Freistaat Thüringen Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft Jena

Inhalt

Marktfruchtproduktion

Getreide

Der Nahrungsverbrauch von Getreide je Bundesbürger wuchs in den letzten Jahren stetig auf rund 87 kg an. Im Mittel der Jahre 2004 bis 2008 wurden in Deutschland etwa 47 Mio. Tonnen Getreide erzeugt, davon 2,5 Mio. Tonnen in Thüringen, das sind 4,3 %.
Der Anteil des Getreideanbaus beläuft sich auf etwa 63 % der Ackerfläche Thüringens, er nimmt eine Fläche von insgesamt 385 154 ha (2009) ein. Davon sind ungefähr zwei Drittel Brotgetreide. Der Durchschnittsertrag bei Getreide lag im Mittel der letzten 5 Jahre bei 66,7 dt/ha. Bei den Getreidearten (außer Mais) gibt es Sommer- und Winterformen.

Winterweizen etablierte sich innerhalb des Getreideanbaus als wichtigste Getreideart mit einer Anbaufläche von 224 800 ha, das sind 58 % der Getreidefläche. Ursachen für den beträchtlichen Anbauumfang sind das hohe und stabile Ertragspotenzial sowie die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten als Nahrungsmittel und in der Industrie.

Weitere Informationen:
  Leitlinie Winterweizen
  Betriebswirtschaftliche Richtwerte Winterweizen
  Landessortenversuch Winterweizen
  Merkblatt Anbauverfahren Bioethanolgetreide

Wintergerste nimmt bei Getreide mit einem Anbauumfang mit 74 400 ha den zweiten Platz hinter Winterweizen ein. Gründe dafür sind ihre gute Vorfruchteignung zu Winterraps und der Einsatz als Futtergetreide.

Weitere Informationen:
  Leitlinie Wintergerste
  Betriebswirtschaftliche Richtwerte Wintergerste
  Landessortenversuch Winterfuttergerste
  Sortenversuch zu Ganzpflanzengetreide zur Biogasgewinnung

Durum ist eine relativ neue Getreideart in Deutschland und erfuhr 2010 einen Anbauumfang von ca. 21 000 ha.  Auch in Thüringen wird Durum seit 1991 angebaut.  Heute zählt Thüringen mit einer jährlichen Anbaufläche von etwa 5 000 ha (23 %) neben Sachsen und Rheinland Pfalz zu den Hauptanbauregionen Deutschlands.
Aufgrund seiner begrenzten Winterfestigkeit kommen hauptsächlich Sommerformen  zum Anbau. Das Ertragsniveau von Sommerdurum liegt etwa 25 % unter dem Winterweizen. Durum stellt hohe Ansprüche an Boden und Klima, ideal sind lange, warme Sommer sowie trockene Erntebedingungen. Feuchtigkeit während der Abreife führt leicht zu Auswuchs. Für einen erfolgreichen Anbau ist ein spezielles Anbaumanagement unabdingbar, Vertragsanbau ist zu empfehlen. Der Durumanbau wird als Nische für geeignete Regionen betrachtet.
Weiterverarbeitet wird der Hartweizen zu Gries, der dann als hochwertiger Rohstoff zur Herstellung von Griesfertigprodukten sowie speziellen Teigwaren, wie z.B. Nudeln, Makkaronie und Spaghetti,  eingesetzt wird.
 

Weitere Informationen:
  Poster  "Vom Durum zur Nudel"

Sommergerste wird dagegen vorrangig als Braugerste zur Malzproduktion mit einem Anbauumfang von 39 500 ha angebaut. Aufgrund der kürzeren Vegetationszeit, der Begrenzung des Stickstoffeinsatzes und der angestrebten Brauqualität ist Sommergerste den Wintergetreidearten im Ertrag deutlich unterlegen. Angebot und Nachfrage am Markt wirken bei keiner anderen Getreideart so stark wie bei Braugerste.

Weitere Informationen:
  Leitlinie Sommergerste
  Betriebswirtschaftliche Richtwerte Sommergerste
  Landessortenversuch Sommerbraugerste
  Poster  "Von der Braugerste zum Bier"

Triticale ist eine Kreuzung aus Weizen und Roggen und wird vorrangig zur Futter- aber auch zur Bioethanolerzeugung genutzt. Sie umfasst eine Anbaufläche von 15 400 ha in Thüringen.

Weitere Informationen:
  Leitlinie Wintertriticale
  Betriebswirtschaftliche Richtwerte Wintertriticale
  Landessortenversuch Wintertriticale
  Landessortenversuch Sommertriticale

Winterroggen, der vor allem auf den leichten sandigen Standorten angebaut wird, dient als Nahrungsmittel, vor allem zur Herstellung von Brot,sowie als Futtermittel und umfasst eine Fläche von ca. 13 000 ha. Zunehmend wird Roggen auch als Nachwachsender Rohstoff interessant, z. B. als Rohstoff zur Bioethanolproduktion (Körnerroggen) und zur Biogaserzeugung (Grünschnittroggen, Ganzpflanzensilage).

Weitere Informationen:
  Sortenversuch zu Ganzpflanzengetreide zur Biogasgewinnung

Sommerhafer wird nur auf etwa einer Fläche von 5 700 ha, das sind 1,5 % der Getreideanbaufläche, angebaut. Spelzhafer findet vor allem als Futtermittel bei der Aufzucht von Jungtieren und Pferden Verwendung. In geschälter Form gewinnt er wieder zunehmende Bedeutung in der Humanernährung.

Weitere Informationen:
  Leitlinie Sommerhafer
  Betriebswirtschaftliche Richtwerte Hafer
  Landessortenversuch Sommerhafer

Körnermais stellt eine Alternative zum herkömmlichen Getreidebau dar. In Thüringen schwankt  der Anbauumfang zwischen 3 000 bis 4 000 ha. Der Körnermais bringt gegenüber den anderen Getreidearten deutlich höhere Erträge. Die Verwendungsmöglichkeiten als Futtermittel, als Nahrungsmittel und in der Stärkeindustrie sind sehr vielfältig.

Weitere Informationen:
  Leitlinie Körnermais
  Betriebswirtschaftliche Richtwerte Körnermais
  Landessortenversuch Körnermais, früh
  Landessortenversuch Körnermais, mittelfrüh
  Merkblatt: Ökomaisanbau in Thüringen

Zu den wichtigsten Aufgaben der TLL im Getreidebau gehören die Erarbeitung von Empfehlungen zum effizienten und umweltverträglichen Anbau (=   Leitlinien) sowie die Erarbeitung von   Betriebswirtschaftlichen Richtwerten (BWR) und die jährliche Zusammenstellung von Sortenempfehlungen (   Versuchsberichte Landessortenversuche) von Getreide und Mais. Aktuelle Themenschwerpunkte werden Rahmen von Spezialthemen bearbeitet, wie z. B. Pflanzenbau im Rahmen des Klimawandels, die Erschließung neuer Verwendungsrichtungen der Getreidearten sowie der Anbau von Getreide unter ökologischen Bedingungen.


Ölpflanzen

Als Ölfrüchte werden in Thüringen vor allem Raps und nur in geringem Umfang Sonnenblumen und Öllein kultiviert.

Winterraps dominiert mit einem Anteil von 98 %, was einer Anbaufläche von insgesamt 119 000 ha entspricht. Damit wird Raps auf jedem fünften Hektar Ackerland angebaut und prägt zur Blüte im späten Frühjahr mit seinen gelben Feldern das Landschaftsbild. Es werden durchschnittlich zwischen 34 und 36 dt je ha Raps geerntet.
Verwendung findet Raps in der menschlichen Ernährung als hochwertiges Speiseöl sowie als Zusatz zu speziellen Margarinesorten, als nachwachsender Rohstoff (Biodiesel, Rapsölkraftstoff) und als Futtermittel.

Weitere Informationen:
  Leitlinie Winterraps
  Betriebswirtschaftliche Richtwerte Winterraps
  Landessortenversuch Winterraps
  Landessortenversuch Sommerraps

Eher selten sind auf Thüringer Feldern Sonnenblumen (ca. 900 ha) und Öllein (ca. 700 ha) anzutreffen. Sonnenblumen- und Leinöl sind für Speisezwecke geeignet, außerdem kann Leinöl in der pharmazeutischen Industrie und bei der Herstellung von Farben, Lacken und Linoleum eingesetzt werden.

Weitere Informationen:
  Leitlinie Sonnenblume
  Landessortenversuch Sonnenblume
  Leitlinie Öllein
  Betriebswirtschaftliche Richtwerte Öllein
  Landessortenversuch Öllein

Weitere TLL-Veröffentlichungen zu Ölpflanzen
  Merkblatt: Biodiesel in der Landwirtschaft
  Anbautelegramm Öllein


Hülsenfrüchte zur Körnergewinnung

Die Anbaufläche für Hülsenfrüchte zur Körnergewinnung verringerte sich im Laufe der letzten Jahre auf rd. 9 400 ha (= 1,5 % der Ackerfläche). Davon sind 81 %, (7 600 ha) des Flächenanteils Futtererbsen. In geringerer Menge werden Ackerbohnen (1 300 ha) und selten Lupinen (350 ha) angebaut. Hülsenfrüchte dienen hauptsächlich als Eiweißfutter in der Tierernährung.


Aufgaben der TLL im Hülsenfruchtanbau sind:

Weitere TLL-Veröffentlichungen zu Hülsenfrüchten
  Welchen Wert haben Körnerleguminosen in der Fruchtfolge?
  Aktuelles zu Ackerbohnen


Hackfrüchte

Die Anbaufläche für Hackfrüchte beträgt ca. 12 000 ha, das sind rund 2 % der Ackerfläche. Ihr Anbau war in den letzten Jahren rückläufig. Die wichtigsten Hackfrüchte sind Kartoffeln (ca. 2 000 bis 3 000 ha) und Zuckerrüben (8 000 bis 9 000 ha).
Durch die EU-Quotenregelung und garantierte Mindestpreise sind Zuckerrüben eine sehr lohnende Fruchtart. Vor allem in der Nähe von Zuckerfabriken z. B. in Zeitz werden Zuckerrüben angebaut. Zuckerrüben finden zukünftig auch verstärkt als Ethanolrüben (Rohstoff für die Bioethanolerzeugung) Verwendung.

Weitere Informationen:
  Leitlinie Zuckerrüben
  Betriebswirtschaftliche Richtwerte Zuckerrüben

Der Kartoffelanbau hat in Thüringen eine lange Tradition. Deutschlandweit sind die „Thüringer Klöße“ bekannt. Seit 2001 stabilisierte sich die Kartoffelanbaufläche nach starkem Rückgang mit etwa 2 400 ha auf niedrigem Niveau. Im Durchschnitt werden pro Hektar 380 dt Kartoffeln geerntet.

Weitere Informationen:
  Leitlinie Kartoffeln
  Betriebswirtschaftliche Richtwerte Speisekartoffel
  Landessortenversuche Kartoffel

Zu den wichtigsten Aufgaben der TLL im Hackfruchtanbau gehören die Erarbeitung von Empfehlungen zum effizienten und umweltverträglichen Anbau (=   Leitlinien), die Erarbeitung von   Betriebswirtschaftlichen Richtwerten (BWR) sowie die jährliche Zusammenstellung von Sortenempfehlungen (   Versuchsberichte Landessortenversuche).

Weitere TLL-Veröffentlichungen zu Hackfrüchten
  Speisekartoffeln, Reifegruppen - Kochtypen u. deren Verwendung
  Kraut- und Braunfäule bei Tomaten und Kartoffeln im Haus- u. Kleingarten
  Eigenschaften von Speisekartoffeln mit Anbau in Thüringen