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Neubau
Bauwerksart: Verwaltungsgebäude
Hauptnutzfläche: 2.987
m²
Gesamtbaukosten: 7,67 Mio.
zuständiges Staatsbauamt: Staatsbauamt Gera
Architekt: Architekturbüro Michael
Weindel; Waldbronn
Baubeschreibung Im Zusammenhang mit der Kreisgebietsreform von 1993
erfolgte die Umsetzung des Beschlusses der Landesregierung zur Verlagerung des
Finanzamts Schleiz nach Pößneck als Ausgleichsmaßnahme
für Pößneck wegen des Verlusts von Verwaltungsaufgaben.
Umfangreichen Standortrecherchen des Thüringer Finanzministeriums hatten
ergeben, dass ein Neubau am Standort Ernst-Thälmann-Straße Ecke
Brunnengasse und Gerberstraße mit seiner bürgernahen Innenstadtlage
die wirtschaftlichste Lösung darstellt. Das im November 1997 erworbene,
rund 2.500 m² große Grundstück, eignete sich zudem noch
für die Einbeziehung des Katasteramts in die Neubaukonzeption, das in
einem sanierungsbedürftigen Mietobjekt nur unzureichend untergebracht war.
Bei der Bauausführung waren die Randbedingungen nicht die Einfachsten.
Archäologische Funde einer Gerbersiedlung aus dem 14. Jahrhundert mussten
gesichert werden. Parallel in unmittelbarer Nachbarschaft durchgeführte
Baumaßnahmen zur Landesgartenschau und zeitgleiche städtische
Erschließungsmaßnahmen erforderten ein Höchstmaß an
Koordinierungsaufwand. Nach nur 12-monatiger reiner Bauzeit konnte das Projekt
im März 2000 rechtzeitig vor Eröffnung der Landesgartenschau
Pößneck im April fertig gestellt werden. Seitdem sind hier
rund 135 Bedienstete tätig.
Im Ergebnis des vom Finanzministerium
1997 durchgeführten EWR-weiten Architektenwettbewerbs bildete der mit dem
ersten Preis ausgezeichnete Entwurf des Architekturbüros Michael Weindel
aus Waldbronn die Grundlage für die weitere Bearbeitung. Der Neubau, der
sich harmonisch in die historische Umgebung einfügt, nimmt die vorhandenen
Baufluchten der Altstadt auf und ist entsprechend der differenzierten
Funktionseinheiten in zwei separate Gebäudeteile für den
Finanzamtsbereich und den Bereich Katasteramt gegliedert. Verbunden sind diese
durch eine gemeinsam genutzte, transparent gestaltete Eingangshalle. Auf
insgesamt fünf Grundrissebenen und einem zusätzlichen Staffelgeschoss
im Bereich des Finanzamts wurden rund 2.300 m² Hauptnutzfläche
für das Finanzamt und rund 600 m² für das Katasteramt
realisiert. Das Untergeschoss ist überwiegend als Tiefgarage mit einer
Kapazität von 41 Stellplätzen konzipiert, in der weiterhin diverse
Technik- und Archivflächen untergebracht sind. Im Erdgeschoss bis zum
dritten Obergeschoss befinden sich die Bürobereiche der beiden Ämter.
Ein zentraler Sitzungsraum ist im Staffelgeschoss
eingerichtet.
Verfahren Mit der Zielsetzung einer alternativen
Finanzierung wurden im Anschluss an die Entwurfs- und Genehmigungsplanungen die
Verdingungsunterlagen erstellt und die Bau- und Finanzierungsleistungen im Juli
1998 entsprechend der Verfahrensweise nach dem Thüringer Modell EWR-weit
öffentlich ausgeschrieben. Leasinggeber ist nach Abschluss eines
entsprechenden Vertrags am 22. Dezember 1998 die von der LHI-Leasing für
Handel und Industrie, München, für diese Maßnahme
gegründete Objektgesellschaft FILAT Beteiligungs- GmbH & Co.
Vermietungs- KG. Als Leasingzeitraum wurde eine Laufzeit von zwanzig Jahren mit
Kaufoption nach Ablauf des Vertrags vereinbart. Mit der schlüsselfertigen
Errichtung des Gebäudes wurde dabei als Generalunternehmer die Chemnitzer
Niederlassung der Bauunternehmung E. Heitkamp beauftragt. Für das
Baumanagement war während der Ausführungsphase die LHI-Baumanagement
GmbH zuständig, wobei die Qualitäskontrolle im Zusammenarbeit mit der
Bauverwaltung und den Entwurfsplanern
erfolgte.
Zeitablauf 01/1998 Bedarfsanforderungen
genehmigt Architektenwettbewerb 03/1997 - 09/1997
Architektenwettbewerb 03/1998 - 06/1998 HU-Bau 12/1998 AFU-Bau /
Verdingung 12/1998 Auftrag Bauen und Finanzierung 01/1999 - 03/2000
Ausführung |