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Bekämpfung des politischen Extremismus - Blog
Sehr geehrte Damen und Herren,
die Berichte der Landesregierung an den Landtag und die für dieses Jahr neu geplanten Veranstaltungen machen klar, dass die Thüringer Landesregierung mit einer großen Bandbreite von Maßnahmen den politischen Extremismus bekämpft.
Es kommt nämlich nicht darauf an, dass man irgendwelche Programme fordert, sondern dass man tatsächlich etwas unternimmt.
Es geht schließlich um den Schutz unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung vor allen extremistischen Kräften; unabhängig davon, mit welchem ideologischen Hintergrund die Extremisten unsere Demokratie und Freiheit bekämpfen.
Die Thüringer Landesregierung steht dafür, dass Extremisten jedweder Couleur auch weiterhin die demokratischen Institutionen und die Grundwerte unseres Landes nicht in Gefahr bringen können.
Um allen Bürgerinnen und Bürgern die Gelegenheit zu geben, Vorschläge für weitere effektive Maßnahmen zur Bekämpfung des politischen Extremismus einzubringen, haben wir den Blog zu diesem Thema geschaltet.
Wir freuen uns auf Ihre Beiträge.

20 Kommentare auf diesen Blog
Kommentar 1
19.05.2009 22:20:00 von Balu
Warum werden solche Themen immer erst kurz vor Wahl Gegenstand des Politischen(nicht)handeln? Wieso wird dieses Thema politisiert? Dies ist die Sache der Exekutive, der Regierung also. Wer das GG nicht anerkennt, ist Feind der Demokratie. Egal ob Links Rechts oder Ausländer
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"Sog. Landesprogramm gegen Rechtsextremismus"
06.05.2009 12:56:00 von Bernd Edelmann, Pressesprecher des Thüringer Innenministeriums
Jetzt liegt es also vor. Das lange angekündigte sog. "Landesprogramm gegen Rechtsextremismus". SPD und Linke haben es gemeinsam erstellt und als Antrag in den Landtag eingebracht. Doch beim Lesen wundert man sich schon reichlich. Wo ist denn da der Unterschied zu dem, was bislang schon in Thüringen gegen den politischen Extremismus getan wird? Inhaltlich wird nichts Neues geboten. Die Maßnahmen, die z. B. im Polizei-Bereich beschrieben oder gefordert werden, sind schon längst Alltag. In keinem anderen Bundesland wird so konsequent gegen Skinhead-Konzerte vorgegangen wie in Thüringen. Doch davon steht kein Wort im Text von SPD und Linkspartei.
Auch nicht neu, sondern nur wiederholt wird die Forderung nach mehr bürokratischen Institutionen in Thüringen, die auf regionaler Ebene den Rechtsextremismus bekämpfen sollen. Das Bild, welches von der NPD gemalt wird, stimmt mit der tatsächlichen Situation nicht überein. Warum redet man sie gerade in der letzten Landtagssitzung vor den Kommunalwahlen stärker als sie ist? Nur um zu begründen, dass man einen größeren Apparat aufbauen will? Verantwortung muss sowohl vor Ort und als auch auf Landesebene wahrgenommen werden und nicht an weitere Institutionen ausgelagert werden. Und warum nur auf regionaler Ebene? Ist das schon ein Vorgriff auf die von der Linkspartei geforderte Kreisgebietsreform mit der Schaffung von nur noch vier Großkreisen im Freistaat? SPD und Linkspartei haben offenbar so wenig Kontakt zur Bevölkerung, dass sie nicht erkennen, dass durch mehr Verwaltungsapparate der Extremismus nicht bekämpft werden kann. Wichtig ist, gerade jetzt im Vorfeld der Kommunalwahlen, neben allen staatlichen Maßnahmen, das intensive Gespräch von Demokraten mit den Mitbürgern und das aktive Widersprechen sobald extremistische Parolen am Stammtisch, am Arbeitsplatz oder im privaten Umfeld geäußert werden.
Und warum soll wieder nur der Rechtsextremismus bekämpft werden? Die Vorgänge um das besetze Haus in Erfurt, um den Nato-Gipfel in Straßburg und die Krawalle in Berlin zum 1. Mai zeigen doch deutlich auch die Gefährlichkeit des Linksextremismus. Unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung muß gegen alle extremistischen Kräfte geschützt werden, unabhängig von ihrer politischen Motivation.
Die Landesregierung hat in ihrem Bericht an den Landtag vom November 2008 umfassend die Maßnahmen zur Extremismusbekämpfung in Thüringen dargestellt. In einem weiteren Bericht vom März 2009 wurden speziell die Maßnahmen zur Bekämpfung des Rechtsextremismus erläutert. Dass die Opposition jetzt erst, kurz vor den Wahlen, ihr sog. Landesprogramm gegen Rechtextremismus vorlegt, lässt die Frage aufkommen, ob es hier nicht überwiegend um Wahlkampfgetöse geht, als um das Bemühen, die Bekämpfung des politischen Extremismus voranzubringen und auf eine möglichst große gemeinsame Basis zu stellen.
Die beiden o. g. Berichte der Landesregierung sind auf der Homepage des TIM unter http://www.thueringen.de/de/tim/schwerpunkte/verfassungsschutz/extrem nachzulesen.
Um Ihnen die Gelegenheit zu gegen, hierzu Beiträge zu schreiben, lassen wir den Blog weiter offen.
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Michael Kürschner
13.03.2009 07:41:00 von Kevin
Natürlich ist Linksextremismus eine Bedrohung für die demokratische Grundordnung, jedoch um mein Aussage zurechtfertigen gibt es hier keine soliden Mittelständischen Strukturen. Ich als Bürger gehe davon aus das die Parteien selber das GG achten egal ob liberal,konservativ,sozial oder christlich.
Zudem sei zu der Bildung gesagt, dass natürlich jegliche Extremismusbekämpfung mit Ursachenforschung anfängt und ich denke das jegliche schulische Informationsveranstaltung den öffentl. Bildungsträgern unter die Arme greift. Dieses Thema ist natürlich ein Thema im Sozialkundeunterricht aber jetzt mal erhlich, wem schenken sie mehr Aufmerksamkeit? einem Lehrer der die Materie studiert hat und versucht den Kindern das klare Denken beizubringen oder einem Menschen der in der Materie drin steckt. Zudem hat das Grundgesetz Artikel und keine Paragraphen
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Kommentar von Kevin Groß
11.03.2009 00:00:00 von Michael Kürschner
Nur eine kurze Anmerkung: Auch Linksextremismus ist eine Gefahr und Bedrohung! Leider gibt es keine unparteiliche Medienpolitik. Aus diesem Grund wissen die wenigsten von gewaltätigen Übergriffen...
Noch ein Hauptpunkt, der mich persönlich stört, keiner fragt nach den Ursachen, den Verantwortlichen und deren Namensnennung.
Extemismus hat wie alles im Leben eine Ursache. Wenn wir die Ursachen beim Namen nennen dürfen, die Schuldigen zur Verantwortung ziehen und wir uns dann ans Ändern der ganzen Umstände machen. Damit trocknen wir den Extemismus einfach aus.
Dann brauchen wir keine Informationsveranstaltungen an Schulen.
Unsere Kinder brauchen Bildung und keine Parteiwerbung in irgend einer Form.
Wer das Grundgesetz nennt, sollte auch sich mit den übrigen Paragraphen auskennen. Dann würde ihm auffallen, wie unser Grundgesetz von den Parteien missachtet wird. Ich habe noch keine Ausnahmen festgestellt. Selbst die Präampel unseres GG wird von den bestimmten Parteien nach gutdünken ausgelegt.
Aus Schutz vor Löschung nenne ich hier keine Namen!
Doch ich biete den Verantwortlichen dieser Seite und unseren Politikern, nicht nur jetzt meine Mitarbeit und Hilfe an.
Ps.: Ich stehe im Telefonbuch
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Kommentar und Vorschläge
02.03.2009 09:49:00 von Kevin Groß
Politik geht uns alle an hört man von allen Seiten und jetzt ist in diese Aussage etwas Bewegung gekommen. Ich denke das der derzeitig größte und wichitgste Teil dessen was wir hier als Extremismus bezeichnen sich auf komunaler Ebene abspielt. Dieser Extremismus ist auf Politischer Ebene geprägt als Rechtsextremismus. Dieser wird sich bei den kommenden Kómunalwahlen sehr kenntlich machen. Die Aufgabe des Landes Thüringen besteht darin den Leuten und vor allem den Jugendlichen zu zeigen was falsch und verwerflich an solch politischer Ansicht ist. Daher schlage ich vor in Schulen jeder Art, von Haupt- bis Gymnasialschulen, Informationstage zu veranstalten und zum Beispiel Unterrichtsstunden zugeben in denen die Jugendlichen aufgeklärt werden warum der Weg des Rechtsextremismus falsch ist. Ich rede mit Absicht `nur`vom Rechtsextremismus da dieser sich am stärksten politisch äußert und die Willensbildung des Volkes schädlich beeinflusst insbesondere für die meisten polit. motivierten. Gewalttaten Grundlage ist. Ich denke wir sind uns, den Jugendlichen und dem Art. 20 des GG schuldig das wir die freiheitlich demokratische Grundordnung mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigen.
Zu dem möchte ich empfehlen solche Veranstaltungen auch Behörden anzubieten um ihren Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben auch gegen den Rechtsextremismus zu kämpfen.
Zudem möchte ich hier noch Organisationen unterstützen die aus völlig freien Willen den Rechtextremismus Tag für Tag bekämpfen wie Kein Bock auf Nazis.
Abschließend möchte ich sagen das Andere Arten des Extremismus insbesondere dem Linksextremismus nicht minder schlimm sind jedoch geht von Ihnen keine direkte Bedrohung in Hinsicht auf den Art. 20 des GG aus.
Mit freundlichen Grüßen
Kevin Groß
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Landesprogramme - Gleichsetzung rechts/links - Skinheadkonzerte
27.02.2009 01:28:00 von Bernd Edelmann - TIM-Pressesprecher
Zunächst einmal vielen Dank für alle bisherigen Einträge.
Ein paar Punkte will ich hier nur kurz herausgreifen:
Es war zu erwarten. wann immer man davon spricht, dass die Landesregierung selbstverständlich alle extremistischen Kräfte bekämpft und nicht nur die rechtsextremistischen, kommt bisweilen reflexartig der Vorwurf einer angeblichen Gleichsetzung von Rechts- und Linksextremisten. Darum geht es aber nicht. Es geht nicht um Vergleiche oder Gleichsetzung. Wer so denkt, kann oder will vielleicht auch nicht verstehen, worum es beim Kampf gegen den politischen Extremismus geht. Es geht um den Schutz unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung vor allen extremistischen Kräften; unabhängig davon, mit welchem ideologischen Hintergrund die Extremisten unsere Demokratie und Freiheit bekämpfen.
Interessant finde ich zudem, dass in einigen Beiträgen immer wieder die Forderung nach einem "Landesprogramm gegen Rechts" vorgetragen wird. Nur Frau Rothe-Beinlich konkretisiert diesen Vorschlag, indem sie damit die Finanzierung von zivilgesellschaftlichen Präventionsprojekten ermöglichen will. Könnte jemand bitte einmal darstellen, was ein solches Landesprogramm beinhalten soll, was tatsächlich über das hinausgeht, was in Thüringen bereits getan wird.
Richtig stellen möchte ich zudem die genannten Zahlen zu den Skinheadkonzerten in 2007:
In 2007 sollten offenbar zehn rechtsextremistische Skinhead-Konzerte in Thüringen stattfinden. Die Durchführung von zwei Konzerten konnte bereits im Vorfeld verhindert werden. Sechs wurden durch die Polizei aufgelöst. Damit konnte durch das konsequente Eingreifen der Polizei und die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Verfassungsschutz die Zahl der tatsächlich bis zum Ende durchgeführten Konzerte von sechs im Jahr 2006 auf nur noch zwei im Jahr 2007 verringert werden.
Darüber hinaus ist es für mich schleierhaft, wie man auf die Idee kommen kann, dass das Problem des Rechtsextremismus in Thüringen angeblich verdrängt oder negiert würde. Allein die Verfassungsschutzberichte der letzten Jahre, aber auch viele eindeutige Aussagen des Innenministers lassen doch keine Zweifel daran aufkommen, dass die Bekämpfung des Rechtsextremismus eine der wichtigsten Aufgaben für Polizei und Verfassungsschutz darstellt.
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Opferschutz, Faktenlage + Vorbeugung
26.02.2009 13:12:00 von Michael Hoffmeier
Richtig. Der Opferschutz ist sehr wichtig - und kommt m.E. zu kurz.
Das geht schon bei der Dauer von Gerichtsverfahren los, wo Täter lange Zeit verschont bleiben und dann die Dauer der Verfahren u.U. noch als mildernde Umstände gewertet werden - während die Opfer (als Zeugen) noch lange nach einer Tat damit behelligt werden.
In Thüringen hat der Rechsextremismus - verbunden mit Antisemitismus, Rassismus etc. - sozusagen die "Problemhoheit". Daher ist es nicht zielführend, andere Formen von Extremismus so zu diskutieren, als seinen sie für Thüringen genauso problematisch.
Trotzdem muss allen Formen rechtzeitig und vorbeugend entgegen gewirkt werden. Wobei die Instrumente im Grunde die gleichen sind (wie beispielsweise beim Rechtsextremismus), Demokratieförderung, Demokratieerfahrung, Aufklärung, Opferschutz, solidarisches Auftreten gegen Gewalt etc.
Daher ist es überhaupt nicht nachvollziehbar, dass die Langfristigkeit von präventiven Progammen und Ansätzen von der Landesregierung immer wieder untergraben wird - und so beispielsweise in Kauf genommen wird, dass Wissen verloren geht, weil Planstellen immer nur befristet sein können.
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Zur Mail Herrn Lehrmanns
26.02.2009 00:03:00 von Ralph N.
Politischer Extremismus ist mehr als nur Rechtsextremismus, wie es hier teilweise dargestellt wird. Kein Zweifel: Rechtsextremistische Taten (Bsp. Teufelstal) sind zu verurteilen. Sie müssen verfolgt und geahndet werden. Ebenso müssen Präventionsstrategien und Opferschutz organisiert werden. Hier sind politische und gesellschaftliche Kräfte gefordert.
Herr Lehmann wies in seinem Eintrag aber auf einen Überhang nehmenden Antisemitismus hin. Ich möchte in diesem Zusammenhang auf den Iranischen Präsidenten Ahmadinedschad verweisen, der übrigens vor kurzem Altbundeskanzler Schröder empfing. Ahmadinedschad sprach Israel mehrfach das Existenzrecht ab.
Wir haben es hier mit einem politischen Extremismus zu tun, der in unserer globalen Welt keineswegs in einem lokalen vorderasiatischen Bereich eingegrenzt bleibt.
Auch hier sind unsere Politik und Gesellschaft gefordert, sich mit diesem Extremismus auseinanderzusetzen.
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Kommentar 9
25.02.2009 22:20:00 von Stefan Degenhardt
Sehr geehrter Herr Innenminister,
warum entfernen Sie den Link der Initiative "Deine Stimme gegen Nazis"??? Sieht so freie Meinungsäußerung aus? Hier also noch einmal: *Link wurde vom Administrator entfernt*
Mit freundlichen Grüßen
Stefan Degenhardt
* Anmerkung des Administrators: Bitte beachten Sie die Kommentarrichtlinien.*
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Thüringer Behördern fördern den Rechtsextremismus durch Geldzuwendungen / 100.000 € für einen NPD-Chef
25.02.2009 20:25:00 von Gustav T. Schilling
Sehr geehrter Innenminister,
erst einmal, schöne Idee einen Blog zu dem Thema zu eröffnen. Allerdings frage ich mich ob die CDU-geführte Landesregierung in Thüringen den Rechtsextremismus seit Jahren nicht eher fördert, als ihn zu bekämpfen. Ich erinnere mich an: Thomas Dienel, NPD-Chef von Thüringen in den 90ern, kassierte durch den Thüringer Verfassungsschutz bis zum Jahr 2000 rund 25 000 DM; Tino Brandt, NPD-Chef von Thüringen und Chef vom militanten THS kassierte bis zum Jahr 2001 vom Thüringer Verfassungsschutz 200.000 DM, Marcel Degner, Kassenwart der verbotenen Gruppe "Blood & Honour", kassierte durch den Thüringer Verfassungsschutz bis 2001 mehrere zehn- oder hunderttausend Mark, Manfred Reich, Schatzmeister der rechtsextremen DP in Thüringen Kassierte bis 2004: 43.000 Euro. All die V-Männer, die in hochrangigen Funktionen der Thüringer Neonazi-Szene angesiedelt waren, sagten nach dem sie aufgeflogen waren, dass sie die Gelder zurück in die Neonazi-Szene haben fliessen lassen, um Strukturen aufzubauen und auch jedem Laien, dürfte auffallen, dass derartige Summen die Neonazi-Szene erst recht haben wachsen und gedeihen lassen.
Sie, ihre Vorgänger bzw. der Thüringer Verfassungsschutz sagen zwar jedes mal aufs neue, dass V-Männer nicht in wichtigen Funktionen eingesetzt werden, aber all die Beispiele beweisen das Gegenteil. Wenn ich auf diese Vorfälle zurückblicke und davon ausgehe, dass die Thüringer NPD derzeit in der Tradition ihrer Behörde in ähnlicher Form infiltriert ist, dann muss man sich als Bürger unseres Freistaats doch ernsthaft fragen, ob unsere Landesregierung nicht eher Teil des Problems ist, wenn sie doch ganz offensichtlich zum Entstehen und Fortbestehen des Neonazismus beiträgt? Ich habe Schwierigkeiten, dieses paradoxe Verfahrensweise nachzuvollziehen und scheitere gänzlich daran, sie meinem politikinteressierten 13-jährigen Sohn einleuchtend zu erklären. Sein Kommentar: "Papa, dass ist ja dann wie, wenn ich als Polizei einem Bankräuber vor seinem Überfall schonmal einen Stapel Geld gebe, damit er sich eine ordentliche Pistole dafür kaufen kann und ich mir dann während dem Überfall die Augen zuhalte ".
Herr Innenminister, von der "großen bandbreite von Maßnahmen gegen politischen Extremismus" habe ich noch nichts mitgekommen und befürchte jetzt schon enttäuscht, dass es sich hierbei um ähnlich leere Bekenntnisse und Worthülsen wie in den vergangenen Jahren handelt.
*Anmerkung des Administrators: Es wurden zwei doppelte (gleichlautende) Absätze im Beitrag entfernt. Eine inhaltliche Veränderung des Beitrages ist damit nicht verbunden.
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Politischer Extremismus in seinem ganzen Spektrum sehen
25.02.2009 20:11:00 von Lukas Lehmann
Ich möchte dem Innenministerium zum Schritt der Eröffnung eines Blogs zum Thema "politischer Extremismus" beglückwünschen. Rechtsextremismus, Antisemitismus, Islamismus und alle weiteren Extremismen, die in das Spektrum des politischen Extremismus gehören sind Phänomene, die jedem Bürger angehen und über die eine rege Diskussion geführt werden sollte. In diesem Sinne ist das Web 2.0 mit seinen Möglichkeiten auch Bürger zu erreichen, die aus bestimmten Gründen sich nicht öffentlich, d.h. bei Diskussionsrunden, Vortragsreihen oder Protestmärschen errangieren wollen oder können.
Die Ängste bzw. Kritik an der Bezeichnung "politischer Extremismus", so wie sie bisher von der Mehrheit der Kommentatoren und Kommentatorinnen geübt wird, kann ich hingegen nicht nachvollziehen. Worauf wollen die Kritiker hinaus und was soll es heißen, wenn man einen übergreifenden Begriff wie "politischer Extremismus" auf ein Teilgebiet wie dem "Rechtsextremismus" beschränken will? Was geschieht dann mit den Problematiken des Islamismus oder des Antisemitismus, der nicht nur auf Neonazis beschränkt ist, sondern in allen Teilen der Gesellschaft mal mehr mal weniger stark anzutreffen ist?
Besondere Sorge macht mir hierbei der an Überhang nehmende Antisemitismus, der auf haarstreubende Weise u.a. während der Proteste gegen den Gazakrieg der Israelis Ende Dezember/ Anfang Januar auf extreme Weise bundewsweit zu Tage kam. Hier waren es nicht nur rechtsgesinnte Mitbürger, die den Holocaust öffentlich verharmlosten oder mit klassischen antisemitischen Stereotypen wie dem Ritualmordvorwurf sich öffentlich zur Schau stellten. nein es waren auch (und in diesem Fall besonders) Extremisten aus dem linken und islamistischen Lager eifrig daran mitbeteiligt.
Erst vor kurzem hat sich (und hier spreche ich Frau Astrid Rothe-Beinlich besonders an) Cem Özdemir, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, im Spiegel mit dem Thema Antisemitismus und Islamismus unter den Muslimen in Deutschland auseinandergesetzt und hat den Staat (hier ist auch eine Landesregierung wie in Thüringen inbegriffen), Erzieher und Verbände aufgefordert sich hartneckiger dem Problem zu stellen und dabei auch "Konflikte in Kauf nehmen". Aber auch die Linke hat mit ihrem eigenen Antisemitismus zu kämpfen, der bei Marx und Engels seinen Anfang nimmt, bei Trotzki weiter geführt wird, und dann seine Ableger bei Lenin, Stalin und den 68-ern findet und bis heute fortgeführt wird (Details hierzu bei einem sehr gut recherchierten Artikel von Stephan Grigat bei Hagalil oder in Buchform in Matthias Broschs "Exklusive Solidarität".
In diesem Sinne würde ich mir wünschen, dass das Thema "politischer Extremismus" nicht von einzelnen Interessenverbänden instrumentalisiert wird, zur Schmalschpurbahn für die Diskussion über "Rechtsradikalismus" wird, sondern - wie sicherlich vom Innenministerium auch beabsichtigt, zu einer breitgefächerten Diskussion über alle Spektren des "politischen Extremismus" wird, der eben nicht nur "Rechtsextremismus" einschließt, sondern auch Themen wie Islamismus oder auch Antisemitismus in der breiten Öffentlichkeit behandelt.
Mit freundlichen Grüßen,
Lukas Lehmann
Student der Jüdischen Studien, Heidelberg
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Fassungslos
25.02.2009 18:26:00 von Simon K.
Entschuldigen sie, aber ich bin fassungslos über die Argumentation des Thüringer Innenministeriums! Sind sie im Ernst der Auffassung, dass sie genug gegen Rechtsextremismus in Thüringen unternehmen? Wir Frau Rothe- Beinlich doch sehr deutlich dargelegt hat, gab es in den letzten zwei Wochen, gleich zwei Angriffe von Rechtsextremisten auf teils sehr junge DemokratInnen und für die Opfer dieser Übergriffe ist es ein weiterer Schlag ins Gesicht, wenn sich an der derzeitigen Situation in Thüringen, nichts ändert. Deshalb möchte ich sie, als die Institution, die dafür in Thüringen zuständig ist, bitten, schnellstmöglichst zu handeln.
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???
25.02.2009 15:10:00 von ML
@A. Rothe-Beinlich
"... von wo derzeit akute Gefährdungen für die Demokratie ausgehen - zweifellos von rechtsextremer Seite."
Liegen dieser Einschätzung empirische Daten zu Grunde oder sind sie zu dieser einzig auf Grund ihrer politischen Tätigkeit bei den "Grünen" gelangt?
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Zum Beitrag von Herrn Bernd Edelmann um 9:25
25.02.2009 14:26:00 von Johannes M.
Sehr wohl ist ein Landesprogramm, welches auf die Probleme des Rechtsextremismus zugeschnitten ist, notwendig! Und zwar ziehmlich bitternötig! In den letzten 12 Monaten musste ich es drei Mal erleben, von Rechtsextremisten angegriffen zu werden. Alle 3 mal ohne diese Menschen überhaupt bemerkt zu haben vorher. Ich hatte also nicht einmal die theoretische Möglichkeit, eine wie auch immer geartete Reaktion zu provozieren. Diese Gewalt muss erschrecken und ist alltägliche Realität ist in vielen Teilen Thüringens.
Besonders "Links" sahen wir am Samstag nicht aus, als wir im Zug überfallen wurden. Vielmehr wie eine Gruppe 0815 Studenten.
Diese Aussagen mit der die Landesregierung immer und immer wieder verhindert, das endlich wirkungsvolle Maßnahmen getroffen werden, um Rechtsextremisten zu bekämpfen, sind ein Unding. Es ist ein doppelter Schlag ins Gesicht von betroffenen Opfern, die rechte Gewalt am eigenen Körper spüren mussten.
Auch diese Gleichstellung von vermeintlichem Links- und Rechtsextremismus ist schlicht weg falsche. Rechtsextreme dulden einfach keine Menschen, welche anders sind wie sie.
Derartige Gleichstellungfen können nur nur schief gehen. Es bedarf eines Programms, welches auf Rechtsextreme und deren gefährliche Ideologie in Thüringen maßgeschneidert ist.
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Ihre Antwort - Bernd Edelmann
25.02.2009 10:40:00 von Astrid Rothe-Beinlich
Dass Programe nicht ausreichen, habe ich selbst beschrieben. Allerdings sind sie Ausdruck eines politischen Willens, genau diejenigen zu stärken, die sich gegen Rechtsextremismus und für Demokratie tagtäglich engagieren und könnten den Projekten Planungssicherheit geben.
Zudem machen sie deutlich, von wo derzeit akute Gefährdungen für die Demokratie ausgehen - zweifellos von rechtsextremer Seite.
Wenn wir uns zudem die Bilanz von 2007 anschauen bzgl. stattgefundenener Neonazi- und Skinheadkonzerte in Thüringen gilt zu konstatieren, dass von 28 Konzerten 26 durchgeführt, nur 7 davon während des Konzerts aufgelöst und gerade mal zwei Konzerte im Vorfeld verhindert wurden.
Quelle: Mobit
Und: wer im Glashaus sitzt... Sicher erinnern sich noch einige daran, dass es in Thüringen Neonazikonzerte gab, von den die Polizei völlig überrascht wurde...
Es hilft doch nichts sich einzureden, in Thüringen gäbe es keine Probleme mit Rechtsextremismus und Rassismus und die Augen vor offensichtlichen Missständen zu verschließen.
Ich wäre schon froh, wenn diese Onlinedebatte einen Anstoß dafür liefern würde, dass alle, die sich in Thüringen gegen Nazis und Gewalt engagieren wollen, tatsächlich miteinander streiten, um die Demokratie vor ihren Feinden zu schützen. Da gilt es auch, einander über kleinere Gräben hinweg die Hände zu reichen.
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Kommentar 16
25.02.2009 10:12:00 von Stefan Degenhardt
Sehr geehrter Herr Innenminister, es freut mich zu sehen, dass Sie alle BürgerInnen dazu auffordern, ihre Meinung kund zu tun. Das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Dennoch kann ich Frau Rothe-Beinlich und allen anderen demokratischen Parteien, die seit langem ein Landesprogramm gegen Rechtsextremismus fordern, nur zustimmen. Doch erst einmal muss sich die Landesregierung erkennen, dass der Rechtsextremismus eine Gefahr für unsere demokratische Grundordnung darstellt. Da hilft es nicht, diesen Begriff durch die Verallgemeinerung mit Hilfe des Wortes "Extremismus" zu "verniedlichen". Erkennen Sie bitte, dass der Rechtsextremismus für Thüringen eine große Gefahr bedeutet und unterstützen Sie den Kampf gegen Rechts durch finanzielle und aktive Unterstützung. Ein Blog ist ein Schritt, aktives Handeln ein nächster. Ich möchte Sie auch auf die tolle Initiative "Deine Stimme gegen Nazis" aufmerksam machen. Ich fordere die CDU dazu auf, sich dieser Aktion anzuschließen. Sie wollten eine effektive Maßnahme zur Bekämpfung des politischen RECHTSextremismus wissen?
Mit freundlichen Grüßen
Stefan Degenhardt
*Link wurde vom Administrator entfernt*
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Politischer Extremismus? Wahlkampfgag!
25.02.2009 10:01:00 von Ale
Politischer Extremismus? Werden wieder einmal linke und rechte Positionen gleichgesetzt? Wieviele Andersaussehende haben denn sog. Linke angepöbelt, bedroht, geschlagen, getreten? Wieviele Menschen wurden aber von Nazis angemacht und geschlagen, getreten, wie jüngst in der Bahn? Blendet das Innenministerium das bewußt aus, oder ist alles, was nicht CDU wählt, gleich extremismusverdächtig? Allein die Wortwahl, das bewußte Ausblenden von Gefahren für unser tägliches Leben, die nur von Rechts, von Nazis ausgehen, zeigt, daß das Innenministerium hier der Realität weit hinterherhinkt.
Natürlich braucht es keine Rechtsextremismus-Programme, wenn man kein Problem auf der rechten Seite sieht oder links und rechts absichtlich gleichstellt. Allerdings ist das Thüringer Ministerium da in deutschen Landen ziemlich allein mit so einer Argumentation. Viele Polizisten sehen das übrigens auch anders.
Und dieser Blog hier ist auch nur ein Wahlkampfgag, der nur dazu dient, weitere Strohhalme zu schneiden, an die sich die CDU klammern kann: Alles wird immer besser, aber nichts gut. Wer hat denn die letzten 16 Jahre in Thüringen geherrscht und die Nazis mit V-Leuten großgemacht?
Aber die Betreiber des Blogs werden das alles sicher ganz anders sehen.
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Zum Beitrag von Frau Rothe-Beinlich
25.02.2009 09:25:00 von Bernd Edelmann, Pressesprecher Thüringer Innenministerium
Für die Landesregierung ist es wichtig, tatsächlich, durch konkrete Maßnahmen den politischen Extremismus zu bekämpfen, und nicht nur irgendwelche Programme zu fordern. Schließlich geht es um den Schutz der freiheitlich-demokratischen Grundordnung vor allen extremistischen Kräften; unabhängig davon, mit welchem ideologischen Hintergrund die Extremisten Demokratie und Freiheit bekämpfen.
Die Berichte der Landesregierung und die für dieses Jahr neu geplanten Veranstaltungen machen klar, dass wir hier in Thüringen mit einer großen Bandbreite von Maßnahmen den Rechtsextremismus bekämpfen. Das macht aber auch deutlich, dass wir hier in Thüringen kein zusätzliches "Programm" zur Bekämpfung des Rechtsextremismus benötigen. Hier in Thüringen hat man schon Skinheadkonzerte aufgelöst, als in anderen Ländern die Diskussion über irgendwelche „Landesprogramme“ noch nicht einmal begonnen hatte.
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Aktives Eintreten und Landesprogramm gegen Rechtsxtremismus, Rassismus und Antisemitismus überfällig
25.02.2009 08:24:00 von Astrid Rothe-Beinlich
Natürlich reicht es nicht aus, Programme zu fordern. Trotzdem ist ein Landesprogrammgegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus für Thüringen überfällig, ebenso wie Gesicht zeigen, Aktives Handeln gegen Rechtsextremismus und eine Demokratieoffensive, um die demokratischen Abwehrkräfte zu stärken. Nicht zuletzt die Übergriffe auf den Gewerkschaftsbus nach dem Geh denken in Dresden und auf vier Mitglieder der grünen Jugend im Zug nach Weimar machen überdeutlich, dass wir in Thüringen kein diffuses Extremismusproblem, wohl aber ein Rechtsextremismusproblem haben. Und dieses gilt es beim Namen zu benennen und offensiv anzugehen.
Ziel aller DemokratInnen muss es weiterhin sein, Menschen zur Teilhabe an demokratischen Prozessen einzuladen und Partizipation zu ermöglichen (nicht verbannt in Amtsstuben) - auch dazu zur Wahl zu gehen, denn jede Stimme zählt in einer Demokratie. Und dort gibt es eine gute und wichtige Initiative: "Deine Stimme gegen Nazis". Hier appelliere ich erneut an alle demokratischen Parteien, sich an dieser zu beteiligen, um Rechtsextremismus die rote Karte zu zeigen. Weiterhin braucht es endlich eine verlässliche Finanzierung von Projekten, sie sich verdient gemacht haben im Aufbau zivilgesellschaftlicher Strukturen und die aufklären und in der Prävention aktiv sind. All das könnte ein Landesprogramm befördern.
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Summe aus...
25.02.2009 08:03:00 von Pressereferent Thomas Mau
Die Frage nach der Summe dient dem Schutz des Blogs vor Spam-Mails. Wenn in der Zeile "Summe aus ..." z.B. nach der Summe aus "2 und 3" gefragt wird, dann bitte einfach die Zahl 5 in das Eingabefeld eintragen.
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