| Bauherr: | Bundesrepublik Deutschland |
| Entwurfsaufsteller: | Freistaat Thüringen, Straßenbauamt Nordthüringen |
| Entwurfsbearbeiter: | SEIB Ingenieur Consult GmbH Ingenieurbüro Kleb |
| Baudurchführung: | Streckenbau Hauptmaßnahme: - Bilfinger & Berger Verkehrswegebau GmbH - Papenburg Baugesellschaft mbH Brückenbau: - BR Ingenieurbau GmbH, Dr. Waldenburger, HTI Greußen, STRABAG, Hentschke Bau, Ernst u. Herwig GmbH |
| Baulänge: | 8145 m davon 3450 m dreistreifig und 4695 m zweistreifig |
| Fahrbahnbreite: | 8,0 m / 11,5 m |
| Anzahl der Brücken: | 11 Stück, die Längste hat eine lichte Weite von 310 m (Salzatalbrücke) |
| Voraussichtliche Bauzeit: | 06/ 2003 - 12.12.2008 |
| Voraussichtliche Kosten: | ca. 42,0 Mio €, davon Förderung durch EU 6,4 Mio € |
Beschreibung der Baumaßnahme:
Die Bundesstraße B 247 verlief bisher durch die Stadt entlang vorhandener Wohn- und Geschäftsansiedlungen. Dies führte bei einer durchschnittlich täglichen Verkehrsbelastung von ca. 13.000 – 14.000 KfZ/24 h insbesondere durch LKW ’s, zu starken Immissionen von Lärm- und Schadstoffen. Die Anwohner waren in den Spitzenstunden der Verkehrsbelastung bis über die Grenze des Zumutbaren beeinträchtigt.
Im März 2000 wurde die Vorzugslinie für die Ortsumgehungstrasse als Ergebnis eines Raumordnungsverfahrens durch das Bundesministerium für Verkehr- Bau und Stadtentwicklung bestätigt.
Im November 2004 lag für die gesamte Ortsumgehung Bad Langensalza das Baurecht vor.
Die 11 Brückenbauwerke wurden in der Zeit zwischen 2003 – 2007 separat vom Streckenbau errichtet. Es wurden 4 Brücken in Spannbetonbauweise, fünf als Stahlverbundkonstruktion und 2 als Stahlbetonkonstruktion ausgeführt.
Die Ausschreibungen für den Straßenbau erfolgten Ende 2006. Die Straßenbauleistungen wurden in mehreren Abschnitten/ Losen überwiegend an Thüringer Firmen vergeben, mit dem Bau wurde im April 2007 begonnen.
Im Rahmen des Erdbaus waren ca. 120.000 m ³ Oberboden und 700.000 m ³ Boden zu bewegen. Davon wurden 400.000 m ³ Boden in den Auftragsbereichen der Ortsumgehung eingebaut. Weitere 300.000 m ³ wurden zur zukünftigen Ortsumgehung Mühlhausen transportiert und dort in den setzungsempfindlichen Bereichen mit einer Überschüttung von 2,00 m als Seitenablagerung eingebaut.
Bedingt durch ein Nebenangebot des Auftragnehmers wurde die Fahrbahn der Hauptstrecke in Waschbeton (30 cm Dicke Decke auf Schottertragschicht) ausgeführt. Auf Grund der wechselnden Fahrbahnbreiten und der relativ dicht beieinander liegenden Brückenbauwerke stellte der Betoneinbau eine besondere technologische Herausforderung dar.
Mit dem Bau der Ortsumgehung Bad Langensalza waren Eingriffe in Natur und Landschaft verbunden, die durch landschaftspflegerische Maßnahmen im Sinne des Thüringer Naturschutzgesetzes kompensiert wurden. Durch folgende Maßnahmen im Umfeld der Ortsumgehung wurden Strukturen in der Landschaft mit vielfältigen Funktionen im Naturhaushalt neu geschaffen:
• Neuanlage des 3..Böhmenteiches in der Unstrutaue als Feuchtbiotopkomplex
• Umbau des Salzawehres in eine flache Sohlgleite
• Entsiegelung von Panzerschießbahnen im Nationalpark Hainich
• Neuanlage von Wald-, Hecken- und Streuobstwiesenflächen
• Anlage von Uferrandstreifen an Nordmar und Orlbach
Zudem wurde die Trasse der Ortsumgehung selbst durch Pflanzmaßnahmen in die Landschaft eingebunden.
Die Verkehrsfreigabe der Ortsumgehung Bad Langensalza auf einer Baulänge von 8,15 km war ein weiterer entscheidender Abschnitt beim Ausbau einer dringend benötigten überregionalen Verkehrsachse zwischen den Autobahnen A 38, A 4 und A 71. Für den hiesigen Wirtschaftsstandort bedeutet dies gleichzeitig eine verkehrssichere und schnellere Anbindung an die Oberzentren Erfurt – Halle – Leipzig und Göttingen – Hannover bzw. Kassel.
Für die Anwohner der Stadt wird durch die Ortsumgehung eine spürbare Entlastung eintreten. Die Herausnahme des Durchgangsverkehrs von ca. 8.000 – 10.000 KfZ/24 h in Teilabschnitten der Ortsdurchfahrt führt zu einer Stärkung der Funktionsfähigkeit des Stadtgebietes. Durch die südöstliche Lage der Ortsumgehung wurden 4 leistungsfähige, ortsnahe Stadtanbindungen geschaffen, wodurch eine optimale Bündelungs- und Verteilungsfunktion außerhalb der Stadt Bad Langensalza besteht.