damit die Innovationskraft mittelständischer Unternehmen und befördern die Neugründung von Unternehmen.
Den umfangreichsten Baustein stellt der Thüringer Hochschulpakt II einschließlich Hochschulbau und Hochschulpakt 2020 mit insgesamt 1,76 Milliarden Euro bis 2011 dar. Neben umfassender finanzieller Planungssicherheit erhalten die Hochschulen des Landes durch Budgetierung ihrer Haushalte zukünftig noch mehr Flexibilität bei der Mittelbewirtschaftung. Zusammen mit dem novellierten Thüringer Hochschulgesetz verfügen sie damit über umfassende Handlungsfreiheiten und größtmögliche Planungssicherheit. Im Gegenzug verpflichten sich die Hochschulen im Rahmen von verabredeten Ziel- und Leistungsvereinbarungen zu entsprechenden Leistungsprofilen, etwa zu Erfolgsquoten bei den Studierenden, einem spezifischen Fächerangebot oder bestimmten inhaltlichen Reformpaketen.
Das neue
Landesprogramm „ProExzellenz“ soll bedeutende Maßnahmen zur Stärkung der Bereiche Forschung, Innovation, Nachwuchs und Lehre bündeln. Die Thüringer Landesregierung wird damit insbesondere herausragende Forschungsvorhaben, die Förderung von Spitzenclustern, den wissenschaftlichen Nachwuchs, die Förderung von Frauen in akademischen Laufbahnen sowie Maßnahmen zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses und des Personalaustausches zwischen Wissenschaft und Wirtschaft unterstützen. Darüber hinaus ist beabsichtigt, die Forschungsinfrastruktur durch gezielte Gerätebeschaffungen und Baumaßnahmen weiter zu stärken. Dieses Landesprogramm dient somit vor allem der noch besseren Positionierung in Forschung und Wissenschaft.
Die strategische Planungs- und Entscheidungsgrundlage aller Maßnahmen innerhalb der Zukunftsinitiative bildet die Thüringer Forschungsstrategie, die bis Ende 2007 gemeinsam von der Landesregierung, den Thüringer Hochschulen und den Forschungseinrichtungen erarbeitet und verabschiedet wird. Sie identifiziert die herausragenden Forschungsschwerpunkte, betont die Stärken der Thüringer Forschungslandschaft und zeigt besondere Vernetzungspotentiale auf. Eine Evaluierung der Ziele, Vorhaben und Leistungskraft soll im Verlauf die Effizienz und Zielgenauigkeit der Zukunftsinitiative abrunden und schärfen.
Die Thüringer Lehrstrategie soll außerdem den herausragenden Wert exzellenter Lehre an den Hochschulen sichtbar machen. Auch sie wird von der Landesregierung und den Hochschulen gemeinsam entwickelt und soll wesentlich zur Attraktivität des Studienstandorts Thüringen beitragen und so mithelfen, die Ziele des Hochschulpakts 2020 zwischen Bund und Ländern zu erreichen. Darin verpflichtet sich Thüringen, in den nächsten Jahren seine Ausbildungskapazitäten im Hochschulbereich trotz gegenläufiger demographischer Entwicklung auf dem Niveau des Jahres 2005 zu halten und jährlich 9.325 Studienanfängern einen attraktiven Studienplatz zur Verfügung zu stellen. Dafür sind sowohl entsprechende Marketingaktionen als auch bestmögliche Studienbedingungen erforderlich. Im Übrigen soll die Lehrstrategie direkt mit der von der Kultusministerkonferenz vorbereiteten Qualitätsoffensive „Exzellente Lehre“ korrespondieren.
Insgesamt stellen sich die Investitionsbausteine der Zukunftsinitiative „Exzellentes Thüringen“ für den Zeitraum 2008 bis 2011 wie folgt dar: