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Beratungslehrertag der Region II (Artern/Erfurt/Weimar)
"Mit Kooperation in die Zukunft"
Am Sonnabend, dem 06.10.07, trafen sich im Historischen Rathaus der Stadt Weißensee und in der Traumzauberbaumschule Weißensee ca.160 Beratungslehrer/innen aus den Schulamtsbereichen Artern, Erfurt und Weimar zum 1. überregionalen Beratungslehrertag.
Ziel dieser Fortbildungsveranstaltung unter dem Motto „Mit Kooperation in die Zukunft“ war es, sich mit schulischen und externen Kooperationspartnern aus Beratungsdiensten, Kinder- und Jugendeinrichtungen und Fachberatungsstellen über aktuelle Beratungsansätze auszutauschen, sich über neue Unterrichts-, Förder- und Beratungsmethoden zu informieren und praktische Einblicke in besondere Schul- und Kooperationsprojekte in der Region zu erhalten.
Mit dem Auftaktreferat zum Thema „Lehrergesundheit“ von Herrn Busch (Thillm Bad Berka) standen erstmals bei Beratungslehrern die Ergebnisse der Thüringer Lehrerbefragung zum berufsspezifischen Verhaltens- und Belastungserleben im Mittelpunkt. Die Studie wurde im Jahr 2006 vom Thüringer Lehrerverband in Zusammenarbeit mit der Universität Potsdam durchgeführt. Sie gibt Aufschluss über Belastungsfaktoren und verschieden ausgeprägte Bewältigungsmuster im Lehrerberuf. Zirka 65%, also fast zwei Drittel der Befragten wurden in Risikomustern geortet, die auf Dauer bedenklich und gesundheitsschädigend wirken können.
Im Vortrag wurde deutlich, dass Gesundheitsförderung im Lehrerberuf eine besonders dringliche Aufgabe ist. Gerade weil es im Schulalltag immer wieder um die Bewältigung vielfältiger Herausforderungen, aber auch um den Umgang mit Problemsituationen der Kinder und Jugendlichen geht, sollten Lehrer nicht mehr als Einzelkämpfer agieren, sondern sich Hilfe und Unterstützung holen. Die Möglichkeiten reichen von aktiver Stressbewältigung, persönlicher Beratung oder anonymer Online-Ratsuche bis zur gemeinsamen Lösungssuche im Kollegium und bis zum Aufbau von Kooperationen.
Die Tätigkeitsfelder der Beratungslehrer/innen in der Schulpraxis sind vielfältig. Sie umfassen schülerbezogene Einzelfallberatung, Elternberatung, Schullaufbahn- und Berufsberatung, Beratung zur Konfliktlösung, zur Gewaltprävention, zur Sucht- und Drogenprävention und die Mitwirkung bei Maßnahmen der Unterrichts- und Schulentwicklung.
Entsprechend dieser Themenvielfalt waren im praktischen Teil des Tages insgesamt 22 Workshops im Angebot. Die gerade erst räumlich erweiterte Traumzauberbaumschule bot genügend Platz für die Arbeit in Groß- und Kleingruppen. Als am meisten gefragte Themen erwiesen sich „Tipps zum gehirngerechten Lernen“, „Jugendszenen und -kulturen“, „ Illegale Drogen- (k)ein Thema für die Schule“, „Mobbing“ und „Schwierige pädagogische Situationen professionell handhaben“. Aber auch die Interessenten für die Arbeitsgruppen „Montessoripädagogik“, „Sprach- und Matheförderung“, „Miteinander statt gegeneinander- Projekttage zum sozialen Lernen in der Grundschule mit Schülern und Eltern“ und „Hochbegabtenförderung“ – um nur einige der kleineren Workshops zu nennen- kamen auf ihre Kosten.
Alles in allem bot der Tag viele unmittelbare Begegnungen mit Kollegen und Experten und natürlich ausreichend Informations-, Gesprächs- und Lerngelegenheiten.
Das Rahmenprogramm wurde von den Kindern der Traumzauberbaumschule mit dem Vortrag von kleinen Geschichtenliedern und Gedichten bereichert. Für das leibliche Wohl der Tagungsteilnehmer sorgten die Eltern des Schulfördervereins – vom herzhaften Imbiss bis zum hausgebackenen Kuchen bot das Buffet alles, was man in einer Pause zum Auftanken der Energiespeicher braucht. – Dankeschön!
Ein ausdrücklicher Dank geht hiermit an alle Beteiligten vor und hinter den Kulissen, die mit Ihrer Bereitschaft zur Kooperation und ihrem persönlichen Einsatz dazu beigetragen haben, dass diese Tagung so gut gelungen ist.
Ein Dankeschön an die Schulpsychologischen Dienste und die Kollegen der Schulämter Artern, Erfurt und Weimar sowie das Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (Thillm) Bad Berka für die Vorbereitung und das Tagungsmanagement; an den Bürgermeister der Stadt Weißensee Herrn Albach, an den Kulturreferenten Herrn Dittrich sowie an die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, für die großzügige Bereitstellung der Räumlichkeiten sowie der Vortragstechnik im Rathaus. Danke an die Schulleiterin Frau Recknagel und die Beratungslehrerin Frau Degener für die gute Unterstützung bei der Tagesorganisation und -gestaltung; an den Fachberater für Medienpädagogik Herrn Sputh für das technische Know-how und an alle Referenten für die interessanten und praxisbewährten inhaltlichen Anregungen.
Bedanken möchten wir uns ebenfalls bei der Sparkasse Mittelthüringen und bei der DBV-Winterthur für das Sponsoring der Veranstaltung.
Wir blicken auf einen interessanten und erfolgreichen gemeinsamen Beratungslehrertag 2007 zurück und hoffen, dass viele der Anregungen, Informationen und Erfahrungen aus den Workshops für die weitere Arbeit und die Beratung in den Schulen genutzt werden.
Eines hat der Tag besonders in Sachen Kooperation gezeigt:
„Wir brauchen nicht mehr Kraft, mehr Talent oder mehr Gelegenheit. Was wir brauchen, ist der Wille, zu nutzen, was wir haben.“ (B.S. Walsh)
Artern, 11.10.07
Sonnwill Zscheckel
Schulpsychologin