
Die Positionsbestimmung mit Hilfe von Satelliten ist heute allgemein bekannt und wird vielfältig genutzt, z. B. in Navigationssystemen für Autos, beim Geocaching und in Handys. Mit diesen Techniken erreicht man Positionsgenauigkeiten von etwa 10 Meter. Mit sogenannten differentiellen Messverfahren lässt sich die Genauigkeit steigern. Dafür kommen ein fester und ein mobiler Empfänger für Satellitensignale zum Einsatz, deren Daten gemeinsam ausgewertet werden. Damit lasen sich Genauigkeiten im cm-Bereich erreichen. Diese hohen Genauigkeiten gestatten eine Nutzung der Technik im Vermessungs- und Geoinformationswesen, beispielsweise zur Koordinatenbestimmung.
Das amtliche deutsche Vermessungswesen betreibt fest installierte Empfänger für Satellitensignale, sogenannte Referenzstationen. Über 270 Referenzstationen, die über ganz Deutschland verteilt sind, bilden das SAPOS-Referenznetz. Die Daten des Referenznetzes werden weiterverarbeitet und den Nutzern bereitgestellt. So ermöglicht SAPOS eine schnelle, einfache und präzise Positionsbestimmungen mit Hilfe von Satellitenmessverfahren.
Gleichzeitig ist jede SAPOS-Referenzstation ein amtlicher geodätischer Festpunkt. SAPOS stellt, neben den klassischen amtlichen Festpunktfeldern der Lage und Höhe, den geodätischen Raumbezug auf effiziente Weise zur Verfügung. Die mit SAPOS ermittelten Ergebnisse entstehen im amtlichen Raumbezugssystem ETRS89. Die ermittelten ellipsoidischen Höhen werden in das amtliche Höhensystem DHHN92 umgerechnet.
Mit der Bereitstellung von SAPOS nehmen die Vermessungsverwaltungen der Länder ihren gesetzlichen Auftrag wahr, den Raumbezug zu realisieren. Sie haben eine staatliche Infrastruktur geschaffen, deren Bestand langfristig gesichert ist. SAPOS hat sich den offenen und internationalen Standards wie RINEX und RTCM unterworfen und ist so für alle Nutzer, alle Geräte und alle Anwendungen offen. SAPOS ist firmenunabhängig und interessensneutral. SAPOS ist höchsten Qualitätsstandards bezüglich technischer Ausstattung, Zuverlässigkeit und Servicequalität verpflichtet. SAPOS unterliegt entsprechend dem aktuellen Stand der Technik einer fortlaufenden Modernisierung.
Die SAPOS-Dienste sind eine einheitlich definierte Schnittstelle von SAPOS zu den Anwendern. Die Grundlage der Dienste sind das SAPOS-Referenzstationsnetz und über 30 grenznahe Referenzstationen von Nachbarstaaten Deutschlands. Die Messdaten dieser Stationen werden in den jeweiligen Landeszentralen verarbeitet. Mit Hilfe weiterer Daten, wie z. B. präziser Bahndaten des IGS (International GPS Service for Geodynamics), werden fortlaufend umfangreiche Modelle gerechnet. Diese Modelle ermöglichen es, jedem Nutzer individuell optimierte Daten bereitzustellen. Für die Bereitstellung und Übertragung werden moderne Kommunikationsmittel wie Internet und Mobilfunk eingesetzt. Auf diese Weise stehen die SAPOS-Dienste 24 Stunden am Tag, 7 Tage in der Woche zur Verfügung.
HEPS für RTK
Hochpräziser Echtzeit-Positionierungs-Service
EPS für DGPS
Echtzeit-Positionierungs-Service
GPPS: RINEX-Daten für Postprocessing
Geodätischer Postprocessing Positionierungs-Sevice
GNSS
Globale Navigationssatellitensysteme
Transformationen
Geodätische Bezugssysteme - Transformationen
Die Wirtschaftlichkeit ist höher als beim Betrieb einer lokalen Referenzstation. Die Genauigkeit und Zuverlässigkeit wird wegen der Verarbeitung mehrer Referenzstationen (Vernetzung) erheblich gesteigert. Außerdem garantieren ständige Berechnungen des SAPOS-Netzes eine Überwachung der Stabilität des Referenznetzes (Monitoring). Die Homogenität des Bezugssystems ETRS89 ermöglicht den Einsatz auch in überregionalen Großprojekten. Eine Umrechnung in lokale oder historische Referenzsysteme ist mit integrierter Real-Time-Transformation jederzeit möglich. Die Flexibilität der Feldarbeit wird erhöht, da jederzeit und überall ohne lange Vorbereitungen mit den Messungen begonnen werden kann.
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| Referenzstation |
SAPOS-Datenserver
Thüringen
AdV
Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder
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Geodätische Grundlagen