Freistaat Thüringen Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft Jena

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Futterbau

Futterbau ist der landwirtschaftliche Anbau von Futterpflanzen für Nutztiere und umfasst dabei sowohl den ein- bis mehrjährigen Futteranbau auf Ackerflächen (Mais, Ganzpflanzengetreide, Gras, Leguminosen und deren Gemenge),
 

als auch die Nutzung von Grünlandflächen zur (Grund-) Futterbereitstellung in Form von Wiesen, Weiden, Mähweiden.
 

Bedeutung des Ackerfutteranbaus in Thüringen

In Thüringen dominiert, wie in allen Bundesländern, die Silomaiserzeugung den Ackerfutterbau. Die Gesamtanbaufläche des Maises stabilisierte sich seit dem Jahr 2000 auf einem Niveau von 40 000 bis 45 000 ha. Der Ertrag erreichte im Mittel dieses Zeitraumes ca. 430 dt/ha. Die jährlichen Schwankungen um diesen Mittelwert lagen im Bereich von 10%. Nach größeren Ertragsschwankungen in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts stabilisierte sich dieser auf einem ansprechenden Niveau. Der Bedarf für die Fütterung nahm mit sinkenden Rinderbeständen ab. Dafür gewann die Substratbereitstellung für Biogasanlagen verstärkt an Bedeutung. So kam es zu keinem wesentlichen Rückgang der Anbaufläche. Einer bedeutsamen Ausweitung stehen die Thüringer Standortbedingungen entgegen. Weiterhin von Bedeutung ist der Anbau mehrschnittiger Feldfutterpflanzen. Die Gesamtanbaufläche von Feldgras, Luzerne und Luzernegras sowie Rotklee und Rotkleegras erreichte im Mittel der Jahre 2000 bis 2007 ca. 22 000 ha. Die mittleren Frischmasseerträge in diesem Zeitraum beliefen sich auf ca. 380 dt/ha. Durch die sehr starke Abhängigkeit von den Niederschlägen traten große jährliche Ertragsschwankungen auf. Die Verwertung erfolgt vorrangig als Konservat in der Rinderfütterung. Die Frischfütterung ist weitestgehend ohne Bedeutung. Als Substrat für Biogasanlagen besitzen Silagen dieser Kulturen untergeordnete Bedeutung.
 

Ein Zwischenfruchtbau zur Futtererzeugung findet nur in sehr geringem Umfang statt. Begrenzend wirken hierbei die insgesamt niedrigen Niederschläge.
Aufgaben der TLL im Ackerfutteranbau sind vorrangig:

Bedeutung der Grünlandnutzung in Thüringen

Das Grünland nimmt in Thüringen 22,3 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche ein und ist auf den jeweiligen Standorten sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus ökologischer Sicht die zweckmäßigste Form der Bodennutzung. Bereits seit 1993 erfolgte auf ca. 60 % des Grünlandes eine starke Extensivierung. Weitere 20 % unterliegen zusätzlichen naturschutzorientierten Bewirtschaftungsauflagen. Diese Maßnahmen werden über das Programm zur Förderung umweltgerechter Landwirtschaft, Erhaltung der Kulturlandschaft, Naturschutz und Landschaftspflege in Thüringen (KULAP) gestützt.

Förderfibel des TMLNU (2008)

 

Während die Weidewirtschaft mit Rindern die vorherrschende Nutzungsform darstellt, werden die für Thüringen typischen Kalkmagerrasen mit Schafen gepflegt.

 

 

Auf den extensiv bzw. naturschutzkonform bewirtschafteten Flächen erfolgte eine Anpassung der Pflanzenbestände an die Standort- und Bewirtschaftungsbedingungen. Der Flächenanteil standortangepasster Grünlandgesellschaften liegt bei 73%. Auf unseren Flächen sind 56 Grünland-Pflanzengesellschaften zu finden, die eine hohe Agrobiodiversität begründen.

 

 

Die ausgeprägte Extensivierung führte allerdings gleichzeitig zu massiven Nährstoffunterversorgungen, Ertragseinbußen und einer Verschlechterung der Futterqualität. Derzeit beläuft sich das Ertragsniveau bei konventioneller Bewirtschaftung auf 73 dt Trockenmasse (TM)/ha (netto), bei extensivem Grünland auf 24 bis 53 dt TM/ha und bei naturschutzkonformer Bewirtschaftung auf 12 bis 32 dt TM/ha.

 

Die verstärkte Nutzungskonkurrenz um die knappe landwirtschaftlich genutzte Fläche schafft eine neue Vorzüglichkeit des Grünlandes als Futter- und auch Rohstofflieferant.

 

Der Anteil des Substrates Gras in der Biogaserzeugung liegt zur Zeit in Thüringen bei etwa 7%. In mehr als 40% der Biogasanlagen wird Anwelksilage eingesetzt.

 

Vor dem Hintergrund der globalen Verknappung auf den Nahrungsmittelmärkten sowie der steigenden Nachfrage nach Energie aus nachwachsenden Rohstoffen vollzieht sich auf dem Thüringer Wirtschaftsgrünland ein Wandel in der Grünlandwirtschaft in Richtung zur optimalen Intensität unter Beibehaltung einer gezielten Pflege des Naturschutzgrünlandes.

 

Aufgaben der TLL in der Grünlandwirtschaft sind vorrangig:

Aktuelle Arbeitsergebnisse: