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Medieninformation 

Grundsteinlegung für Digital Bauhaus Lab in Weimar

Carius: Bauhaus-Universität ist Zukunftslabor für den Freistaat Thüringen

„Am ‚Digital Bauhaus Lab’ wird künftig die Erforschung digitaler Medientechnologien im Mittelpunkt stehen. Durch die gezielte Kooperation mit Firmen soll der Transfer von Entwicklungen zu innovativen Produkten vorangetrieben werden. Die Bauhaus-Universität Weimar ist damit ein ‚Zukunftslabor’ für den Freistaat Thüringen“, sagte heute (Donnerstag) der Minister für Bau, Landesentwicklung und Verkehr, Christian Carius, bei der Grundsteinlegung für das neue Forschungsgebäude in Weimar.

Der Rektor der Bauhaus-Universität Weimar, Prof. Dr.-Ing. Karl Beucke, sagte: "Wir sind sehr stolz darauf, dass die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz, die Deutsche Forschungsgemeinschaft und das Land Thüringen jeweils zu der Einschätzung gelangt sind, dass es im Digital Bauhaus Lab um herausragende wissenschaftliche Qualität und eine nationale Bedeutung geht und es daher eine umfassende Förderung verdient. Nur so kann aus den Ideen und Forschungsambitionen unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Künstlerinnen und Künstler ein herausragender Ort von dieser Qualität und Ausstattung entstehen."

Auch die Gebäudetechnik des Forschungsbaus wird über innovative Lösungen verfügen. Die Gebäude der Liegenschaft sollen zentral vom ‚Digital Bauhaus Lab’ durch eine Kombination aus geothermischer Wärmepumpe, einem Blockheizkraftwerk und vier Gasbrennwertheizkesseln mit Wärme versorgt werden. Als Energiequelle für die Wärmepumpe stehen neben der technologischen Abwärme aus dem Serverraum auch 35 Erdwärmesonden zur Verfügung. Diese wurden durch 120 Meter tiefe Bohrungen unter den Park- und Freiflächen installiert. Die Anforderungen des Erneuerbaren-Energien-Wärmegesetzes (EEWärmeG) werden mit dieser Anlage übererfüllt. „Durch die zentrale Wärmeversorgung werden wir nicht nur eine sehr umweltfreundliche, sondern auch die wirtschaftlichste Variante errichten“, sagte Carius. „Damit bekennt sich der Staatliche Hochbau zu seiner Vorbildfunktion in der Energiewende.“

Hintergrund: Mit dem Digital Bauhaus Lab entsteht für 7,65 Millionen Euro auf dem Campus der Bauhaus-Universität Weimar ein interdisziplinäres Forschungszentrum, das Informatikern, Ingenieuren, Gestaltern und Geisteswissenschaftlern ab 2013 modernste Laborflächen und Arbeitsumgebungen auf technisch höchstem Niveau bietet. Das Gebäude wird wichtige Forschungsschwerpunkte zum Thema digitale Medien vereinen, die sich konkreten Fragestellungen unserer Wissens- und Informationsgesellschaft widmen, etwa „Informationssuche und Wissensverarbeitung“, „Informationszugang und Kollaboration“ oder „Sicherheit und Vertrauen“.

Das Digital Bauhaus Lab wurde nach dem Vorbild berühmter US-amerikanischer Labore wie dem MIT Media Lab in Cambridge/Massachusetts konzipiert. Auf vier Etagen mit fast quadratischem Grundriss und 580 Quadratmetern Hauptnutzfläche werden zehn Labore einziehen, zum Beispiel ein Interface-Entwicklungslabor und ein Visual-Analytics-Labor. Es wird auch ein Labor geben, in denen soziale Interaktion in öffentlichen Räumen erforscht und der Mensch selbst zum Untersuchungsgegenstand wird. Rechnerseitig wird das Digital Bauhaus Lab sowohl High-Performance-Computing für Simulationsaufgaben des Bauingenieurwesens als auch die Verarbeitung extrem großer Datenmengen ermöglichen, wie sie bei der Analyse des World Wide Web zu bewältigen sind.

Eines der Forschungsgeräte, die im Digital Bauhaus Lab zur Verfügung stehen werden, ist das Multi-User 3D-Display. Es unterstützt Informatiker und Bauingenieure in ihrer Zusammenarbeit auf einer „Virtuellen Baustelle“ und erlaubt insbesondere die Visualisierung komplexer räumlicher Simulationen. Ausgestattet ist es mit einer ca. fünf Meter mal drei Meter großen Projektionsleinwand und einer Auflösung von 2560 mal 1600 Bildpunkten. Vor dem Display können so bis zu sechs Personen gleichzeitig mit Hilfe von 3D-Bildern interagieren. Zehn Trackingkameras erfassen Kopfbewegungen der Nutzer – dadurch wird von jeder Position aus das dargestellte Szenario perspektivisch korrekt in 3D dargestellt. Alle Benutzerinnen und Benutzer können sich somit unabhängig frei im Raum bewegen, auf Objekte zeigen und um sie herumgehen. Das Multi-User 3D-Display ist eines von sechs geplanten Forschungsgroßgeräten im Digital Bauhaus Lab und bisher das einzige seiner Art weltweit.