Freistaat Thüringen Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz

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MRE Netzwerke

In Deutschland steigt seit ca. 15 Jahren die Anzahl der Infektionen mit multirestistenten Erregern (MRE) kontinuierlich an.
MRE stellen eine Gruppe von Krankheitserregern nosokomialer (im Krankenhaus erworbener) Infektionen dar, die gegen mehrere antibiotische Substanzklassen resistent sind. Diese Mehrfachresistenzen führen zu erheblichen Problemen bei der Behandlung Erkrankter. Zu den multiresistenten Erregern zählen u. a. Methicillin-resistente Staphylococcus aureus Bakterien (MRSA). MRSA/MRE-Infektionen verursachen bei den betroffenen Patienten schwere Krankheitsverläufe, verlängern die Liegezeiten, erhöhen die Letalität und bedürfen eines hohen pflegerischen Einsatzes. Der trotz großer Anstrengungen seit Jahren andauernde Anstieg von MRSA/MRE-Infektionen in deutschen Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen erfordert dringend eine Intensivierung der Präventionsmaßnahmen. Aus diesem Grund wurde auf der 79. Gesundheitsministerkonferenz (GMK) im Juni 2006 die Etablierung von regionalen, flächendeckenden Netzwerken der beteiligten Akteure unter Koordinierung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) zur Verhütung und Bekämpfung von MRSA empfohlen. Das Bundesministerium für Gesundheit hat zudem im Jahr 2008 eine „Strategie zur Erkennung, Prävention und Kontrolle von Antibiotikaresistenzen in Deutschland" (DART) entwickelt.

In Thüringen ist in den letzten Jahren der Anteil von MRSA an allen Staphylococcus aureus Isolaten im stationären Bereich auf ca. 15 % angestiegen (Warweg et al. Vergleich der Antibiotikaresistenz im ambulanten und stationären Bereich in Thüringen für die Jahre 2007 und 2008. Chemotherapie J 2010; 19: 114-119).
Auch in den Thüringer Kreisen und Städten entstehen regionale MRSA/MRE-Netzwerke unter Federführung des ÖGD, um die Kommunikation zwischen den verschiedenen Einrichtungen des Gesundheitswesens vor Ort zu intensivieren. Neben der Verbesserung des Informationsflusses sollen thüringenweit einheitliche Standards für Hygiene und Dokumentation angestrebt werden.
Die auf dieser Internetseite zur Verfügung gestellten Unterlagen dienen den Thüringer Gesundheitsämtern als Grundlage für ihre Netzwerkarbeit. Darüber hinaus können sie als Fachinformationen von Gesundheitsämtern, Krankenhäusern, Reha-Einrichtungen, Pflegeheimen und anderen medizinischen Einrichtungen genutzt werden.
Bei der Erstellung wurden Dokumente bereits etablierter MRSA/MRE-Netzwerke anderer Bundesländer (z. B. Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg) unter Berücksichtigung weiterer Fachempfehlungen für Thüringen angepasst.
Als Basisinformation wird auf die „Empfehlung zur Prävention und Kontrolle von Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus-Stämmen (MRSA) in Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen" (01.12.1999) der Kommission für Krankenhaushygiene am Robert Koch-Institut (KRINKO) inkl. Kommentar (17.10.2008) verwiesen.

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Alexander Spengler
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Fax: 0361 37 743 031
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