Freistaat Thüringen Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz

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BSE-Statistik

In Thüringen wurden seit 2000 insgesamt vier BSE-Fälle registriert.

Damit ist Thüringen nach dem Saarland das Bundesland mit den wenigsten BSE-Erkrankungsfällen.

Transmissible Spongiforme Enzephalopathie (TSE)

TSE sind übertragbare schwammartige Hirnerkrankungen bei Mensch und Tier.
Die TSE verlaufen stets tödlich; es gibt bislang weder eine Prophylaxe noch eine Therapie.

Neben der Scrapie (der ältesten bekannten TSE) bei Schaf und Ziege sind fünf weitere TSE in Säugetieren bekannt:

  • die bovine spongiforme Enzephalopathie (BSE) beim Rind

  • die chronische Auszehrung (CWD) bei bestimmten amerikanischen Hirscharten

  • die übertragbare Enzephalopathie bei Nerzen (TME)

  • die feline spongiforme Enzephalopathie (FSE) bei Katzen

  • die spongiforme Enzephalopathie bei Antilopen

Beim Menschen unterscheidet man vier TSE:
  • die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJK)

  • das Gerstmann-Sträussler-Scheinker-Syndrom (GSS)

  • die familiäre fatale Insomnie (FFI)

  • Kuru
TSE-Untersuchungen

Seit Bestätigung des ersten BSE-Falls eines in Deutschland geborenen Rindes am 26. November 2000 wurden in Thüringen rund 130.000 BSE-Schnelltests durchgeführt. Der größte Teil entfällt dabei auf Untersuchungen an Schlachtrindern, die für Tiere älter als 24 Monate verbindlich vorgeschrieben sind. Mit Stand 31.12.2002 sind in Deutschland insgesamt 238 BSE-Fälle amtlich bestätigt (2000 = 7; 2001 = 125; 2002=106). Dabei wurden an Schlachtrindern ca. 1/3 der bisherigen BSE-Fälle mit Hilfe der Schnelltests entdeckt. Die anderen BSE-Fälle wurden durch ein spezielles Überwachungsprogramm bei solchen Tieren gefunden, die verendet waren, not- oder krank geschlachtet wurden oder klinische Erscheinungen aufwiesen. Das Fleisch dieser Tiere wäre deshalb nicht oder nur mit weitergehenden Untersuchungen als Lebensmittel freigegeben worden. Auch der einzige thüringer BSE-Fall des Jahres 2002 entstammt einer Monitoring-Untersuchung verendeter Tiere.

Neben den Testverfahren an Schlachtrindern und den Monitoringuntersuchungen der verendeten Tiere müssen seit dem 1. Oktober 2000 gemeinschaftsweit auch die spezifizierten Risikomaterialien von Wiederkäuern entfernt und durch Verbrennen vernichtet werden. Die Liste der Risikomaterialien wurde mehrfach erweitert und umfasst inzwischen Schädel einschließlich Gehirn und Augen, Tonsillen, Rückenmark und Wirbelsäule von über 12 Monate alten Rindern sowie den gesamten Darm und das Darmgekröse (Mesenterium) von Rindern jeglichen Alters.
Die Risikomaterialien (außer Wirbelsäulen) müssen seit dem 1. April 2002 in Schlachtbetrieben entfernt werden. Die Wirbelsäule darf nur in Zerlegungsbetrieben entfernt werden.

In Thüringen wird im Fall der Feststellung einer BSE-Erkrankung im Bestand durch das TMSFG als zuständige Behörde die Kohortentötung veranlasst, soweit Belange der Vorsorge für die menschliche oder tierische Gesundheit dem nicht entgegenstehen. Dabei werden nur die Rinder getötet, die in dem Jahr vor und nach der Geburt des kranken Rindes in dem Bestand geboren wurden, in dem auch das kranke Tier geboren wurde (Geburtskohorte) und die im ersten Lebensjahr zu irgendeinem Zeitpunkt gemeinsam mit einem kranken Rind aufgezogen wurden und möglicherweise das gleiche Futter zu sich genommen haben, das auch das kranke Tier in seinem ersten Lebensjahr bekommen hat (Fütterungskohorte), sowie die Nachkommen inklusive Eizellen und Embryonen der erkrankten weiblichen Rinder.

Seit dem 1. Januar 2002 wird gemeinschaftsweit auch bei kleinen Wiederkäuern ein aktives Überwachungsprogramm auf TSE durchgeführt, das im Februar 2002 noch erweitert wurde. Danach muss seit dem 1. April 2002 eine Stichprobe von über 18 Monate alten zum menschlichen Verzehr geschlachteten Schafen und Ziegen und von verendeten oder getöteten Schafen oder Ziegen untersucht werden. Für Thüringen betraf das 2002 701 Untersuchungen. Im Hinblick auf die Rolle der genetischen Scrapieresistenz bei der Entwicklung klinischer Scrapieformen und die Möglichkeit, Zuchtprogramme zur Verhütung, Kontrolle und Tilgung von Scrapie zu nutzen, wurden Stichprobenuntersuchungen zur Verbreitung der scrapieresistenten Genotypen durchgeführt.



2004
Alter der untersuchten Tiere
Summe
Methode
unter 24 Monate
24-30 Monate
über 30 Monate
Western Blot
ELISA Bio-Rad
TeSeE*
gesund geschlachtete Tiere
206
4.437
31.324
35.967
 
4.538
31.429
notgeschlachtete Tiere
22
22
207
251
 
24
227
verendet Tiere
253
1.496
9.141
10.890
10.426
175
289
andere
2
0
59
61
 
1
60
gesamt
483
5.955
40.731
47.169
10.426
4.738
32.005
BSE-Untersuchungen in Thüringen 2004