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Die Bereiche Mikrobiologie und Gendiagnostik sind Fachlaboratorien der Abteilung „Untersuchungswesen“ der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL).
Neben der Akkreditierung sind die Laborbereiche zum Arbeiten mit Krankheitserregern der Risikogruppe 2 nach Infektionsschutzgesetz bzw. als molekularbiologisches Labor der Sicherheitsstufe S1 nach Gentechnikgesetz zugelassen.
Schwerpunkte der Tätigkeit sind mikrobiologische Untersuchungen von Futtermitteln, Ernteprodukten, Wasser, Böden, Düngemitteln und sonstigen landwirtschaftlich relevanten Substraten, gendiagnostische Untersuchungen von Saatgut und Futtermitteln sowie serologische Virusprüfung bei Pflanzkartoffeln (ab September 2011).
Der Verderb von Futtermitteln durch Mikroorganismen birgt neben dem Verlust wertvoller Inhalts- und Wirkstoffe auch das Risiko der Bildung von mikrobiellen Stoffwechselprodukten und Toxinen, die beim Tier zu Leistungsminderungen oder gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen können. Nach dem Lebens- und Futtermittelgesetzbuch ist die tierische Erzeugung so zu fördern, dass die Leistungsfähigkeit der Nutztiere erhalten und verbessert wird und die von Nutztieren gewonnenen Erzeugnisse den an sie gestellten qualitativen Anforderungen, insbesondere im Hinblick auf Unbedenklichkeit für die menschliche Gesundheit, entsprechen.
Hinsichtlich der Qualitätsbewertung von Futtermitteln kommt der Futtermittelmikrobiologie eine große Bedeutung zu.
Die mikrobiologische Qualitätsbeurteilung von Futtermitteln beruht auf der qualitativen und quantitativen Erfassung von produkttypischen und verderbanzeigenden Indikatorkeimen und einer nachfolgenden Zuordnung des jeweiligen Futtermittels in eine mikrobiologische Qualitätsstufe.
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Mikrobiologische Qualität von Futtermitteln 2008/ 2009 (Untersuchungsbericht 2008/2009)
Erntefrisches Getreide und Mais werden im Rahmen von Qualitätsprogrammen auf ihren mikrobiologischen Status geprüft, d.h. ob und in welchem Maße die nachweisbaren Mikroorganismen deren Qualität beeinträchtigen können. Besondere Aufmerksamkeit erfährt hier Fusarium, ein feldbürtiger Pilz, der als Mykotoxinbildner gefürchtet ist.
Im Rahmen eines deutschlandweiten Bodenmonitorings werden mikrobiologische Parameter zur Abschätzung der Aktivität von Bodenmikroorganismen erfasst. Die Daten ermöglichen u.a. Aussagen zu mittel- und langfristigen Veränderungen des Bodenlebens in Folge unterschiedlicher Nutzung und Bewirtschaftung.
Die seuchenhygienische Unbedenklichkeit und eine möglichst starke Verrottung sind wesentliche Voraussetzungen zum Einsatz von Sekundärrohstoffdüngern in der Landwirtschaft. Sowohl der Nachweis von Salmonella (Seuchenhygiene) als auch die Bestimmung des Rottegrades erfolgen im mikrobiologischen Labor.
Die bakteriologische Keimzahlbestimmung sowie die Erfassung von Indikatorkeimen für hygienisch bedenkliche Verunreinigungen dienen als Kriterien sowohl zur Beurteilung der mikrobiologischen Qualität von Tränkwasser als auch von Wasser für Beregnungszwecke.
Kontakt:
Roland Neumann
Laborleiter Mikrobiologie
Tel.: 03641-683333
E-Mail: roland.neumann{at}tll.thueringen{punkt}de
Hauptschwerpunkt der molekularbiologischen Diagnostik liegt in der Untersuchung von Saatgut (hauptsächlich Importsaatgut) und konventionell und ökologisch erzeugten Futtermitteln auf gentechnisch veränderte Organismen (GVO) im Rahmen der amtlichen Kontrolle. Sie basieren auf entsprechenden gesetzlichen Regelungen, z.B. zu Freisetzung, Inverkehrbringen und Kennzeichnung. Eine bundesweit einheitliche Vorgehensweise und Bewertung wird durch die Anwendung einheitlicher, amtlicher Methoden des Saatgutkonzeptes des Unterausschusses Methodenentwicklung der Bund-/Länderarbeitsgemeinschaft Gentechnik sowie des Futtermittelkonzeptes des PCR-Arbeitskreises des VDLUFA gewährleistet. Außerdem kommen Methoden des Europäischen Referenzlabors (EURL) zur Anwendung.
Die Arbeiten schließen eine ständige Entwicklung, Etablierung und Validierung neuer GVO-Nachweismethoden, insbesondere für nicht zugelassene GVO, auch in Zusammenarbeit mit den o.g. bundesweiten Arbeitskreisen ein.
Gendiagnostik von GVO in Mais-Saatgut (Frühjahr 2011)
Ergebnisse der molekularbiologischen Untersuchung von Maissaatgut auf GVO in: Untersuchungsbericht 2008/2009
Bestimmung der Erfassungsgrenze von GVO-Anteilen in SaatgutEin anderes Aufgabenfeld bildet die molekularbiologische Untersuchung von Futtermitteln auf tierische Bestandteile innerhalb der amtlichen Überwachung. Sie dient der Bestätigung bzw. Abklärung von Positivbefunden verbotener Stoffe nach der mikroskopischen Untersuchung durch Identifizierung der Tierart.
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Abschlussbericht Tierische Bestandteile in Futtermitteln
Ab September 2011 erfolgt im gendiagnostischen Labor die serologische Beschaffenheitsprüfung auf Viruskrankheiten bei Pflanzkartoffeln mittels ELISA (enzym-linked-immuno-assay). Parallel dazu werden die Pflanzen hinsichtlich des Auftretens von Virussymptomen visuell beurteilt (Referat Saatgut). Für die Untersuchungen werden aus den Kartoffelknollen Augenstecklinge geschnitten, ausgepflanzt und unter kontrollierten Bedingungen im Gewächshaus angezogen.
Kontakt:
Dr. Sabine Domey
Labor- und Projektleiterin der gentechnischen Anlage S1
Tel.: 03641-683248
E-Mail: sabine.domey{at}tll.thueringen{punkt}de