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![]() Hörsaalgebäude Nach Durchführung der Neubauprojekte konnte der noch jungen südthüringer Fachhochschule im November 2000 der erste neue Campus in Thüringen übergeben werden. Zusammen mit der inzwischen überwiegend sanierten Altbausubstanz von rund 9.200 m² Hauptnutzfläche und dem realisierten Neubauprogramm von rund 8.000 m² verfügt sie heute über insgesamt 17.200 m² Hauptnutzfläche und ist nach der bei der Planung entwickelten städtebaulichen Gesamtkonzeption künftig um weitere 13.000 m² erweiterbar. Im neuen Hörsaalgebäude mit drei großen Sälen und einer Kapazität von 620 Plätzen sowie den zwei zusätzlichen Institutsgebäuden wurden weitere 970 moderne Labor- und Seminararbeitsplätze eingerichtet. Die Bibliothek ist für einen Büchergrundbestand von 135.000 Bänden ausgelegt und zurzeit mit 134 Lesearbeitsplätzen sowie 67 Computerarbeitsplätzen ausgestattet. Diese hervorragenden Studienbedingungen fanden schließlich auch bei verschiedenen Hochschulrankings ihren Niederschlag, bei denen die Fachhochschule Schmalkalden regelmäßig Spitzenplätze einnimmt. ![]() Lageplan - Gelände der Fachhochschule Schmalkalden Architektenwettbewerb Zur Lösung der Bauaufgabe für die Erweiterung der Fachhochschule führte der Freistaat Thüringen, vertreten durch das Thüringer Finanzministerium, 1994/1995 einen EWR-weiten begrenzt offenen Architektenwettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren durch. Aufgrund der Komplexität und der Zielstellung einer abschnittsweisen Realisierung wurde dieser als baulicher Realisierungswettbewerb für den ersten Bauabschnitt kombiniert mit einem städtebaulichen Ideenteil für den Gesamtausbau der Liegenschaft ausgelobt.Ende 1994 wählte ein unabhängiges Auswahlgremium aus 165 Bewerbungen 25 Büros zur Teilnahme am Wettbewerb aus. Nach rund dreimonatiger Bearbeitungszeit gingen schließlich im Februar 1995 22 Beiträge ein. Die Preisgerichtssitzung fand im April 1995 statt.
der Stadt Schmalkalden.
Abwicklung und Finanzierung Nachdem 1997 im Rahmen der Hochschulbauförderung erstmals auch alternative Finanzierungsformen durch den Bund ermöglicht worden waren, konnte die Maßnahme Fachhochschule Schmalkalden als bundesweites Pilotprojekt für eine alternative Finanzierung im Hochschulbau entsprechend der Verfahrensweise nach dem Thüringer Modell realisiert werden.![]() Süd-West-Seite Bibliothek Nach einer EWR-weiten öffentlichen Ausschreibung der Bau- und Finanzierungsleistungen wurde im April 1998 der Bauauftrag an die Arbeitsgemeinschaft WALTERBAU Sachsen GmbH und HEILIT + WÖRNER Bau AG, beide mit Zweigniederlassungen in Erfurt, als Generalunternehmer für die schlüsselfertige Errichtung der Bibliothek, des Hörsaalgebäudes und der zwei Institutsgebäude für Maschinenbau und Elektrotechnik sowie Informatik vergeben. Mit der schlüsselfertigen Errichtung der Mensa wurde nach einer weiteren Ausschreibung die Suhler Firma Eberhardt Baugesellschaft beauftragt. Bei beiden Teilprojekten hatte die HypoVereinsbank die günstigsten Finanzierungsangebote abgegeben und nach Zustimmung durch den Bund und den Haushalts- und Finanzausschuss des Thüringer Landtags die Zuschläge erhalten. Nach einem Finanzierungsmodell mit einer Finanzierungslaufzeit von 20 Jahren wurden dabei zwischen Generalunternehmer, Finanzier und Freistaat Vereinbarungen geschlossen, auf deren Grundlage die Werklohnforderungen der Generalunternehmer gegenüber dem Freistaat gestundet und dem Finanzier die Forderungen aus diesen Verträgen verkauft wurden. Die HypoVereinsbank vergütete die Unternehmerleistungen nach Baufortschritt. Unter Beteiligung des Bundes zahlt der Freistaat über die Vertragslaufzeit die jährlichen Finanzierungsraten an die HypoVereinsbank. ![]() Nord-Ost-Ansicht Laborgebäude Städtebauliches und architektonisches Konzept Das Grundstück mit einer Ausdehnung von 400 m x 150 m befindet sich am südöstlichen Randbereich der Stadt in einer Talaue im Übergangsbereich zur freien Landschaft und wird im Norden durch den Bachlauf der Stille begrenzt. Auf dem ehemals desolaten Fabrikareal im südöstlichen Anschluss an die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude der Liegenschaft ist eine parkartige Situation mit attraktiver Bebauung entstanden. Das Entwurfskonzept ist geprägt durch ein präzise definiertes System, innerhalb dessen sich niedrige Baukörper und Platzfolgen aufeinander zu entwickeln und miteinander verknüpfen können. Inmitten des lang gestreckten zentralen Raumes sind die Neubauten der Erweiterungsmaßnahme angeordnet. Die weitgespannte baumbestandene Hauptachse als Fußgängerverbindung im Gelände und ein zentraler Campusplatz, umgeben von Hörsaalgebäude, Bibliothek und neuer Mensa, bilden das Grundgerüst des ersten Bauabschnitts. Dieser ist so angelegt, dass er bereits eine Raumbildung mit dem Altbaubestand eingeht und auch ohne den zweiten Bauabschnitt eine funktionierende Einheit ergibt.Die neue Mensa schirmt gleichzeitig das sehr mächtig wirkende Studentenwohnheim ein 5-geschossiger Plattenbau ab und bezieht es in die Gesamtkonzeption ein. Das Institutsgebäude für Maschinenbau und Elektrotechnik, die so genannte Maschinenhalle, und das Informatikgebäude bilden im ersten Bauabschnitt zusammen mit dem bestehenden Institutsgebäude für Elektrotechnik und Informatik einen eigenen Schwerpunkt am östlichen Ende der Haupterschließungsachse. Die wohlabgestimmte Freiraumplanung und die bewaldete Umgebung sind eine angemessene Ergänzung und Kontrastierung zum klaren städtebaulichen Konzept.
Das 3-geschossige Hörsaalgebäude bildet den Mittelpunkt am Campusplatz. Eine 5 m breite, über drei Geschosse offene als Erschließungszone genutzte Halle, teilt das 70 m lange Gebäude in zwei unterschiedlich genutzte Zonen. Auf der Südseite befinden sich drei übereinander liegende Seminarraumebenen mit einem zur Halle hin orientierten Erschließungsflur. Der mittig liegende, auch in der Außenfassade ablesbare große Hörsaal, und die beiden seitlich angeordneten Hörsäle für Physik und Chemie bestimmen die Nordseite. Die als Innere Straße ausgebildete Erdgeschosszone, die offenen Treppen- und Stegverbindungen in allen Geschossen und großzügige Flurausweitungen in den Obergeschossen schaffen den notwendigen Raum für studentische Aktivitäten.
Die beiden Institutsgebäude für Maschinenbau/Elektrotechnik und Informatik entwickeln sich stark aus den jeweils gestellten funktionalen und technischen Anforderungen. Ein 2-geschossiger Laborriegel über einer Erschließungsgalerie, verbunden mit einer hohen mit Krahnbahn ausgestalteten Maschinenhalle für Großexperimente, charakterisiert den Neubau für die Fachbereiche Maschinenbau und Elektrotechnik. Merkmale des Informatikgebäudes sind die um einen knapp bemessenen überdachten Innenhof mit offener Treppe erschlossenen Lehrräume und das vor dem Baukörper platzierte verglaste Fluchttreppenhaus.
Zur Gestaltung und zum Materialkonzept Auf der Grundlage eines durchaus einheitlichen Formen- und Detailrepertoires entwickelt sich eine anschauliche Vielfalt.
![]() Eingangsbereich Mensa Der Thüringer Staatshochbau hat seit Gründung Anfang 1991 bis Ende 2001 fast zehn Milliarden Euro im Bereich der öffentlichen Infrastruktur des Landes beplant, betreut und investiert. Dazu gehören Polizeidienststellen und Haftanstalten ebenso wie Hochschul- und Hochschulklinikbauten. Damit übernimmt die Staatliche Hochbauverwaltung im Thüringer Finanzministerium und ihre nachgeordneten Dienststellen Verantwortung für rund 20.000 Arbeitsplatzinhaber und ihre Familien. Darüber hinaus trägt sie auch maßgeblich zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen im Lande bei. Die Projekte stellen dabei sowohl ein Instrument der Wirtschaftsförderung als auch einen bedeutenden Beitrag zur Gestaltung einer lebenswerten Umwelt dar. Im Spannungsfeld von zeitgenössischer Architektur und Anknüpfung an Thüringer Bautradition entsteht der bauliche Ausdruck eines modernen, weltoffenen, aber auch sensiblen wie traditionsbewussten Landes. ![]() Nord-West-Ansicht Bibliothek Gebäudedaten 1. Bauabschnitt Wettbewerb 1. Preis April 1995 Planungsbeginn März 1997 Baubeginn Mai 1998 Gebäudebezug November 2000 Hauptnutzfläche (HNF) 7.911 m² Nebennutzfläche (NNF) 484 m² Funktionsfläche (FF) 1.882 m² Verkehrsfläche (VF) 4.539 m² Bruttogrundrissfläche 16.244 m² Bruttorauminhalte 71.870 m² Gesamtkosten 67,65 Mio DM = 34,60 Mio Bauherr Freistaat Thüringen, Thüringer Finanzministerium, vertreten durch das Staatsbauamt Erfurt Nutzer Fachhochschule Schmalkalden Architekten Belz, Kucher und Partner Freie Architekten BDA, Stuttgart ![]() |
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