Freistaat Thüringen Freistaat Thüringen - Die Thüringischen Staatsarchive

Inhalt

Ausbildungsinfo

Ausbildungsmöglichkeiten im Bereich des Archivwesens

Zur Erlangung eines qualifizierten Berufs- bzw. Studienabschlusses im Bereich Archivwesen gibt es in der Bundesrepublik Deutschland drei unterschiedliche Ausbildungsebenen und mehrere Ausbildungseinrichtungen mit spezifischen Abschlüssen. Im Freistaat Thüringen bestehen Ausbildungsmöglichkeiten auf der Ebene der Berufsausbildung (Fachangestellte/r für Medien- und Informationsdienste) sowie für den verbeamteten höheren Archivdienst (Archivassessor/in).

Berufsausbildung

  • Fachangestellte/r für Medien- und Informationsdienste – Fachrichtung Archiv

    Dreijährige, duale Ausbildung – praktisch im Ausbildungsarchiv (Lehrstellenträger) und theoretisch in mehrwöchigen Blöcken an der Berufsschule für Schüler mit Realschulabschluss oder gleichwertigem Bildungsstand (10. Klasse) bzw. zweijährige Ausbildung für Abiturienten.

    Die Ausbildung erfolgt an der

Thüringischen Bibliotheksschule Sondershausen
Postfach 35
99701 Sondershausen

Lehrstellen für diesen Ausbildungsberuf werden jährlich in begrenztem Umfang im Bereich der öffentlichen Verwaltung bei Stadt-, Kreis- und Staatsarchiven angeboten; des weiteren können auch Wirtschaftsunternehmen Träger der Ausbildung sein. Ausbildungsplätze werden öffentlich ausgeschrieben – die Berufsberatungsstellen der Arbeitsämter informieren über das aktuelle Lehrstellenangebot.

  • Archivassistent – mittlere nichttechnische Beamtenlaufbahn

    Beamte des nichttechnischen mittleren Verwaltungsdienstes, d. h. Archivassistentenanwärter/innen werden bundesweit nur bei der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns ausgebildet. Für die zweijährige Ausbildung sind Absolventen einer Realschule, Wirtschaftsschule oder mit qualifizierendem Hochschulabschluss geeignet.

Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns
Postfach 22 11 52
80501 München

Fachhochschulausbildung

Ein Fachhochschulabschluß im Bereich Archivwesen mit der Qualifikation zum Diplomarchivar kann sowohl verwaltungsintern (Archivinspektoranwärter/in) an der Archivschule Marburg in Hessen als auch bei der Bayerischen Beamtenfachhochschule erworben werden. Für diesen verwaltungsinternen Ausbildungsgang ist für die Dauer des Studiums eine entsprechende Anwärterstelle bei Staats-, Kommunal- oder Kirchenarchiven notwendig. Die Absolventen werden in der Regel als Beamte des nichttechnischen gehobenen Dienstes eingestellt. In Thüringen wird derzeit keine verwaltungsinterne Ausbildungsmöglichkeit für die Laufbahnen in Marburg oder München angeboten.

  • Diplom-Archivar (FH)

    Bewerbungen im Rahmen einer freien Immatrikulation sind demgegenüber in Potsdam am Fachbereich Archiv/Bibliothek/Dokumentation der Fachhochschule Potsdam möglich. Nach vierjährigem Studium und dem Abschluss als Diplomarchivar/in (FH) werden die Absolventen in der Regel als Angestellte beschäftigt.

    Fachhochschulstudium (8 Semester) für Bewerber mit Hochschulreife oder Fachhochschulreife an der

Fachhochschule Potsdam
Fachbereich Archiv – Bibliothek – Dokumentation
Postfach 60 06 08
14406 Potsdam

Derzeit ist der Diplom-Studiengang an der Fachhochschule Potsdam auch berufsbegleitend zu absolvieren.

  • Archivinspektoranwärter/in – gehobene nichttechnische Beamtenlaufbahn

    An der Bayerischen Beamtenfachhochschule, Fachbereich Archiv- und Bibliothekswesen, wird Bewerbern mit Fachhochschulreife in dreijähriger Ausbildung die verwaltungsinterne Ausbildung zum Beamten des gehobenen Dienstes im Archivwesen vermittelt:

Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns
Postfach 22 11 52
80501 München

Bewerber mit Hochschul- oder Fachhochschulreife können sich jedoch auch für die dreijährige verwaltungsinterne Ausbildung an der Archivschule Marburg, Fachhochschule für Archivwesen bei den Archivverwaltungen des Bundes und der Länder, bewerben.

Hochschulausbildung

Archivar der höheren nichttechnischen Beamtenlaufbahn – Archivassessor/in

Für Bewerber mit abgeschlossenem Hochschulstudium* führt die Archivschule Marburg, Institut für Archivwissenschaft, eine zweijährige Referendarausbildung durch . Bewerbungen sind nach Stellenausschreibungen an die Archivverwaltungen des Bundes und der Länder zu richten. Entsprechende Referendarstellen werden in Thüringen im Abstand von zwei Jahren beim Thüringer Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst ausgeschrieben.

Es gelten die Thüringer Zulassungs-, Ausbildungs- und Prüfungsordnung für den höheren Archivdienst (ThürZAPOhAD) vom 25. Februar 1994 und die Erste Verordnung zur Änderung der Thüringer Zulassungs-, Ausbildungs- und Prüfungsordnung für den höheren Archivdienst vom 19. März 1999 sowie die Ausbildungs- und Prüfungsordnung für den höheren Archivdienst im Lande Hessen (APOhArchiD) vom 23. Mai 1997.

* § 35 Einstellung in den Vorbereitungsdienst In den Vorbereitungsdienst einer Laufbahn des höheren Dienstes kann eingestellt werden, wer

  1. das 32. Lebensjahr noch nicht vollendet hat und
  2. ein Studium an einer Universität, technischen Hochschule oder an einer gleichstehenden Hochschule, dessen Mindest- oder Regelstudienzeit nicht weniger als drei Jahre beträgt und dabei Zeiten einer in den Studiengang eingeordneten berufspraktischen Ausbildung oder Tätigkeit nicht umfasst, mit einer Staatsprüfung oder , soweit üblich, mit einer Hochschulprüfung abgeschlossen hat, das Studium muss geeignet sein, in Verbindung mit dem Vorbereitungsdienst die Laufbahnbefähigung zu vermitteln.
Thüringer Verordnung über die Laufbahnen der Beamten (Thüringer Laufbahnverordnung - ThürLbVO) vom 7. Dezember 1995
  • Darüber hinaus wird an der Bayerischen Archivschule innerhalb von 30 Monaten eine Referendarausbildung durchgeführt. Bewerber müssen über ein abgeschlossenes Hochschulstudium mit Schwerpunkt Geschichte oder Jura verfügen.

Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns
Postfach 22 11 52
80501 München