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Zum wiederholten Mal hat sich das Thüringische Hauptstaatsarchiv Weimar an der „Langen Nacht der Museen“ beteiligt und am Samstag, den 16. Mai 2009, ab 16.00 Uhr seine Pforten für alle Interessierten geöffnet. Mit rund 800 Besuchern in den beiden Häusern am Beethovenplatz und in der Marstallstraße stießen die vielfältigen Angebote in diesem Jahr auf besonders großes Interesse beim Publikum. Im Mittelpunkt standen gleich drei Ausstellungen, welche das Thüringische Hauptstaatsarchiv anlässlich der Museumsnacht eröffnete.
Ewiger Streit um Schillers Schädel
Die friedliche Revolution 1989/90 im Bezirk Erfurt
Fotos und Dokumente zum Deutschen Nationaltheater
Ausstellungsplakat
Dokumentenausstellung im Archivgebäude am Beethovenplatz 3
16. Mai bis zum 17. September 2009
Schreiben des Großherzogs Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach an J. W. von Goethe zur Beisetzung von Schillers sterblichen Überresten in der Fürstengruft
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Im Archivgebäude am Beethovenplatz zeigt die Ausstellung in zwei Vitrinen die Geschichte um Friedrich Schillers Schädel. Der erste Schaukasten dokumentiert die Beisetzung Schillers im Kassengewölbe auf dem St. Jakobsfriedhof im Jahre 1805 und die etwa zwanzig Jahre später aufgrund von öffentlichem Druck erfolgte, durch Großherzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach vorgeschlagene Übersiedlung von Schillers angeblichem Schädel in die herzogliche Fürstengruft.
In einer weiteren Vitrine steht die Ende des 19. Jahrhunderts aufkommende wissenschaftliche Diskussion um die Echtheit des Schädels im Mittelpunkt. Nachdem Hermann Welcker 1883 nachweisen konnte, dass der in der Fürstengruft aufbewahrte Schädel nicht Schiller gehörte, präsentierte August von Froriep 1912 einen neuen, angeblich Schiller gehörigen Kopf. Gegen diese Behauptung legte der Berliner Arzt Richard Neuhauss Widerspruch ein. Ihm wurde jedoch keine Gelegenheit für eigene Forschungen geboten, da das Herzogshaus ihm jegliche Möglichkeit dazu verweigerte. Neueste Untersuchungen der letzten Jahre ergaben, dass keiner der beiden Schädel Friedrich Schiller zuzuordnen ist.
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Ausstellungsplakat
Dokumente zur friedlichen Revolution 1989/1990 im Bezirk Erfurt
Eine Ausstellung vom 16. Mai bis zum 18. Dezember 2009 im Gebäude Marstallstraße
Demonstration in Weimar, 7.11.1989, Foto: Klaus Bergmann
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Im Archivgebäude Marstall dokumentiert eine Ausstellung anhand von hauseigenen Archivalien sowie anhand von Leihgaben des Stadtmuseums, des Stadtarchivs und aus Privatbesitz die friedliche Revolution der Jahre 1989/90 am Beispiel des Bezirkes Erfurt. Acht thematische Schwerpunkte werden dabei gesetzt: die Kommunalwahlen vom Mai 1989 und die Fälschung der Wahlergebnisse, die Ausreisewelle und Massenflucht nach der Öffnung der Grenzen zu Österreich durch die ungarische Regierung, die Ereignisse um den 40. Jahrestag der DDR in Arnstadt, die Formierung der Bürgerbewegung im Spätsommer und Herbst 1989 sowie die Forderungen nach Reformen und Abschaffung des Machtmonopols der SED, die Grenzöffnung am 9. November 1989, die Besetzung der Stasizentralen, die desolate wirtschaftliche Lage und die beginnenden Privatisierungsbemühungen bis zum Ende der SED-Herrschaft, das durch den Wahlsieg der Allianz für Deutschland bei den Volkskammerwahlen im März 1990 markiert wird. In den Blick genommen werden die Menschen aus den Kirchen, auf den Straßen und in den Betrieben und Einrichtungen, die diese Protestbewegung getragen haben.
Feuerwehrmann während einer Aufführung
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Im Herbst 1999 wurde Frau Hohmann der fotografische Nachlass des Reise- und Theaterfotografen sowie Diavortragsreisenden Hermann Barth von dessen Stieftochter zur Verfügung gestellt. Ein besonderer Wert ist der im Nachlass befindlichen Dia-Serie „Die Welt des Deutschen Nationaltheaters“ zuzumessen. Schon allein die Verwendung von Farbdia-Material, die vor 1945 äußerst selten war, ist bemerkenswert. Fast zeitlos dokumentiert die Dia-Serie eine scheinbar heile Theaterwelt. Es findet sich kein Hinweis auf ihre Entstehungszeit unter den Bedingungen des NS-Regimes und des Zweiten Weltkriegs.
Aus der 150 Farbdias umfassenden Serie wählte Katharina Hohmann im Jahr 2004 für eine Ausstellung im Deutschen Nationaltheater 23 Motive aus. Die für das Ausstellungsprojekt auf 60 x 60 cm vergrößerten Dias zeigen zum einen Aufführungen und Mitglieder des Ensembles, zum anderen Räumlichkeiten, Ausstattung, Technik und das Personal hinter den Kulissen.
Nach Abschluss des Ausstellungsprojektes übergab Frau Hohmann den Nachlass von Hermann Barth dem Thüringischen Hauptstaatsarchiv zur Aufbewahrung. Die dortige Ausstellung, welche im Marstall dauerhaft für Gäste und Mitarbeiter des Archivs präsentiert wird, setzt 13 der von Katharina Hohmann künstlerisch bearbeiteten Motive von Hermann Barth in Beziehung zu Schriftstücken, die den Theateralltag im 19. und 20. Jahrhundert widerspiegeln. Die Dokumente wurden dabei überwiegend aus den im Weimarer Hauptstaatsarchiv überlieferten Unterlagen des Deutschen Nationaltheaters ausgewählt.
Alle drei Präsentationen stießen im Rahmen der Museumsnacht auf große Resonanz, was sich auch in einer positiven Berichterstattung in der Weimarer Presse niederschlug. Im Marstall wurden die Ausstellungen flankiert durch filmische Vorführungen, welche die dargebotenen Archivalien und Texte durch bewegte Bilder ergänzten – so durch die dreimal gezeigte Dokumentation „Brüder und Schwestern“ des mehrfach ausgezeichneten Filmemachers Pavel Schnabel über die Zeit der Wende in Weimar sowie durch den kontinuierlich präsentierten Mitschnitt einer Re-Inszenierung des Diavortrags von Hermann Barth über das Deutsche Nationaltheater, welche Katharina Hohmann zusammen mit dem Schauspieler Markus Seidensticker im Oktober 2003 im Weimarer Marie-Seebach-Stift realisierte.
Eine besonders große Nachfrage bestand nach den in beiden Häusern regelmäßig angebotenen Führungen: Vom späten Nachmittag bis weit nach Mitternacht nahmen zahlreiche Interessierte die Gelegenheit wahr, einen Blick auch in jene Bereiche des Archivs werfen zu können, welche der Öffentlichkeit üblicherweise verborgen bleiben, z. B. in die Foto- und Restaurierungswerkstätten und in die Magazine. Mit insgesamt 25 Führungen, an denen rund 550 Personen teilnahmen, wurden aufgrund des enormen Andrangs sogar mehr Führungen angeboten, als dies ursprünglich geplant war.