Inhalt
Umweltrelevante Schadstoffe
- anorganische:
z. B. Schwermetall-Verbindungen (siehe anorganische Kontaminaten)
- organische:
z. B. PCB- u. Moschus-Verbindungen
PCB-Verbindungen:
Polychlorierte Biphenyle sind eine Gruppe von ca. 200
verschiedenen Verbindungen, die wegen ihrer physikalischen Eigenschaften (unbrennbar, hoher Siedepunkt, hohe Viskosität, thermische und chemische Stabilität) früher industriell als Isolier- und Kühlmittel, Hydraulikflüssigkeit, Weichmacher,
Netz- und Haftmittel genutzt wurden.
Sie sind seit 1989 verboten. Bei ihrer Verbrennung im Bereich von 600 bis 900 °C können Dioxine entstehen.
Auf Grund ihrer chemischen Eigenschaften (Stabilität, gute Fettlöslichkeit, DDT-Ähnlichkeit) kommen sie mit DDT verge-sellschaftet weltweit in der Umwelt und damit auch verbreitet in Lebensmitteln vor.
PCB-Verbindungen weisen eine hohe Lebertoxizität (Eingriff in das Enzymsystem) auf und neigen zur Kumulation im Endverbraucher. Deshalb wurden Festlegungen von Höchstmengen in Lebensmitteln (siehe Schadstoff-Höchstmengenverordnung) getroffen.
Die Rückstandsbestimmung erfolgt vornehmlich in fetthaltigen Lebensmitteln (z. B. Milch, Milchprodukten, Schweinefett, Fisch).
Grenzwertüberschreitungen konnten in den letzten drei Jahren in Thüringen nicht beobachtet werden.
Moschus-Verbindungen:
Moschus-Verbindungen sind in bestimmten Duftstoffen
natürlicher u. künstlicher Herkunft enthalten. Syntheseprodukte dieser Verbindungsklasse werden vor allen Dingen in Kosmetika und Waschmitteln eingesetzt. Über das Abwasser werden sie übiquitär in der Umwelt und damit auch in den Lebensmitteln (insbesondere Fisch) verbreitet. Ihre chemischen Eigenschaften sind denen der chlorhaltigen Insektizide und PCB-Verbindungen ähnlich.
Die toxikologische Bewertung (Anfangsverdacht der Möglichkeit der Krebserzeugung) ist noch offen.
Grenzwerte sind deshalb zur Zeit noch nicht festgelegt, es gibt jedoch Empfehlungen für Rückstandshöchstwerte in Fisch, die in den vergangenen Jahren in Thüringen nicht überschritten wurden.