Freistaat Thüringen Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft Jena

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Schwein

Schweinefleischerzeugung

Der Pro-Kopf-Verzehr von Schweinefleisch lag in den vergangenen fünf Jahren bei 39,3 bis 40,1 kg. Der Selbstversorgungsgrad liegt beim Schweinefleisch in Deutschland bei 99 % (ZMP). In Thüringen werden nach ZMP-Schätzungen (2004) ca. 70 % des verbrauchten Schweinefleisches selbst erzeugt. Thüringen gehört mit 736.400 Schweinen (2,7 % des deutschen Schweinebestandes) zu den Flächenländern mit einem geringen Schweinebesatz je 100 ha LN.


Schweineproduktion

Die Schweineproduktion ist arbeitsteilig organisiert und umfasst Ferkelerzeugung, Ferkelaufzucht sowie die Schweinemast.


Ferkelerzeugung und -aufzucht

Nach den Ergebnissen der Viehzählung vom 03.11.2008 hat Thüringen einen Sauenbestand von 72.365 Tieren, die in 312 Unternehmen gehalten werden. Endprodukte dieser Produktionsstufe sind mehrheitlich Ferkel zur Aufstallung im Mastbereich. Weiterhin werden Zuchtferkel für die eigenbetriebliche Remontierung oder in spezialisierten Zuchtbetrieben für den späteren Verkauf als Jungsauen mit ca. 100 kg Lebendgewicht produziert. Dominierend in Thüringen ist die Ferkelaufzucht bis zu einem Gewichtsbereich von 25 bis 30 kg im sauenhaltenden Betrieb. Der Verkauf bzw. die Umsetzung als Systemferkel bereits zum Absetzen mit einem Gewicht von 7 bis 8 kg und die Aufzucht im Mastbetrieb erfolgen nur in geringem Umfang, vorrangig dabei in großen Beständen. Die Ferkelaufzucht in spezialisierten eigenständigen Unternehmen ist für Thüringen nicht typisch.
Im mehrjährigen Durchschnitt bis 2008 bewegte sich der Preis für Masthybrid-Ferkel mit 27 kg Lebendgewicht bei etwa 52 EUR. Die Preisbildung für Ferkel erfolgte in relativ enger Kopplung an den Schlachtschweinepreis. Trotz zyklischer Schwankungen in einem Ausmaß von bis zu +/- 30 % des Mittelwertes blieb der Trend für die Erzeugerpreise nahezu konstant. Die drastischen Energie- und Futterpreissteigerungen ab Mitte 2007 waren dagegen mit einem Zuwachs an Produktionsertrag zu bisherigen Preisen nicht auszugleichen.


Schweinemast

Mit einem Bestand von 212.971 Mastschweinen wird in Thüringen Schweinemast von 1.085 Betrieben im Haupt- bzw. Nebenerwerb betrieben.
Produktionsziel ist die Erzeugung von Schweinen mit großer Fleischfülle und einem hohen Anteil wertvoller Teilstücke. Eine wirtschaftliche Schweinemast erfordert hohe biologische Leistungen von absolut gesunden Tieren mit Masttagszunahme von mehr als 750 g je Tag, einem Futteraufwand unter 3 kg Futter je kg Zuwachs und Mastendgewichten von 115 bis 120 kg bzw. Schlachtkörpergewichte 90 bis 95 kg und Muskelfleischanteil 55 bis 58 %, niedrige Verluste (unter 3 %) und hohe Kostendisziplin in allen Aufwandspositionen.
Der durchschnittliche Erzeugerpreis für Schlachtschweine bis 2008 von etwa 1,38 EUR je kg Schlachtgewicht reichte 2008 aufgrund drastisch gestiegener Energie- und Futterpreise nicht mehr zur Kostendeckung aus.


TLL und Schweinefleischproduktion

Neben der Wahrnehmung hoheitlicher Aufgaben im Rahmen der Schweinezucht (Zuchtleitung für Thüringer Zuchtgebiet, Leistungsprüfung) und der Aus- und Weiterbildung von Eigenbestandsbesamern konzentriert sich die Forschungsarbeit der TLL im Rahmen des Projektes „Schweinefleischerzeugung“ darauf, ökonomisch einflussreiche Faktoren innerhalb der Schweineproduktion gezielt zu beeinflussen. 

  Leistungsprüfung und Zuchtwertschätzung in Thüringen
  Richtlinie Zuchtwertschätzung beim Schwein 
  Zuchtarbeit beim Schwein in Thüringen

  • Betriebswirtschaftliche Richtwerte für die Schweinemast und Ferkelproduktion liefern Basisdaten, um im Rahmen von Produktionskontrollen Schwachstellen zu erkennen. Leitlinien für die Schweinemast, Jungsauenaufzucht und Ferkelproduktion geben Hinweise für die "Gute fachliche Praxis" im Produktionszweig.
      Leitlinien und Betriebswirtschaftliche Richtwerte