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Moderne Landwirtschaft als Wirtschaftszweig in der Industriegesellschaft ist ständig veränderten ökonomischen und natürlichen Bedingungen ausgesetzt. Das Ziel erfolgreicher Führung von landwirtschaftlichen Unternehmen besteht in der Sicherung von Rentabilität, Stabilität und Liquidität durch optimale Anpassungsmaßnahmen. Die Betriebswirtschaft stellt zur notwendigen materiellen und finanziellen Durchdringung sowie Gestaltung der betrieblichen Handlungsfelder ein vielfältiges methodisches Instrumentarium bereit.
Dazu zählen:
• Kostenrechnung und -kalkulation (Quellen: [1], [2], [3], [4])
• Betriebsplanung (Quellen: [1], [2], [3])
• Kapitaleinsatz und Finanzierung (Quellen: [1], [2], [3], [4])
• Buchführung im landwirtschaftlichen Betrieb (Quellen: [1], [2], [3], [4])
• Marketing-, Absatz- und Beschaffenheitsstrategien (Quelle: [3])
• Steuern und Versicherungen in der Landwirtschaft (Quellen: [1], [2], [3], [4])
• Ökonomie von Produktionsverfahren (-zweigen)
Der Erfolg der Wirtschaftstätigkeit eines Unternehmens ergibt sich aus den Teilergebnissen seiner Betriebszweige bzw. Produktionsverfahren.
Für die einzelnen Verfahren werden einheitlich strukturierte Betriebswirtschaftliche Richtwerte (Parameter, Leistungen, Kosten, Ergebniskennzahlen) auf der Basis von Expertenwissen und Untersuchungen in Referenzbetrieben bereitgestellt.
Betriebszweigabrechnung ist die Voraussetzung zur betriebswirtschaftlichen Erfolgskontrolle einzelner Produktionsbereiche in mehrzweigig organisierten landwirtschaftlichen Unternehmen. Um dabei Erhebungs- und Methodenfehler weitgehend zu vermeiden, sind die Unternehmen ganzheitlich zu betrachten und methodische Konventionen einheitlich anzuwenden. Deshalb erfolgt in Referenzbetrieben die Betriebszweigabrechnung nach einem einheitlichen formalen und methodischen Konzept.
Die Ergebnisse der Betriebszweigabrechnung (
Betriebszweigabrechnung in Referenzbetrieben) ermöglichen die ökonomische Beurteilung dieser Produktionszweige und –verfahren unter den jeweiligen Rahmenbedingungen.
Zielstellung ist es, für Thüringen typische Verhältnisse widerzuspiegeln und die Wirtschaftlichkeit der Verfahren bei verschiedenen Intensitätsniveaus aufzuzeigen, wobei das mittlere Intensitätsniveau i.d.R. dem Landesdurchschnitt entspricht.
Grundsätzlich gelten die folgenden methodischen Prämissen:
• Vollkostenrechnung
• Beachtung der landwirtschaftlichen Nachhaltigkeit
• Beachtung regionaler und zeitlicher Bezüge
• Beachtung leistungsdynamischer Beziehungen
• Beachtung zeitdynamischer Beziehungen
Aufgrund der vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten der Produktionsverfahren (z. B. hinsichtlich Futterrationen und Intensitätsniveau) haben die ausgewählten Verfahren beispielhaften Charakter, die Tendenzaussagen möglich machen. Die Nutzer sind in jedem Fall aufgefordert, ihre individuellen Gegebenheiten zu ermitteln und zu bewerten.
Durch Einsetzen der betrieblichen Bedingungen können betriebsindividuelle Richtwerte abgeleitet werden.
Die Ergebnisse der Verfahren werden zunächst als Saldo Leistungen - Kosten = Beitrag zum Betriebsergebnis ohne jegliche Zuschüsse ausgewiesen.
Die Darstellung der Ergebniskennzahlen erfolgt für die Pflanzenproduktion üblicherweise mit dem Bezug auf die Fläche. Für die flächengebundene Tierproduktion wird das Ergebnis sowohl bezogen auf die Produktionseinheit erzeugtes Tier oder Tier des Jahresdurchschnittsbestandes bzw. ergänzend dazu mit Bezugsbasis Produkt- und Flächeneinheit dargestellt.
In einem zweiten Schritt werden die dem Verfahren ursprünglich zuzuordnenden Zuschüsse ermittelt.
Weitere Informationen:
Betriebswirtschaftliche Richtwerte der TLL
Betriebswirtschaftliche Richtwerte, Allgemeine Erläuterungen
Aus Kapazitätsgründen sind Ergebnisse nur für Zweige mit größerer Bedeutung für Thüringen verfügbar.
Die Betriebswirtschaftlichen Richtwerte für Druschfrüchte umfassen drei Ertragsstufen (die mittlere entspricht dem Landesdurchschnitt) sowie zwei Vermarktungsvarianten, für Hackfrüchte zwei Ertragsstufen und für Ackerfutter außer Silomais ein mittleres Thüringer Ertragsniveau. Die Zuordnung von Flächenzahlungen (Ackerlandprämie, Zuschläge für Eiweiß- bzw. Energiepflanzen und KULAP-Prämien) erfolgt verursachergerecht.
Aufgrund der Vielzahl von Verfahren erstreckt sich die Bearbeitung über einen längeren Zeitraum. In der Regel wird parallel zu den Richtwerten eine „Leitlinie zur effizienten und umweltverträglichen Erzeugung von … (z. B. Winterraps)“ veröffentlicht. Diese enthält im letzten Abschnitt die betriebswirtschaftliche Umsetzung der Inhalte aus dem vorangestellten aktuellen Stand des verfügbaren Expertenwissens zu Marktchancen, Standortanforderungen und Produktionstechnik der jeweiligen Fruchtart.
Weitere Informationen:
TLL-Leitlinien und Richtwerte
Intensive Haltung von Milchrindern und Mastbullen bedeutet, mit einem Mindestmaß an Aufwand maximale Leistungen der Tiere zu erreichen. Dieses Mindestmaß an Aufwand beinhaltet ein umfangreiches Paket an Maßnahmen (angemessener Komfort, sorgfältige Betreuung und nicht zuletzt leistungsgerechte, qualitativ hochwertige Fütterung). Für die Milchproduktion sind Kosten und Leistungen für vier Milchleistungsstufen (7 000 bis 10 000 kg) in den Verfahrensvarianten mit und ohne eigene Nachzucht sowie für acker- und grünlandbetonte Standorte zusammengestellt. Die intensive Rindermast umfasst drei Verfahrensvarianten (Mast schwarzbunter Bullen sowie Fresser- und Absetzermast auf Fleckviehbasis). Auf dieser Grundlage sind die Auswirkungen von Marktgeschehen und Agrarpolitik sowie produktionstechnischer Veränderungen abschätzbar.
Weitere Informationen:
Milchproduktion
Jungrind
Kälbermast
Rindermast
Verschiedene Leistungsstufen der Betriebswirtschaftlichen Richtwerte machen den Einfluss des biologischen Leistungsniveaus auf das Verhältnis von Produktionsertrag zu Produktionsaufwand in der Ferkelproduktion und Schweinemast deutlich.
Weitere Informationen:
Schriftenreihe der TLL: 8. Thüringer Nutztierforum
Betriebswirtschaftliche Richtwerte der konventionellen Ferkelproduktion
Betriebswirtschaftliche Richtwerte der Schweinemast
Angesichts aktueller und akuter Problemlagen - wie z. B. die Entwicklung des Veterinäraufwandes in den Thüringer Schweinebeständen - werden die Praxisbetriebe mit verschiedenen Handlungsoptionen konfrontiert. Als Entscheidungshilfe sind die wirtschaftlichen Effekte solcher Alternativen zu bestimmen - wie in diesem Beispiel die Kosten eines Bestandsaustausches (Depopulation/Repopulation).
Weitere Informationen:
10. Thüringer Nutztierforum (
Schriftenreiher der TLL)
Die Mutterkuh haltenden Betriebe nutzen flächendeckend u. a. das von der Milchviehhaltung ausgeschlossene weniger ertragreiche Grünland meist auf Hang- und Plateauflächen in den Mittelgebirgs- und Übergangslagen. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung der einzigartigen Kulturlandschaft mit ihrer touristischen Anziehungskraft. Die aus einer relativ bedarfsgerechten Futtersituation resultierenden guten Aufzuchtleistungen schlagen sich nicht in einem deutlich positiven Ergebnis nieder. Die zu 85 % aus dem Absetzerverkauf hervorgehenden Umsatzerlöse decken allenfalls die Vollkosten des Verfahrens zu 30 %. Zum Ausgleich des Differenzbetrages sind die Mutterkuhbetriebe auf staatliche Zuwendungen und Beihilfen, wie entkoppelte Betriebsprämie, KULAP und Ausgleichszulage angewiesen.
Gegenüber dem Verfahren der Stall-/Sommerweidehaltung ist die ganzjährige Freilandhaltung unter bestimmten betrieblichen Voraussetzungen rentabel.
Weitere Informationen:
Leitlinie Mutterkuhhaltung
Parameter zum Produktionsverfahren Mutterkuhhaltung
Quelle:
Für die Erhaltung der wirtschaftlichen Existenz der Schafbetriebe spielt die Erzeugung von Lammfleisch auch in hochwertiger Qualität eine untergeordnete Rolle. Dessen Umsatzerlösanteil an den insgesamt von den Schafen erzielten Leistungen beträgt durchschnittlich etwa 30 %. Den Hauptanteil des betrieblichen Ertrages bilden die staatlichen Zuschüsse für die landschaftspflegerischen Leistungen. Die schafhaltenden Betriebe fungieren als Nutzer von standörtlich schwer zu bewirtschaftendem Splittergrünland mit geringer Ertragsfähigkeit und als Pfleger von ökologisch wertvollen bzw. artenreichen Offenlandbiotopen. Die daraus resultierenden Erlöse zuzüglich des aktuellen Betrages der entkoppelten Betriebsprämie und einer möglichen Zulage für benachteiligte Gebiete decken zusammen nicht die Vollkosten für ein nachhaltiges Betreiben der Schafhaltung.
Im Bereich der energetischen Nutzung Nachwachsender Rohstoffe (z. B. Biogasanlagenbau, Rapsöleinsatz im Betrieb, Hackschnitzelheizung) ist die Vorbereitung der Investitionsentscheidung sowie der anschließende effektive Betrieb für den Erfolg von hoher Relevanz. Hinweise dazu enthalten:
• Leilinie
Leitlinie zur Erzeugung von Biogas beim Einsatz von Ko-Substraten
• Richtwerte
• Rechner
Biogasgülle-Rechner
EEG-Stromvergütungsrechner
Biodieselrechner
• Merkblätter
Merkblatt: Vorleistungen für den Bau einer landwirtschaftlichen
Biogasanlage
Merkblatt: Eigenschaften Biogasgülle
Mit den Vortragsmanuskripten (
Biogasanlagen wirtschaftlich betreiben - Co2-Bilanz und Emmissionen) und die Ablage relevanter Veröffentlichungen im AINFO (
Untersuchungen zur Preis- und Kostenentwicklung bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen) stehen weitere Informationen zur Verfügung.