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„Lila Kuh und Anti-Matsch-Tomate“, so lautet das Thema eines Projektes des „Thüringer Ökoherz e. V.“, das am 12.November 2009 interessierten Lehrerinnen verschiedener Schularten im Sitzungssaal des Landratsamtes vorgestellt wurde. In Zusammenarbeit des Gesundheitsamtes mit Ute Brückner und dem Thüringer Ökoherz e. V. – dem Förderverein für ökologischen Landbau, Landschaftspflege, Naturschutz und naturgemäße Lebensführung in Thüringen – waren Interessierte aus den beiden Schulamtsbereichen Neuhaus/Rwg. sowie Schmalkalden Meiningen der Einladung gefolgt.
Seit dem Jahr 2000 wird das Projekt „Lila Kuh und Anti-Matsch-Tomate“ landesweit durchgeführt. Für das Schulprojekt stellt die AOK Plus im Rahmen der Präventionsarbeit die entsprechenden Gelder zur Verfügung. Den Kindern und Jugendlichen wird Grundwissen über die Ernährung und Bewegung sowie deren Auswirkung auf ihre Gesundheit vermittelt. Immerhin nehmen die Zahlen von Übergewichtigen im Kinder- und Jugendalter zu und therapeutische Hilfe scheint nicht richtig zu wirken. Somit muss ein Schwerpunkt auf der Prävention liegen.
Lila Kuh und die Anti-Matsch-Tomate? Das gleichnamige Projekt soll Kinder aber auch darüber aufklären, wie Lebensmittel eigentlich erzeugt werden. Für die Nahrungsmittelwirtschaft ist es ein Leichtes, durch irreführende Werbung, wie die „Lila Kuh", und gentechnisch veränderte Lebensmittel, die „Anti-Matsch-Tomate", völlig falsche Bilder in den Köpfen von Kindern zu erzeugen.
Das Projekt geht über drei Tage, wobei Tag drei optional ist. An den beiden ersten Tagen wird neben den theoretischen Grundlagen auch ein praktischer Teil durchgeführt. Es gibt Module zum Mitmachen, Schnuppern, Schmecken, Hören und Sehen. Beispielsweise kann an einem Modell eines Kuheuters das Melken geübt sowie Butter oder eine gesunde Zwischenmahlzeit hergestellt werden.
Der dritte Tag ist, sofern die Möglichkeit gegeben ist und der Wunsch besteht, einem Besuch auf einem (Bio) Bauernhof vorbehalten.
Im Mittelpunkt des Projektes steht das dreidimensionale Modell einer Ernährungspyramide: Ihre Etagen werden gemeinsam nach den Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung mit frischen Lebensmitteln bestückt.
Und so haben Andrea Roth, Diätassistentin und Ernährungsberaterin aus Eisfeld sowie Simone Ernst und Martin Abramowski vom Ökoherz-Verein an diesem Nachmittag die Aufgabe übernommen, Details des Programms - einschließlich der Frage „Was bedeutet Bio“, den Grundlagen zum biologischen Landbau sowie den Besonderheiten von Bio-Produkten - in dieser Lehrerfortbildung darzustellen. Dieses Angebot an Lehrer ist seit 2009 neu. Seit Beginn des Projektes im Jahre 2000 bis 2008 fanden 1086 Veranstaltungen mit über 19600 Teilnehmern, bis 2006 auch in Kindertagesstätten, statt.
Aber auch Elternabende, so war zu erfahren, werden durch die Mitarbeiter des Vereins gestaltet.
Mit dabei an diesem Nachmittag war außer Ute Brückner vom Gesundheitsamt auch Elvira Kummer, die im Schulamtsbereich für die Gesundheitsförderung verantwortlich ist.
Letztendlich aber prägt das Elternhaus in den ersten Jahren das Essverhalten wie Tischregeln oder das gemeinsame Essen, das später durch das Umfeld, wie Schule oder Freunde, ergänzt wird.
„Lila Kuh und Anti-Matsch-Tomate“ ist ein offizielles Projekt der Vereinten Nationen der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ der Weltdekade 2009/10.
Einen Wermutstropfen allerdings gab es auf dieser Veranstaltung zu vermelden: In Grundschulen wird dieses Projekt nach Vorgaben der AOK Plus nicht mehr durchgeführt werden, da es auf die Schüler der Klassen 5 bis 13 verlagert wird. Somit sollen den Schülern der Grundschulen andere Projekte, wie der aid Ernährungsführerschein, angeboten werden.