
Bauwerksart: Polizeidienstgebäude
Hauptnutzfläche: 3.351 m2
Zuständiges Bauamt: Staatsbauamt Gera
Gesamtbaukosten: 11 Mio. EUR
Architekt: Schmidt-Schicketanz und Partner GmbH, München
Baubeschreibung
Auf dem rund 17 000 m² großen zentral gelegenen Grundstück in Saalfeld, Promenadenweg 9, wurden im Rahmen einer alternativ finanzierten Erweiterungsbaumaßnahme komplett neue bauliche Bedingungen für die Polizeidirektion Saalfeld mit ihren technischen Einrichtungen sowie für die Polizeiinspektion Saalfeld geschaffen. Die vorhandenen Gebäude stammten zum großen Teil aus jener Zeit, in der das Gelände noch für das Krankenhaus genutzt wurde. Abgesehen von einem Gebäude, befanden sich die Bestandsbauten in einem äußerst schlechten baulichen Zustand, so dass eine Sanierung unrentabel gewesen wäre. Da weiterhin der erforderliche Raumbedarf nicht funktionsgerecht unterzubringen war, wurde der überwiegende Teil der alten Gebäudesubstanz abgerissen. Lediglich das in den Jahren 1994/95 von Grund auf instand gesetzte Haus 1 blieb erhalten und wurde in wenigen Teilbereichen für die weitere Nutzung durch die Polizeidirektion umgebaut. Bei der städtebaulichen Gesamtkonzeption wurde eine Neugliederung der Liegenschaft in einen Neubaubereich um den neuen Polizeihof und einen Grünbereich um das bestehende Gebäude Haus 1 realisiert. Der kompakte dreigeschossige neue Baukörper für die Polizeiinspektion nimmt die Flucht des Promenadenweges auf und bildet Richtung Norden zusammen mit der Hauptzufahrt den Eingangsbereich zur Liegenschaft. Durch den von Süd nach Nord fallenden Promenadenweg entstand zwischen dem Neubau Polizeiinspektion und der Hauptzufahrt eine erhöhte Eingangsebene. Die technischen Einrichtungen und sonstigen Erweiterungsflächen der Polizeidirektion wurden in einem langgestreckten dreigeschossigen Neubau untergebracht, der mit dem Haus 1 durch eine Brücke verbunden ist. Eine eingeschossige Pkw-Kompaktgarage und eine separate Garage für Busse bilden durch ihre Winkelstellung zusammen mit dem Neubau der Polizeiinspektion und dem Erweiterungsbau der Polizeidirektion den als Sicherheitsbereich ausgebildeten Polizeihof, der als Verkehrs- und Aufstellfläche genutzt wird. Innerhalb dieser Fläche ist weiterhin eine Tankstelle integriert. Durch den Abriss der bestehenden Gebäude entstand nordwestlich des Gebäudes Haus 1 und südlich des Neubaus der Polizeiinspektion eine Freifläche, die als Grünzone gestaltet ist. Außerhalb der Mauer, die das eigentliche Polizeigelände umgibt, setzt sich die Grünfläche fort, wodurch im Anschluss an den hier befindlichen Kreuzungsbereich eine der Öffentlichkeit zugängliche und das Stadtbild belebende Grünfläche entstanden ist. Durch die Anordnung und die kompakte Bauweise der Neubauten ist der Grundflächenverbrauch verhältnismäßig gering, wodurch es möglich wurde, einen beachtlichen Teil des alten Baumbestandes zu erhalten. Der Neubau der Polizeiinspektion ist ein kompaktes Dreibund-Gebäude. Um eine innenliegende Kernzone für Erschließung, WCs und untergeordnete Nebenräume gruppieren sich außen die Büroräume. Durch die stark aufgeglaste, zur Eingangsplattform hin orientierte Nordfassade, soll die Rolle der Polizei in unserer heutigen Gesellschaft als offener moderner Dienstleister verdeutlicht werden. Die restlichen Fassadenseiten sind durch helle Putzflächen und Aluminium-Glas-Fassaden gegliedert. Der Erweiterungsbau für die Polizeidirektion ist als Zweibund konzipiert, der sich zusätzlich durch seine vielen verschiedenen Funktionsbereiche gliedert. Im Erdgeschoss zeichnet sich deutlich der zum Polizeihof hin aus dem Gebäude herausgeschobene Werkstatt- und Sportbereich ab und an der Ostseite überragt der erhöhte Schulungsraum das Gebäude. In den zwei Obergeschossen sind an beiden Längsfassaden die Büroräume angeordnet und im Keller ist die das Training erforderliche Raumschießanlage untergebracht. Gestalterisch werden die Hauptelemente der neuen Polizeiinspektion übernommen: Aluminium-Glas-Fassaden, die durch weiße Putzflächen unterbrochen sind und auskragende Betonfertigteile an Dachrand sowie vorspringende Wandscheiben. Der Garagenkomplex ist als Stahlbau konzipiert, der größtenteils durch horizontal montierte helle Trapezbleche verkleidet ist.
Zeitablauf
12/2000 Bedarfsanforderungen genehmigt
06/2001– 02/2002 Haushaltsunterlage-Bau
03/2003 – 08/2004 Bauausführung
TMBV, August 2005