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Polizeistrukturreform - Blog

Innenminister Jörg Geibert Innenminister Jörg Geibert
Sehr geehrte Damen und Herren,
 
über diesen Blog können Sie Fragen zur Polizeistrukturreform der Thüringer Polizei an uns senden. Soweit die Fragen bereits beantwortbar sind, erhalten Sie spätestens am nächsten Werktag die Antwort darauf.
 
Auf dieser Internet-Seite finden Sie alle wesentlichen Informationen zur Polizeistrukturreform:
 
Wir freuen uns auf Ihre Fragen!
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Reform doch am Sparzwang gescheitert?

05.04.2011 14:20:00 von Heiko Barth
Sollte das Reformvorhaben dem Sparvorhaben geopfert worden sein, so wäre das nicht neu... Ich möchte aber dringend bitten, die personellen Probleme der Polizei im Auge zu behalten. Es gibt weiterehin Reserven, die aufgespürt werden müssen. Und dem Finanzminister muss klar gemacht werden, dass der Schutz der inneren Sicherheit Geld kostet, und zwar Jahr für Jahr mehr und nicht weniger. Das wird auch immer so bleiben, weil sich die Kosten für Personal wie auch für Technik in der Regel kontinuierlich nach oben bewegen. Und das Argument "sinkende Bevölkerungszahlen durch Abwanderung und damit weniger Arbeit für die Polizei" greift nicht, weil nun mal unsere Problemfälle nicht abwandern, sondern diejenigen, die in Polizeistatistiken sowieso keine Rolle spielten. Oder wann hatten Sie oder jemand aus Ihrer Familie privat mit der Polizei zu tun? Die Arbeit wird also nicht weniger, Fallzahlen werden nicht sinken. So - und wie geht es nun weiter?
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Antwort aufg den Eintrag von Frau Marktscheffel

07.03.2011 16:41:00 von Bernd Edelmann, Pressesprecher TIM
Sehr geehrte Frau Marktscheffel,

vielen Dank für Ihre Fragen, zu denen ich gerne Stellung nehme.

Es ist Ihnen vollkommen zuzustimmen, dass die Verkehrssicherheitsarbeit eine sehr hohe Bedeutung in der polizeilichen Aufgabenwahrnahme hat. Gerade deswegen wird sie im Rahmen der Reform nicht abgeschafft, sondern sie wird sowohl in der LPI und als auch in den nachgeordneten Polizeiinspektionen weiter vorhanden sein und durch die Bündelung in der LPD einen noch höheren Stellenwert erhalten.

Ihre Skepsis gegenüber den „Universalbeamten“ scheint mir widersprüchlich. Es gehört zum täglichen Handwerkszeug eines jeden Polizeibeamten, Unfälle aufzunehmen, Verkehrskontrollen durchzuführen oder den Verkehr – auch auf Kreuzungen – zu regeln. Die Spezialisten, wie etwa die Beamten für die technische Verkehrsüberwachung oder für die Kontrollgruppen im gewerblichen Personen-/Güterverkehr bleiben auch in der neuen Struktur erhalten und werden zukünftig lediglich nicht mehr einer Verkehrspolizeiinspektion, sondern einer Landespolizeiinspektion unterstellt. Zudem reagieren wir mit der Einrichtung der Autobahnpolizeiinspektion und den Autobahnpolizeistationen auf die Entwicklung des Verkehrslage- und Kriminalitätslagebildes speziell auf den Autobahnen.

Ein gutes Argument aus der Praxis für die Reform hat zudem Ihr Kollege, Herr Hentsch, mit seinem Beitrag vom 03.02.2011 geliefert. Er schreibt darin, „Wir als VPI Erfurt haben im Jahr 2010 mit unseren ca. 50 einsatzfähigen Beamten weit über 9000 Einsatzstunden zur Absicherung von Sonderaufgaben geleistet“. Mit dieser Aussage drängt sich die organisatorische Zusammenfassung von VPIn, PIZDn und LPIn/PIn geradezu auf. Diese Aussage belegt, dass eine einzelne Dienststelle, insbesondere hier in Erfurt, nicht in der Lage ist, eine größere Lage alleine mit ihren Kräften zu bewältigen.

Der dezente Hinweis von Herrn Hentsch auf die nur noch „50 einsatzfähigen Beamten“ bestätigt zudem ein weiteres Hauptargument für die Polizeistrukturreform. Der bisherige altersbedingte Personalabbau bzw. der haushaltsbedingte Stellenabbau wurde unabhängig von der Struktur durchgeführt. Bereits in einem vorhergehenden Blogeintrag habe ich geschrieben: Insgesamt wurden seit 2002 über 600 Stellen im Polizeivollzugsdienst abgebaut, ohne dass eine Anpassung der Organisationsstruktur erfolgte. Genau diese Anpassung muss und soll jetzt durch die Reform erfolgen. Sie sprechen von bewährten Strukturen. Ja, das stimmt, die Strukturen waren gut. Aber die Rahmenbedingungen haben sich deutlich geändert. Es ist das Schicksal von bewährten Strukturen, den sich ändernden Rahmenbedingungen angepasst werden zu müssen. Die zitierte Aussage von Herrn Hentsch zu den Sonderaufgaben verdeutlicht diese geänderten Rahmenbedingungen auch unter fachlichen Gesichtspunkten. Es gibt zunehmend mehr Einsatzlagen, die eine Bündelung aller vor Ort verfügbaren Kräfte erfordern.

Der Teil der heutigen VPI Erfurt, der derzeit Verkehrskontrollen durchführt bzw. Verkehrsordnungswidrigkeiten sanktioniert, wird darüber hinaus nicht wegfallen, sondern wie bereits erläutert, in der LPI wieder zu finden sein (dort im Bereich Einsatzunterstützung). Verkehrskontrollen und die Feststellung und Verfolgung von Verkehrsordnungswidrigkeiten erfolgen außedem nicht nur durch die Beamten der Verkehrspolizeiinspektionen, sondern in der Hauptsache durch die Beamten der Basisdienststellen sowie der Einsatzzüge. Zudem wird die Anzahl der Verkehrskontrollen zunehmen, da mehr Beamte im Streifendienst in den Basisdienststellen zur Verfügung stehen werden. Die Frage der Zuordnung der Beamten zu einer bestimmten Dienststelle, d.h. ob sie in einer (Landes-)Polizeiinspektion oder in einer Verkehrspolizeiinspektion Dienst leisten, steht doch in keinem Zusammenhang mit der Verkehrssicherheit. Aber die Zuordnung zu verschiedenen Dienststellen, z.B. in der heutigen Struktur, erfordert Führungs- und Funktionspersonal für diese Dienststellen. Ich kann mich daher an dieser Stelle nur wiederholen, dass die geplante Reform keinerlei Kritik an der bisherigen Arbeit des Führungs- und Funktionspersonals in den aufzulösenden VPIn und PIZDn darstellt, sondern schlicht das Ziel verfolgt, eine auch in der Zukunft funktionsfähige Polizeistruktur zu schaffen, in der durch Bündelung von Aufgaben und Personal weniger Führungs- und Funktionspersonal benötigt wird. Das wiederum ist zugleich die Grundlage dafür, dass die Basisdienststellen gestärkt werden können.
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Antwort auf Herrn Polten

03.03.2011 10:02:00 von Bernd Edelmann; Pressesprecher TIM
Sehr geehrter Herr Polten, vielen Dank für Ihre Nachfragen. Für mich als Pressesprecher wäre es manchmal auch leichter, wenn wir jetzt schon konkrete Zahlen hätten. Wir sind aber noch nicht so weit, dass wir konkrete, belastbare und abschließende Zahlen für die Umsetzungsphase der Reform kommunizieren können. Zu Ihren Fragen: Unsere Verhandlungsposition für die Haushaltsverhandlungen besteht darin, dass die aktuelle Ist-Stärke bis 2015 gehalten werden soll, um die Reform erst einmal umsetzen und für den Bürger sichtbar machen zu können. Das wesentliche Stellrad dafür ist, unter Einbeziehung der Altersabgänge und sonstigen Abgänge, die Anzahl der jährlich neu einzustellenden Anwärter. In den letzten drei Jahren haben wir mit einmal 200 und zweimal 160 Anwärtern einen Weg aufgezeigt, dieses Ziel zu erreichen. Bei der Zahl 200 handelt es sich um eine grob überschlagene Zahl. Ziel ist es, einen Streifenwagen rund um die Uhr je Basisdienststelle mehr auf die Straße zu bekommen. An dieser Größe wird sich die genaue Zahl orientieren, die wir den Basisdienststellen zuführen müssen. Unter Basis verstehen wir den Einsatz- und Streifendienst der neuen sieben Landespolizeinspektionen (LPI) und die den LPIn unsterstellten Polizeiinspektionen. Die Rückkehr zur 40-Stunden -Woche bzw. die Verlängerung der Lebensarbeitzeit werden selbstverständlich in die Personalbedarfsberechnungen einbezogen. In Thüringen muss das entsprechende Gesetz aber erst noch verabschiedet werden. Die mathematischen Wirkungen daraus hängen wesentlich vom Zeitpunkt des Inkrafttretens ab, so dass wir bislang nur Modellberechnungen für mögliche Stichtage durchführen konnten. Insgesamt wird es aber möglich sein, das vorgegeben Ziel der Stärkung der Basis zu erreichen. Das wesentliche Instrument dafür ist die Verschlankung der Führungs-. und Verwaltungstrukturen auf PI- und LPI-Ebene und die weitgehende Bündelung der Verwaltungsaufgaben bei der neuen Landespolizeidirektion.
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Anfrage

02.03.2011 10:32:00 von Silke Marktscheffel
Sehr geehrter Herr Edelmann,

Ich bin seit vielen Jahren in der Verkehrspolizei in der Verkehrssicherheitsarbeit tätig. In der durch den Innenminister Herrn Geibert veröffentlichten Verkehrsunfallstatistik für 2010 ist ersichtlich, dass gerade diese Arbeit enorm wichtig ist. Aufklärung und Prävention von Kindern und Jugendlichen ist langfristig das beste Mittel um Verkehrsunfälle zu vermeiden. Das Erfurt führend in der Verkehrserziehung ist, liegt auch daran, das die Verkehrssicherheitsberatung schon seit über 20 Jahren ein Teil der Verkehrspolizeiinspektion Erfurt ist. Ohne diese gute Arbeit wären in Erfurt viel mehr Unfälle zu verzeichnen. Meine Frage: Warum soll diese bewährte Struktur verändert werden?

Polizeieinsätze in den letzten Jahren haben gezeigt, dass alle Polizeibeamte nur gemeinsam von verschiedenen Einheiten und Organisationen die Aufgaben erfüllen können. So sind zum Beispiel Verkehrspolizisten für Verkehrsaufgaben und Einsatzbeamte der Einsatzzüge für geschlossenen Einsätze da. „Universalbeamte“ werden in jedem Fachgebiet nur „durchschnittlich“ sein und professionelle Arbeit nur schwer leisten können.

Meine Frage: Wie sehen die Einsätze in der Zukunft aus, wenn zum Beispiel ein Einsatzbeamter dann auf einer großen Kreuzung in Erfurt den Verkehr regeln soll ?

Die Landeshauptstadt Erfurt hat im Vergleich mit anderen Städten in Thüringen ein ganz spezielles Aufgabengebiet für die Verkehrspolizei auch ohne Autobahnbetreuung, dass in der neuen Struktur überhaupt nicht berücksichtigt ist. Ich könnte das an vielen Beispiele anführen. Es ist ein Unterschied, ob eine Großdemonstration in Erfurt stattfindet oder nur eine kleine Kundgebung in Gera. Auch die vielen, durch Verkehrspolizisten, festgestellten hochwertigen Verkehrsordnungswidrigkeiten in Erfurt sprechen für sich. Ein gewisser Kontrolldruck ist nur mit einer eigenen Verkehrspolizeiinspektion in Erfurt möglich. Ohne ausreichende Kontrollen werden die Ordnungswidrigkeiten und damit auch die Verkehrsunfälle zunehmen.

Meine Frage: Bis dato werden viele Kontrollen im Straßenverkehr durch die Streifen der Verkehrspolizei durchgeführt. Wer soll in der neuen Struktur diese Kontrollen übernehmen? Ich freue mich auf eine Antwort. Mit freundlichen Grüßen
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Frage

25.02.2011 09:29:00 von MatthiasPolten
Sehr geehrter Herr Edelmann, sehr geehrter Herr Mau!

Vielen Dank für Ihre Antworten und Ausführungen. Manche Antwort hätte ich mir ausführlicher gewünscht, ich verstehe aber, dass nach dem jetzigen Stand noch nicht alles beantwortet werden kann.

Unser Innenminister, Herr Geibert hat bekannt gegeben, dass bis 2015 keine Stellen bei der Thüringer Polizei abgebaut werden sollen. Dazu habe ich eine Frage. Ich weiß, dass jedes Jahr viele Kollegen in ihren wohlverdienten Ruhestand gehen und auch der eine oder andere krankheitsbedingt seinen Dienst nicht mehr verrichten kann. Weit weniger Beamte beginnen ihre Ausbildung bzw. ihr Studium in Meiningen. Dies bedeutet, dass wir zwangsläufig jedes Jahr weniger Polizeibeamte werden. Wie wird die Differenz ausgeglichen, damit bis 2015 kein Stellenabbau erfolgt? Oder ist mit „keinem Stellenabbau“ gemeint, dass die Stellen zwar da sind aber nicht personell besetzt werden?

Ich habe noch eine zweite Frage. Sie schreiben, dass 200 Polizeivollzugsbeamte die Basisdienststellen verstärken sollen und somit für jede Dienststelle 1 Streifenwagen rund um die Uhr mehr zur Verfügung steht. Ich weiß, dass man ca. 10 Beamte benötigt, um diesen Streifenwagen zu besetzten (4 Schichten, Urlaub, krank, Weiterbildungen). Sie schreiben, es gibt 26 Basisdienststellen. Können sie mir die 6 Dienststellen nennen, die dann nicht durch einen Streifenwagen verstärkt werden oder wie es gerechnet wird, dass es aufgeht?

Noch eine Frage am Rande. Ich habe gelesen, dass in Bayern die Beamten bald wieder 40 Stunden in der Woche arbeiten. Vorher haben sie auch 42 Stunden gearbeitet. Hochgerechnet auf das Bundesland Bayern fehlen so viele Stunden, dass der Freistaat Bayern 700 Polizeibeamte neu einstellt, um diese Differenz auszugleichen. Wie soll in Thüringen der Ausgleich erfolgen? Rein rechnerisch fehlen in Thüringen durch die Umstellung auf 40 Stunden ca. 130 Polizeivollzugsbeamte.

Die Frage ist, wie das Ziel von mehr Beamten in den Basisdienstellen mit den oben angeführten Problemen in der Polizeistrukturreform erreicht werden soll??

Mit freundlichen Grüßen Matthias Polten !
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Zur Frage von Herrn Kästner vom 21.02.2011

23.02.2011 14:00:00 von Bernd Edelmann, Pressesprecher des THüringer Innenministerium
Sehr geehrter Herr Kästner,

vielen Dank für Ihre Frage. Sie zielt unmittelbar auf den Kern des Reformprojekts, die Stärkung der Basis. Unter Basisdienststellen verstehen wir dabei die örtlichen Polizeiinspektionen, somit jene Dienststellen, an die sich der Bürger direkt wendet, z.B. wegen der Anzeigenerstattung. Derzeit gibt es in Thüringen 26 Polizeiinspektionen. Ich widerspreche Ihnen insoweit als Sie behaupten, dass in Thüringen die Polizei irgendwo nicht mehr anzutreffen sei. Der gesamte Freistaat wird von der Thüringer Polizei abgedeckt. Für die Präsenz vor Ort kommt es dabei nicht nur auf den Sitz einer Polizei-Dienststelle an, sondern vor allem auch darauf, wie viele Beamte für den Streifendienst zur Verfügung stehen. Wenn also als Ergebnis der Reform den Basisdienststellen ausreichend Personal zugeführt wird, so dass rund um die Uhr eine Streife mehr unterwegs sein kann, dann ist das ein erheblicher und sichtbarer Beitrag für mehr polizeiliche Präsenz vor Ort. Zu den beiden letzten Fragen: Für die Thüringer Polizei gibt es keine normierten Interventionszeiten.
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Nachfrage von Herrn Hensch vom 22.02.

23.02.2011 13:47:00 von Bernd Edelmann
Sehr geehrter Herr Hentsch, vielen Dank für Ihre Nachfrage. Zur Beantwortung darf ich zunächst auf unsere Antworten vom 21.02.2011 verweisen. Die detaillierte Ausarbeitung der Aufgabenzuweisungen bzw. -verteilung ist Bestandteil der aktuell laufenden Phase III des Projekts Polizeistrukturreform. Erst im Ergebnis der Phase III werden verbindliche Aussagen dazu getroffen werden können, welche Aufgabe an welcher Stelle künftig wahrgenommen wird. Dementsprechend werden auch erst dann verbindliche Aussagen zur Kräftezahlen/Stärken in den einzelnen Bereichen gemacht werden können. Sie können aber davon ausgehen, dass insgesamt das Ziel, die Stärkung der Basisdienststellen erreicht wird bzw. erreicht werden muss. Schließlich ist das eines der im Koalitionsvertrag vorgegebenen Ziele für die Polizeistrukturreform.
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Nachrfrage

22.02.2011 07:45:00 von Erich Hentsch
Sehr geehrter Herr Mau,

in Ihrer Antwort an Herrn Polten schreiben Sie: „Nach den in den bisherigen Projektphasen detailliert ermittelten Ergebnissen sind diese Kräfteplanungen ausreichend". Da ja nun, Ihrer konkreten Aussage nach, detaillierte Ergebnisse zur Kräfteplanung vorliegen und diese sogar ausreichend sein sollen, hätte ich gern diese Kräftezahlen für den Bereich Einsatzunterstützung im Bezug auf meine bereits gestellte Frage gewusst.

Mit freundlichen Grüßen, Erich Hentsch
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Nachfrage

21.02.2011 21:02:00 von Christian Kästner
Sehr geehrter Herr Edelmann,

Ich beziehe mich auf ein Zitat aus der Thüringer Landeszeitung vom 18.02.2011: "200 Polizisten mehr auf Streife... Pro Basisdienststelle soll ein weiterer Funkstreifenwagen rund um die Uhr im Einsatz sein."

Bitte erklären Sie mir, was bei Ihnen Basisdienststellen sind und wie viele es davon in Thüringen gibt / geben wird. Wie wollen Sie es schaffen, dass da wo schon heute die Polizei nicht mehr anzutreffen ist, einer dieser zusätzlichen 200 Streifenpolizisten präsent sein wird?

Und letzte Frage: Gibt es für die Polzei in Thüringen konkrete Interventionszeiten? Wie sehen diese für ländliche Gegenden und Autobahnen aus?

Mit freundlichen Grüßen
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Sinkende Bevölkerungszahl im Freistaat

21.02.2011 16:51:00 von Thomas Mau, Ressereferent des TIM
Sehr geehrter Herr Barth,

vielen Dank für Ihren Beitrag. Die detaillierte Ausarbeitung der Aufgabenzuweisungen bzw. -verteilung ist Bestandteil der aktuell laufenden Phase III. Erst im Ergebnis der Phase III werden verbindliche Ausführungen gemacht werden können, welche Aufgabe an welcher Stelle künftig wahrgenommen werden wird. Es kann allerdings gesagt werden, dass sowohl die Polizeiinspektionen, die bisherigen Verkehrspolizeiinspektionen bzw. Polizeiinspektionen Zentrale Dienste als auch die Polizeidirektionen in diese Betrachtung einbezogen sind.
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Nachfrage von Herrn Polten

21.02.2011 16:48:00 von Thomas Mau, Pressereferent des TIM
Sehr geehrter Herr Polten,

vielen Dank für Ihren Beitrag. Die von Ihnen erwähnte, hohe Fachkompetenz bleibt erhalten, einerseits gebündelt im Sachgebiet Verkehrsaufgaben in der LPD, andererseits in den LPIen, der API und den APSen (wie bereits erläutert). Nach den in den bisherigen Projektphasen detailliert ermittelten Ergebnissen sind diese Kräfteplanungen ausreichend. Weitere Details dazu sind als Bestandteil der laufenden Phase III noch in Bearbeitung.
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Sinkende Bevölkerungszahl im Freistaat

18.02.2011 13:28:00 von Heiko Barth
Sehr geehrter Herr Edelmann,

ich möchte mich heute auf ein Zitat Ihrer Ausführung in diesem Blog vom 26.01.2011 beziehen:

Ein im Verhältnis zu hoher Anteil von Funktionsdienstposten steht Personalabbau im Streifeneinzeldienst und somit verminderte polizeiliche Präsenz vor Ort gegenüber. Insgesamt wurden seit 2002 über 600 Stellen im Polizeivollzugsdienst abgebaut, ohne dass eine Anpassung der Organisationsstruktur erfolgte.

Meine Frage: Welche Funktionsdienstposten meinen Sie, bezogen auf die Organisationsstruktur einer Polizeiinspektion und einer Polizeidirektion, genau?

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Nachfrage

16.02.2011 10:45:00 von Matthias Polten
Sehr geehrter Herr Edelmann !!

Sie schreiben, ich zitiere, " Um beim Beispiel Erfurt zu bleiben, bedeutet dies für die Streifenbeamten, die bisher in der Verkehrspolizeiinspektion Erfurt tätig waren, dass sie in Zukunft entweder bei der Landespolizeiinspektion Erfurt, bei der Autobahnpolizeiinspektion oder bei einer Autobahnpolizeistation Dienst leisten werden. Somit bleiben die Streifendienstkräfte der bisherigen Verkehrspolizeiinspektion Erfurt nach wie vor täglich sichtbar für den Bürger erhalten . Es gehen keine Streifendienstbeamte verloren, ganz im Gegenteil: Die Basisdienststellen werden gestärkt, indem rund und um die Uhr mehr Streifenwagen zum Einsatz kommen können als bisher. "

Jetzt zu meiner Frage: Durch die Politik ist bekannt, dass in den nächsten Jahren ca. 800 Polizeibeamte eingespart werden sollen. Diese Beamten werden definitiv nicht mehr ihren Dienst auf der Straße verrichten. Auf eine Nachfrage meinerseits bei meinen Kollegen wurde mir übereinstimmend gesagt, dass von unserer Verkehrspolizeiinspektion kein Beamter in eine Autobahndienstelle wechseln möchte. Somit werden viele "Spezialisten" dem Verkehrsbereich verloren gehen. Ich mache mir ehrlich gesagt Sorgen, wie die hohe Fachkompetenz gerade in diesem Bereich aufrecht erhalten werden soll. Speziell in der Landeshauptstadt Erfurt werden im Verkehrsbereich für verschiedenste Sonderaufgaben Verkehrspolizisten benötigt. Nach meinem Kenntnisstand reichen die dafür geplanten Einsatz- und Unterstützungskräfte bei weitem nicht aus. Vielleicht können Sie meine Bedenken dahingehend zerstreuen. Ich freue mich auf eine Antwort !!

Mit freundlichen Grüssen, Matthias Polten !!
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Kommentar 14

11.02.2011 11:35:00 von Thomas Mau, Pressereferent des TIM
Sehr geehrter Herr Barth,

vielen Dank für Ihren Beitrag. Ihr vorgeschlagener „Plan B“ wurde bereits in der Phase I des Projektes einer eingehenden Prüfung unterzogen. Im Ergebnis dieses Prozesses wurden sowohl eine Modifizierung der gegenwärtigen Struktur vorgeschlagen, also der von Ihnen erwähnte Plan B, als auch zwei weitere Strukturvarianten entwickelt – ein Modell mit zwei Polizeidirektionen und nachgeordneten Dienststellen mit veränderter Aufgabenzuweisung sowie ein Modell, in dem alle Polizeidirektionen aufgelöst werden und eine Landespolizeidirektion errichtet wird. Im Ergebnis führt die Strukturvariante mit 7 Direktionen zu keiner nennenswerten Optimierung der Organisationsstruktur oder Verringerung festgestellter Schwachstellen. Die erhoffte Straffung von Führungs- und Stabsstrukturen sowie das Freisetzen von Personal zur Stärkung der Basisdienststellen treten nicht ein. Der finanzielle Aufwand für Technik und Logistik ist weiterhin zu hoch. Zudem gibt es mit dieser Struktur keine Reaktionsmöglichkeiten auf weitere Veränderungen von Rahmenbedingungen (welche es aber definitiv in den nächsten 10 Jahren geben wird – insbesondere im Hinblick auf den von der Landesregierung angekündigten Stellenabbau). Die von Ihnen vorgeschlagenen kleineren Umstrukturierungen wären damit auf absehbare Zeit keine ausreichende Lösung und in wenigen Jahren müsste erneut eine Reform durchgeführt werden. Mit der vom Projekt verfolgten neuen Organisationsstruktur werden die Voraussetzungen für eine effiziente, leistungsstarke und zukunftsfähige Polizeistruktur geschaffen, die künftig flexibel sich rasch ändernden Anforderungen begegnen kann.
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Kommentar 15

09.02.2011 14:16:00 von Heiko Barth
Sehr geehrter Herr Edelmann! Nach den bisher gescheiterten Vorhaben zu einer Polizeireform und mit Blick auf die finanziellen Gegebenheiten im Freistaat glaube ich nicht an die Umsetzung des aktuellen Reformvorhabens. Ich schlage daher einen "Plan B" vor, der kostenneutral Personal einer zielgerichteten Verwendung zuführen könnte. Was halten Sie von der Einrichtung einer Kommission "Qualitätsmanagment", die sich aus interessierten und fähigen Polizeibeamten zusammensetzt. Diese Kommission erarbeitet sich eine Konzeption zum effizienten Betreiben von Polizeidienststellen (PD, PI). Dabei werden auch kleinere Umstrukturierungen berücksichtigt (z.B. Schaffung eines Sachbereichs Einsatzunterstützung bei der Polizeidirektion, in welchem dann eine PI Zentrale Dienste aufgeht). Diese Kommission unterzieht alle Direktionen und Inspektionen einer intensiven Überprüfung. Sie muss über Rechte verfügen können, die das Recht der Direktionen auf Personalhoheit brechen. Ihre Vorschläge müssen zeitnah umgesetzt werden können. In der Kommission sollten daher auch keine Beamten der Leitungsebenen der Direktionen arbeiten, da ansonsten Interessenskonflikte nicht auszuschließen sind. So könnte es möglich sein, mehr Personal "auf die Straße" zu bringen, ohne vorerst finanzielle Mittel zu benötigen. Das Ganze könnte ähnlich der Arbeit einer Unternehmensberatung in der freien Wirtschaft funktionieren.
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Einbeziehung der Gewerkschaften und Personalräte in die Polizeistrukturreform

04.02.2011 14:42:00 von Bernd Edelmann, Pressesprecher TIM
Sehr geehrte Damen und Herren,

aus dem Medienbereich ereichte mich öfters die Frage, ob und in welcher Art und Weise Berufsvertretungen, d.h. die Gewerkschaften, und die Personalräte bei der Strukturreform mitarbeiten dürfen bzw. eingebunden sind? Dazu kann gesagt werden, dass die Personal- und Interessenvertretungen auch an der derzeit laufenden Phase III der Strukturreform beteiligt werden. Der Hauptpersonalrat entsendet Vertreter zur Mitarbeit in die Aufgabenbereiche. Darüber hinaus wird der Hauptpersonalrat im vierzehntägigen Rhythmus von der Projektleitung informiert und es werden aktuelle Probleme mit ihm besprochen. Die Gewerkschaften werden ebenso zu regelmäßigen Gesprächen über die Projektarbeit und den Projektfortschritt eingeladen.

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Antwort auf die Frage von Herrn Hentsch

04.02.2011 14:39:00 von Bernd Edelmann
Sehr geehrter Herr Hentsch,

vielen Dank für Ihre Frage. Zur Personalberechnung der Einsatzunterstützung, speziell der Einsatzzüge und der Verkehrsüberwachung, lässt sich folgendes sagen: Auf Grund der bisherigen Einsatzerfahrung wurde bei der Berechnung der Personalstärke der Einsatzzüge in erster Linie von einer notwendigen, ständig vorzuhaltenden Einsatzstärke als geschlossene Einsatzeinheit ausgegangen. Die Berücksichtigung der besonderen Einsatzsituation in der Landeshauptstadt Erfurt soll primär durch die Personalstärkeplanung für die neue Landespolizeiinsspektion und deren Untergliederungen erfolgen. Leider kann ich derzeit noch keine weiteren Einzelheiten angeben, da diese Details Gegenstand der laufenden Beratungen in der Phase 3 des Projekts sind.
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Nachfrage zur Antwort an Herrn Claus

03.02.2011 07:40:00 von Erich Hentsch
Sehr geehrter Herr Edelmann,

in Ihrer Antwort an Herrn Claus schreiben Sie, " Die Verteilung und Konzentration des Personals im Bereich Einsatzunterstützung soll nach taktischen, belastungsorientierten bzw. wirtschaftlichen Kriterien erfolgen". Wir als VPI Erfurt haben im Jahr 2010 mit unseren ca. 50 einsatzfähigen Beamten weit über 9000 Einsatzstunden zur Absicherung von Sonderaufgaben geleistet. Ist Ihre o.g. Antwort so zu verstehen, dass es personelle Unterschiede im Bereich Einsatzunterstützung bei den Einsatzzügen sowie in der Verkehrsüberwachung innerhalb der sieben neuen LPI geben wird? Wäre dies nicht der Fall, stellt sich die Frage, wie Erfurt mit all seinen Besonderheiten als Landeshauptstadt Thüringens diese Einsatzschwerpunkte meistern will?

Mit freundlichen Grüßen Erich Hentsch
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Minister-Zitat aus OVZ zur Polizeireform

02.02.2011 13:47:00 von Bernd Edelmann, Pressesprecher TIM
Sehr geehrte Damen und Herren,

in der heutigen Ausgabe der Osterländer Volkszeitung findet sich ein Interview mit Innenminister Jörg Geibert, in dem er sich u.a. zur Polizeistrukturreform äußert.

Der Minister wird auf den Stellenabbaupfad der Landeregierung angesprochen, der aktuell noch den Abbau von 800 weiteren Haushaltsstellen im Bereich der Polizei vorsieht. Er erklärt dazu in der OVZ von heute: "Ich denke aber, dass diese Größenordnung nicht leistbar wäre." Der Minister betont anschließend, dass als Ergebnis der Reform schließlich in jeder Basisdienststelle eine zusätzliche Streifenwagenbesatzung zur Verfügung stehen soll. Bereits in vorhergehenden Interviews hat der Minister darauf hingewiesen, dass die Phase III des Reform-Projekts auch eine konkrete Zahl für den zukünftigen Personalbedarf der Thüringer Polizei ergeben soll. Von dieser Zahl ausgegehend wird dann, wie im Koalitionsvertrag vorgesehen, über den Stellenabbaupfad im Bereich der Polizei ggf. neu beraten.
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Antwort auf die Frage von Hern Clauß

01.02.2011 20:54:00 von Bernd Edelmann, Pressesprecher TIM
Sehr geehrter Herr Clauß,

vielen Dank für Ihren Eintrag. Lassen Sie mich bitte Ihnen zunächst darin zustimmen, dass sich die Arbeit der Polizeiinspektionen Zentrale Dienste (PIZD) bewährt hat. Es gibt keinerlei Kritik an den Mitarbeitern der PIZDn oder an den Mitarbeitern der ebenfalls aufzulösenden Verkehrspolizeiinspektionen (VPI). Aus diesem Grund hat Innenminister a.D. Prof. Dr. Huber nach der öffentlichen Bekanntgabe des Ergebnisses der Phase II des Polizeistruktur-Projekts alle Leiter der PIZDn und VPIn ins TIM eingeladen, um zu betonen, dass der geplanten Auflösung keinerlei Kritik an den Mitarbeitern zugrunde liegt.

Die PIZDn binden jedoch personelle Ressourcen im Leitungs- und Sockelbereich.

Mit der Auflösung der jeweils sieben VPIn und PIZDen und mit der Eingliederung der bisher am Standort der Polizeidirektionen vorhandenen Polizeiinspektionen in die insgesamt sieben neuen Landespolizeiinspektionen wird die Führungsstruktur deutlich gestrafft und Sockelpersonal freigesetzt.

In den Bereichen "Einsatzunterstützung" der neuen Landespolizeiinspektionen werden zwar Organisationseinheiten der aufzulösenden VPI und PIZD, einschließlich der Aufgaben Einsatztraining, Nichtschießen/Schießen und des Dienstsports gebündelt, was aber nicht nur eine formale Umbenennung sein wird. Allein das Personal, das in den neuen Sachgebieten "Einsatzunterstützung" eingeplant wird, wird zahlenmäßig deutlich kleiner ausfallen, als das Personal in den bisherigen Führungs- und Sockelbereichen der PIZDn.



Zur Stärke der Einsatzzüge:

Zur Aufgabenerfüllung in den Schutzbereichen werden die Einsatzkräfte der jetzigen PIZD für die Einsatzunterstützung auch weiterhin benötigt. Es wird jedoch einen effizienteren Ansatz geben. So sollen die Stärken der Einsatzzüge, der Zivilen Einsatzgruppen sowie der Diensthundestaffeln angepasst werden. Die Verteilung und Konzentration des Personals im Bereich Einsatzunterstützung (Einsatzzüge, Diensthundestaffeln, zivile Einsatzgruppen und Verkehrsüberwachung) soll nach taktischen, belastungsorientierten bzw. wirtschaftlichen Kriterien erfolgen.

Es handelt sich folglich nicht nur um eine bloße Umbenennung. Durch die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen können in jeder Basisdienststelle zusätzliche Polizeivollzugsbeamte für den Einsatz- und Streifendienst eingesetzt werden. Es findet ein effektiver Ressourceneinsatz durch die Reduzierung von Administration sowie durch die Minimierung von Schnittstellen statt. Dies führt dazu, dass die Einsatzbelastung der zukünftigen Einsatzunterstützungs-Kräfte geringer wird, da die Basisdienststellen über mehr Streifendienstbeamte verfügen als bisher.

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Anfrage zum Einsparpotential

31.01.2011 13:54:00 von Steffen Clauß
Sehr geehrter Herr Edelmann, in Bezugnahme auf das PSR habe ich eine Frage zum tatsächlichen Einsparpotentail, welches mit der Auflösung der landesweit doch eigentlich gut funktionierenden PIZD und Umbenennung in einen SB der LPI , entsteht. Weiterhin halte ich eine mögliche weitere Absenkung des Personalbestandes im "Ist" der Einsatzeinheiten des Landes für problematisch.
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Antwort auf die Frage von Herrn Barth

28.01.2011 14:29:00 von Bernd Edelmann
Sehr geehrter Herr Barth,

vielen Dank für Ihre Anregung. Allerdings stehen der Umsetzung zwei wichtige Punkte entgegen:

1. Bei der Polizeistrukturreform befinden wir uns mittlerweile in der Phase 3, in der bereits viele Detailfragen bearbeitet werden, die unmittelbar der Umsetzung der Reform dienen. Die neue Struktur soll schließlich bereits ab 2012 in Kraft treten.

2. Beim Thema Verwaltungs,- Funktional- und Gebietsreform stehen wir dagegen hinsichtlich der Meinungsbildung auf Ebene der Landesregierung noch weitgehend am Anfang.

Der entsprechende Auftrag aus dem Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD lautet:

"Die Landesregierung lässt im Licht der demographischen Entwicklung, der allgemeinen Haushaltsentwicklung und vor dem Hintergrund der Degression des Solidarpaktes II durch unabhängige Gutachter prüfen, ob, in welchem Umfang und in welchem Zeitrahmen eine Funktional- und Gebietsreform zu Einsparungen und Effizienzgewinnen auf kommunaler Ebene und im Landeshaushalt führt. In Auswertung dieses Gutachtens wird die Landesregierung eine Entscheidung über weitergehende Maßnahmen treffen. Die Bereitschaft zum bürgerschaftlichen Engagement vor Ort muss dabei berücksichtigt werden."

Aktuell wird über die konkreten Fragen beraten, auf die das Gutachten Antworten geben soll. Darüber hinaus ergeben sich aus dem, was bislang zu den möglichen Zielsetzungen einer Verwaltungs,- Funktional- und Gebietsreform aus verschiedenen politischen Lagern bekannt wurde, nicht zwangsläufig Auswirkungen auf die zukünftige Struktur der Thüringer Polizei.

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Anwort auf die Frage von Herrn Polten

28.01.2011 14:27:00 von Bernd Edelmann, Pressesprecher TIM
Sehr geehrter Herr Polten,

vielen Dank für Ihre Frage. Zunächst gilt es festzustellen, dass es keinen Widerspruch gibt zwischen der Aussage, dass die Standorte erhalten bleiben und der Tatsache, dass die Verkehrspolizeiinspektionen und Polizeiinspektionen Zentrale Diente aufgelöst werden. Am Beispiel des Standorts Erfurt wird dies überdeutlich. Schließlich wird in Erfurt die neue Landespolizeidirektion angesiedelt und aus den Polizeiinspektionen EF-Nord und EF-Süd wird eine neue Landespolizeiinspektion gebildet.

Der Grundsatz, dass alle Standorte erhalten bleiben, macht deutlich, dass sich die Thüringer Polizei in keinem Fall aus der Fläche zurückzieht. Im Koalitionsvertrag ist dazu festgelegt: "Die Präsenz der Polizei auf der Straße hat für beide Koalitionspartner oberste Priorität. Daher bleiben die Basisdienststellen erhalten."

Um beim Beispiel Erfurt zu bleiben, bedeutet dies für die Streifenbeamten, die bisher in der Verkehrspolizeiinspektion Erfurt tätig waren, dass sie in Zukunft entweder bei der Landespolizeiinspektion Erfurt, bei der Autobahnpolizeiinspektion oder bei einer Autobahnpolizeistation Dienst leisten werden. Ebenso werden die Beamten der Polizeiinspektionen Zentrale Dienste auf die Polizeibehörden, die sich aus der neuen Struktur ergeben, verteilt. Somit bleiben die Streifendienstkräfte der bisherigen Verkehrspolizeiinspektion Erfurt nach wie vor täglich sichtbar für den Bürger erhalten . Es gehen keine Streifendienstbeamte verloren, ganz im Gegenteil:

Die Basisdienststellen werden gestärkt, indem rund und um die Uhr mehr Streifenwagen zum Einsatz kommen können als bisher.

Diese Stärkung erfolgt einerseits durch Verlagerung von Streifendienstbeamten beispielsweise aus den aufgelösten Verkehrspolizeiinspektionen , aber auch durch Beamte, die durch den Wegfall von in Zukunft nicht mehr benötigten Sockel- , Stabs und Verwaltungsdienstposten an der Basis zum Einsatzgebracht werden können.
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Nachfrage an Herrn Edelmann

28.01.2011 08:39:00 von Matthias Polten
Sehr geehrter Herr Edelmann !!

Sie schreiben, ich zitiere, " Da alle Standorte beibehalten werden, wird die spürbare Polizeipräsenz vor Ort wesentlich erhöht." - Ich bin Beamter der VPI Erfurt. Unsere Dienststelle soll aufgelöst werden. Die 5-6 Streifenwagen, die täglich für jeden Bürger sichtbar in Erfurt Streife fahren, werden dann nicht mehr da sein !? Die geplanten Einsatz-und Unterstützungskräfte werden dies nicht kompensieren. Wie sollen mehr Streifenwagen in Erfurt fahren ?? Ich freue mich auf eine Antwort !!

Mit freundlichen Grüssen, Matthias Polten !!
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Verknüpfung verschiedener Reformvorhaben

28.01.2011 08:23:00 von Heiko Barth
Das Innenministerium ist nun federführend bei zwei Reformvorhaben. Es sollen nicht nur Polizei- sondern auch Kreisstrukturen reformiert werden. Da ein wichtiges Ziel ist, die Einzügigkeit von Polizei- und Gebietsstruktur zu schaffen bzw. zu erhalten, drängt es sich doch auf, beide Reformen miteinander zu verflechten. Ressourcen können gebündelt und finanzielle Aufwendungen optimiert werden. Ansonsten besteht doch die Gefahr, dass man eine neu geschaffene Polizeiorganisationsstruktur in absehbarer Zeit mittels einer weiteren Reform den dann neuen Gebietsstrukturen anzupassen hat.
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Ziele der Polizeistrukturreform

27.01.2011 12:09:00 von Bernd Edelmann, Pressesprecher TIM
Sehr geehrte Damen und Herren,

im letzten Beitrag habe ich die Gründe für die Polizeistrukturreform beschrieben. Hier geht es nun um die Frage, was sind die konkreten Ziele des Reformprojekts. Dazu auch wieder ein Zitat von Innenminister Görg Geibert: "Die Polizeistrukturreform zielt in erster Linie auf qualitative Optimierungen:

Mit der Reform werden die Voraussetzungen für eine zukunftsfähige und effiziente Struktur geschaffen, die zudem ermöglicht, flexibel auf veränderte Anforderungen reagieren und entsprechend notwendige Anpassungen vornehmen zu können.

Weniger Stab - mehr Präsenz vor Ort: Die vorgeschlagenen Organisationsveränderungen bewirken eine Straffung der Führungs- und Verwaltungsstrukturen und ermöglichen, den Basisdienststellen Personal zur Stärkung zuzuführen. Durch die erzielten Freisetzungspotentiale werden dem Einsatz- und Streifendienst bis zu 10 % Polizeivollzugsbeamte mehr zur Verfügung stehen, dies entspricht in etwa einer zusätzlichen Streife pro Polizeiinspektion (rund um die Uhr). Da alle Standorte beibehalten werden, wird die spürbare Polizeipräsenz vor Ort wesentlich erhöht.

Die vorgesehene Strukturveränderung im Bereich der polizeilichen Betreuung der Thüringer Autobahnen führt zu einer Erhöhung des Wirkungsgrades im Personal- und Ressourceneinsatz und steigert die Qualität der Aufgabenerfüllung. Durchschnittlich kann dadurch auf den Autobahnen eine Streifenwagenbesatzung mehr rund um die Uhr eingesetzt werden.

Im Bereich der Kriminalpolizeiinspektionen können durch Straffung der Führungsebenen und Aufgabenbündelung Ablauf- und Entscheidungsprozesse optimiert und die Anzahl der Polizeivollzugsbeamten für kriminalpolizeiliche Sachbearbeitung erhöht werden.

Zentrale Steuerung - soviel wie nötig, dezentrale Verantwortung - soviel wie möglich: Die Landespolizeidirektion stellt als zentrale Führungs- und Einsatzdienststelle die professionelle Bewältigung des allgemeinen und besonderen Einsatzgeschehens sicher. Nachgeordnet entstehen leistungsstarke Polizeidienststellen mit klar definierter Aufgaben- und Verantwortungskompetenz, welche administrativ entlastet werden. Die landesweite Koordination der Kräfte durch die Landeseinsatzzentrale mit zentralem Notruf- und Einsatzmanagement wird die polizeilichen Interventionszeiten verkürzen.

Um die dargestellten positiven Aspekte spürbar erreichen zu können, ist es sinnvoll und notwendig, zeitnah die Umsetzung der Strukturreform zu realisieren."

Fragen dazu werden gerne beantwortet.
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Warum ist eine Reform notwendig?

26.01.2011 10:25:00 von Bernd Edelmann, Pressesprecher TIM
Sehr geehrte Damen und Herren,

eine der am häufigsten gestellten Fragen zur Polizeistrukturreform ist die nach dem Grund der Refom. Schließlich ist Thüringen eines der sichersten Länder in der Bundesrepublik. Dies ergibt sich nicht nur aus der Polizeilichen Kriminalstatistik und der in 2009 bundesweit höchten Aufklärungsquote. Auch die Bertelsmann-Stiftung stellt in ihrer Studie zum Standortvergleich der deutschen Länder fest: "Bei der inneren Sicherheit schiebt sich Thüringen knapp an Baden-Württemberg vorbei auf den zweiten Platz. Da der Freistaat verglichen mit den anderen neuen Bundesländern ein relativ hohes Maß an sozialer Sicherheit bietet, setzt sich Thüringen im Zielgrößenbereich Sicherheit in der Spitzengruppe fest."

Warum also ist totzdem eine Reform notwendig? Dazu ein Zitat von Innenminister Jörg Geibert: "Ausgangspunkt der Strukturüberlegungen waren erkannte Schwachstellen in der Aufbau- und Ablauforganisation der Thüringer Polizei.

Einige der festgestellten Defizite möchte ich kurz ansprechen: • Die vorhandene Aufbauorganisation führte dazu, dass im Thüringer Innenministerium strategische Aufgaben und polizeiliches Tagesgeschäft zusammenlaufen. Eine Konzentration auf wesentliche Kernkompetenzen im politisch- und polizeilich-strategischen Bereich ist damit nur eingeschränkt möglich. • Die strukturelle Basis zur professionellen Bewältigung schutzbereichsübergreifender und herausragender Einsatzlagen ist in der derzeitigen Organisation der Thüringer Polizei noch nicht hinreichend ausgebildet. Entsprechende Einsatzlagen werden gegenwärtig einer der 7 Polizeidirektionen übertragen, ohne dass diese im erforderlichen Umfang über eigene personelle und logistische Voraussetzungen verfügen. • Das derzeit praktizierte dezentrale Notruf- und Einsatzmanagement und Unterschiede in der Einsatzbewältigung führen zu Ineffektivitäten. • Ein im Verhältnis zu hoher Anteil von Funktionsdienstposten steht Personalabbau im Streifeneinzeldienst und somit verminderte polizeiliche Präsenz vor Ort gegenüber. Insgesamt wurden seit 2002 über 600 Stellen im Polizeivollzugsdienst abgebaut, ohne dass eine Anpassung der Organisationsstruktur erfolgte.

Darüber hinaus bestehen durch • die zunehmende Einsatzbelastung der Beamten der Thüringer Polizei, • neue Kriminalitätsformen und -phänomene sowie steigende qualitative Anforderungen an die Kriminalitätsbekämpfung und -sachbearbeitung und • eine erhöhte Gefährdungslage durch den internationalen Terrorismus neue Herausforderungen für die Thüringer Polizei.

Die vorgeschlagene und im Gesetzentwurf fixierte Struktur dient insbesondere dazu, den dargestellten Defiziten entgegenzuwirken, um auch zukünftig den bestehenden hohen Sicherheitsstandard im Freistaat Thüringen zu gewährleisten. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund der Anforderungen aus der demografischen Entwicklung sowie schwindender personeller und materieller Ressourcen."
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