
Das nachfolgend beschriebene Wappen des Wartburgkreises wurde am 27. Juli 1995 durch das Thüringer Landesverwaltungsamt genehmigt: Das Wappen des Wartburgkreises ist geviertet und zeigt oben links in Blau einen linksgewendeten, siebenmal von Rot über Silber geteilten, golden gekrönten und bewehrten Löwen, oben rechts in Gold auf einem grünen Dreiberg eine schwarze rotbewehrte Henne mit rotem Kamm und rotem Lappen, unten links in Silber ein schwarzes Hochkreuz, unten rechts in Blau einen siebenmal von Rot über Silber geteilten, golden bewehrten und gekrönten Löwen. Das Gebiet keines anderen thüringischen Landkreises wurde im Mittelalter so stark durch die ludowingischen Landgrafen von Thüringen geprägt, wie das des heutigen Wartburgkreises. Dementsprechend steht der von Rot und Silber geteilte Löwe der Landgrafen an erster Stelle des Wappens. Das Symbol verdeutlicht gleichzeitig die spätere Zugehörigkeit umfangreicher Gebiete des heutigen Kreisgebietes zum Herrschaftsbereich der Wettiner. Diese führten den „bunten Löwen“ als Zeichen des Besitzes der Landgrafschaft Thüringen stets an hervorragender Stelle in ihrem Wappen. Für weite Teile Thüringens, die heute zum Wartburgkreis gehören und ehemals im Besitz der Grafen von Henneberg waren, wurde deren redendes Symbol in das Kreiswappen aufgenommen. Auf die ehemaligen Besitzungen der Reichsabtei Fulda verweist deren Symbol, das schwarze Hochkreuz auf silbernem Grund. Ein Gebiet geringeren Umfangs im Westen und Südwesten des heutigen Wartburgkreises gehörte zeitweilig zur Landgrafschaft Hessen. Dafür wurde noch einmal ein „bunter Löwe“ in das Kreiswappen aufgenommen. Er verweist zugleich auf die gemeinsamen Wurzeln hessischer und thüringischer Geschichte und die engen Beziehungen zwischen diesen beiden Gebieten. Die am 27. Juli 1995 genehmigte Kreisflagge ist weiß-rot längs gestreift und trägt das Kreiswappen.
Spuren menschlicher Besiedlung wurden bereits aus der jüngeren Steinzeit (etwa 25.000 v.u.Z.) nachgewiesen. Die Gründung vieler Siedlungen, wie z.B. Kaltennordheim, Fischbach, Diedorf und Klings reichen bis in das achte Jahrhundert zurück. Nach der Landesteilung Thüringens 1485 kam das Gebiet des heutigen Wartburgkreises an die Ernestiner. Nach dem Tod Johann Casimirs von Sachsen-Coburg und dem Aussterben der Linie Eisenach kam es zu der Landesteilung von 1640, in deren Folge neue Territorialstaaten entstanden: Sachsen-Eisenach umfasste den größten Teil des heutigen Wartburgkreises, das Gebiet um Salzungen gehörte zu Sachsen-Meiningen und Ruhla gehörte zu Sachsen-Gotha. Sachsen-Eisenach vereinigte sich 1741 mit Sachsen-Weimar zum Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, das 1815 zum Großherzogtum erhoben wurde. Mit der Gründung des Landes Thüringen 1920 entstand auf dem Gebiet des heutigen Wartburgkreises der Landkreis Eisenach ohne den Stadtkreis Eisenach. 1950 wurde der Landkreis Bad Salzungen aus Teilen der Kreise Eisenach und Meiningen gebildet. Im Zuge der Gebietsreform wurde am 1.7.1994 mit der Fusion der Landkreise Eisenach und Bad Salzungen sowie der Verwaltungsgemeinschaft Behringen (ehemaliger Landkreis Bad Langensalza) im Südwesten des Freistaates Thüringen der Wartburgkreis gebildet. Das innerhalb des Landkreises liegende Eisenach hat seit 1.1.1998 wieder den Status einer kreisfreien Stadt.
In reizvoller, vielgestaltiger und abwechslungsreicher Landschaft erstreckt sich der Wartburgkreis vom Nationalpark Hainich, dem größten zusammenhängenden Buchenwaldgebiet Deutschlands, über die Hörselberge, das Werratal, den westlichen Thüringer Wald bis hin zum UNESCO-Biosphärenreservat Rhön; er umfasst die Flussgebiete der Werra, der Hörsel, der Elte, der Fulda und der Ulster. Aus geologischer Sicht bietet der Landkreis mehrere Formationen: Anteil an den naturräumlichen Einheiten der westthüringischen Störungszone, den Waltershäuser Vorbergen, dem Salzunger Buntsandsteinland, den nordwestlichen Thüringer Wald und die Landschaftseinheit der Vorderrhön, welche durch ihre Basaltkuppen gekennzeichnet ist. Nordwestlich von Eisenach wird die Muschelkalk-Hochfläche der westlichen Umrandung des Thüringer Beckens von den Flussschleifen der Werra tief zerschnitten. Prägendes Landschaftselement in diesem Gebiet sind die steilen Felswände, stellenweise mit der deutlich sichtbaren Muschelkalk-Schichtserie mit dem unteren Wellenkalk, der Oolithzone, dem mittleren Wellenkalk, der Terebratulazone, dem oberen Wellenkalk und der Schaumkalkzone sowie dem mittleren Muschelkalk mit dolomitischen Mergelplatten. Zu den geologischen Denkmalen im Landkreis gehören der Hautsee (mit der schwimmenden Insel) und die Stopfelskuppe (tertiärer Vulkanzuführungsschlot). Das west-östlich verlaufende Hörseltal war ab Eisenach die natürliche Trasse der mittelalterlichen „Königsstraße“ (Via regia) und ist heute mit seinen nördlichen Talhängen die Hauptverkehrsader für Eisenbahn und Autobahn. Die Gesamtfläche des Landkreises beträgt 1.305 Quadratkilometer; davon sind 456 Quadratkilometer Wald und werden 650 Quadratkilometer landwirtschaftlich genutzt. Die höchsten Erhebungen des Landkreises befinden sich mit mehr als 720 m über NN in der Rhön und im Thüringer Wald; die niedrigste Stelle liegt beim Austritt der Werra nach Hessen in 176 m über NN. In den 10 Städten (Bad Salzungen, Bad Liebenstein, Berka/Werra, Creuzburg, Geisa, Kaltennordheim, Ruhla, Stadtlengsfeld, Treffurt, Vacha) und 53 Gemeinden des Landkreises leben 137.527 Bewohner (30.6.2006). Die Verkehrsanbindung ist über ein sehr gut ausgebautes Straßen- und Schienennetz gewährleistet; durch den Landkreis führt die Bundesautobahn A 4, die Bundesstraßen B 7, B 19, B 62, B 84, B 88, B 278 und B 285 erschließen den Landkreis; die ICE-Strecke Berlin – Erfurt – Frankfurt/Main – Saarbrücken und die Eisenbahnlinie Würzburg – Schweinfurt – Meiningen – Bad Salzungen – Eisenach durchqueren den Landkreis. Der Verkehrslandeplatz Eisenach-Kindel ergänzt diese Verkehrsanbindungen.
Der unvergessene Heimat- und Sagendichter Ludwig Wucke erhielt 1873 für seine über 800 geschaffenen Volkssagen den Schillerpreis. Er lebte von 1807 – 1883 in Bad Salzungen. Auf dem Bergfriedhof des Ortsteiles Schweina liegt das Grab des berühmten Pädagogen Friedrich Wilhelm Fröbel (1782 – 1852), der den ersten Kindergarten und die erste Schule für Kindergärtnerinnen gründete.
Die Industrie des Landkreises geht auf Bergbau („Schmied von Ruhla“), Kupferschiefer (Ort „Kupfersuhl“, Straßenname „Kupferhammer“) sowie Kalisalz zurück. Daraus entwickelten sich die metallverarbeitende, elektrotechnische und chemische Industrie (es gab in Buchenau sogar ein Sodawerk). Hopfen- und Gerstenanbau bildeten die Grundlage für Brauereien, Schafzucht und Faserpflanzenanbau für die Kammgarnherstellung. Die Rhön erwarb sich ihren Ruf als Schnitzerland vor allem durch die Herstellung aus Holz und kleinen geschnitzten Figuren. Diese für die Rhön charakteristische Schnitzerei beruht auf dem einzigen Reichtum der Landschaft; diese Handfertigkeit trug hauptsächlich zum Lebensunterhalt bei. Wirtschaftliche Bedeutung haben heute die Metallindustrie, der Kaliabbau und die Landwirtschaft. Ein weiterer Wirtschaftszweig sind die beiden Kurstädte Bad Salzungen und Bad Liebenstein: die salzhaltigen starken Quellen unterstützen die Behandlung bei Hauterkrankungen, Beschwerden der Atemwege sowie bei der Stimmheilkur; der Kurort Bad Liebenstein hat vor allem für Herz- und Kreislauferkrankungen einen guten Ruf. Der Wartburgkreis bietet viele touristische Ziele und Sehenswürdigkeiten, so u.a. die Creuzburg, Schloss und Park Altenstein, Burg Normannstein, Burgruine Brandenburg, Gradiergarten Bad Salzungen mit Sole-Heilbad Keltenbad, Erlebnisbergwerk Merkers, die Ruine Liebenstein sowie das westliche Rennsteiggebiet.
Die gesundheitliche und soziale Betreuung wird in zwei Krankenhäusern, acht Kur- bzw. Rehakliniken sowie 13 Alten- und Pflegeheimen gewährleistet. Sport- und Freizeitmöglichkeiten bestehen in einer Vielzahl von Sporteinrichtungen, darunter 20 Freibäder, zwei Hallenbäder und vier Großsporthallen. Traditionelle volkstümliche Heimatfeste im Landkreis sind der Kaltennordheimer „Heiratsmarkt“, die „Hutzelfeuer“ im Geisaer Gebiet, der Taubenmarkt in Dermbach, das Geisaer „Funkenfest“, das „Höhlenfest“ in Schweina, das „Hautseefest“ in Dönges, die „Berg- und Burgfeste“ auf der Creuzburg in der gleichnamigen Stadt und der Brandenburg bei Lauchröden sowie auf St. Annen und Wendelstein in Vacha sowie das Abbrennen des „Antoniusfeuers“ in der Christnacht in Schweina.